Um dieses Stück geht es beim Bau der Liegeplätze 5 bis 7: NPorts-Geschäftsführer Holger Banik und Niederlassungsleiter Knut Kokkelink (r., hier mit seiner Stellvertreterin Alexandra Brandt) deuten an, über welchen Bereich des Cuxhavener Hafens sich der geplante, 1,3 Kilometer lange "Lückenschluss" erstrecken wird. Fotos: Koppe
Um dieses Stück geht es beim Bau der Liegeplätze 5 bis 7: NPorts-Geschäftsführer Holger Banik und Niederlassungsleiter Knut Kokkelink (r., hier mit seiner Stellvertreterin Alexandra Brandt) deuten an, über welchen Bereich des Cuxhavener Hafens sich der geplante, 1,3 Kilometer lange "Lückenschluss" erstrecken wird. Fotos: Koppe
Liegeplätze 5 bis 7

Hafenausbau in Cuxhaven: NPorts skizziert straffen Zeitplan

von Kai Koppe | 19.04.2024

Kaum dass man das LNG-Terminal in Stade realisiert hat, steht der Cuxhavener NPorts-Niederlassung das nächste Großprojekt ins Haus. Es geht um den mit 300 Millionen Euro Baukosten zu Buche schlagenden "Lückenschluss" in der Cuxhavener Kailinie.

In einem Pressegespräch skizzierte NPorts-Chef Holger Banik, was bis zum ersten Rammschlag zu tun bleibt. Er sprach aber auch über das parallel dazu verlaufende "Alltagsgeschäft".

Was derzeit alles über die Cuxhavener Niederlassung realisiert werde, könne sich sehen lassen, lobte Banik und kam dabei rasch auf den lange erwarteten Bau der Liegeplätze 5 bis 7 zu sprechen. "Eines unserer größten Projekte", sagte der NPorts-Geschäftsführer und meinte das Kostenvolumen. Nebenbei gesagt ist die Hafenerweiterung aber auch eine bemerkenswerte Landgewinnungsmaßnahme: Wo sich jetzt noch Wasser befindet, wird (durch eine Spundwand gesichert) eine rund 20 Hektar große Fläche aufgespült werden. Nach NPorts-Berechnungen reicht der auf diese Weise entstendene Platz, um nach Fertigstellung in drei Jahren den Umschlag für jeweils bis zu zwei Offshore-Windparks (parallel zueinander) abzuwickeln.

"Deutschlands Werkbank für die Energiewende"

Der Bedarf für das künftige Terminal steht aus NPorts-Sicht außer Frage: Von Cuxhaven als "Deutschlands Werkbank für die Energiewende", sprach Banik am Freitag und erinnerte dabei auch an Forderungen der Hafenwirtschaft, die am Standort Cuxhaven zuletzt immer lauter nach Mehrkapazitäten verlangt hatte. "Wir bauen hier keine Kaje hin, die kein Mensch braucht", fasste der Niedersachsen Ports-Geschäftsführer zusammmen und kam in diesem Zusammenhang noch einmal auf den Aspekt der Kostenteilung zu sprechen.

Nachdem das Land eine Ein-Drittel-Finanzierung zugesagt und der Bund sich unlängst dazu bekannt hat, eine Summe in gleicher Höhe über projektbezogene Fördermittel beizusteuern, muss die Privatwirtschaft (als dritter Geldgeber für den Liegeplatzbau) ihr Versprechen wahrmachen und ihrerseits 100 Millionen Euro an die Vorhabensträgerin überweisen.

Welche und wie viele Unternehmen ihr Scherflein beitragen, wird sich im Rahmen der Konzessionsvergabe erweisen - ein Verfahren, das NPorts bereits im kommenden Monat anschieben wird. Bewerber-"Deadline" ist Anfang Dezember; nachdem NPorts nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr 20 Millionen Euro für das Vorhaben ausgeben und (wie Niederlassungsleiter Knut Kokkelink präzisierte) Stahl bestellen wird, muss das Thema Finanzierung noch vor Weihnachten abgeschlossen sein. 

Bau-Ausschreibung im August / September

Bis dahin gilt es noch eine weitere Hürde zu nehmen: Im Rahmen eines Notifizierungsverfahrens muss die EU-Kommission die von Land und Bund gewährte Beihilfe zum Hafenbau absegnen, entsprechende Unterlagen sollen schon übernächste Woche nach Brüssel gehen. Die Ausschreibung für das Bauvorhaben wird Banik zufolge im Spätsommer "auf den Markt kommen". 

Nicht von ungefähr hat die Hafen-GmbH solch einen straff getakteten Zeitplan gewählt: Wie mehrfach berichtet verliert die seit mehr als vier Jahren vorliegende Planfeststellungsbeschluss für den "Lückenschluss" am 20. Februar 2025 seine Gültigkeit. Bevor diese Frist verstreicht, soll unbedingt mit dem Bau begonnen worden sein. (Vor)-Arbeiten wie die Baustelleneinrichtung oder das Anlegen einer Baustraße werden voraussichtlich noch vor Ablauf des Jahres erfolgen.

NPorts Cuxhaven hat aber noch weitere Baustellen

"Vorhaben wie diese haben uns in etwas andere Dimensionen katapultiert", bekannte Hoilger Banik, auf den Stader Flüssiggas-Anleger oder die vor Ort geplante Hafenerweiterung anspielend. Was NPorts über die genannten Projekte hinaus in beiden Häfen bewerkstellige, gerate fast ein wenig ins Hintertreffen.  "Dabei", so der NPorts-Geschäftsführer, "erfordern kleine Aufgaben manchmal genauso viel Manpower wie große". Niederlassungsleiter Kokkelink sprach in diesem Zusammenhang die Instandhaltung von Fischhallen und Kühlhäusern am Standort Cuxhaven an. Diese Maßnahme schlägt im laufenden Jahr mit 1,7 Millionen Euro zu Buche. NPorts lässt sich aber auch den Bestand der denkmalgeschützten Hapag-Hallen etwas kosten und investiert turnusgemäß in den Unterhalt der Seeschleuse. Das Tor des Mittelhauptes soll ab dem kommenden Montag eingedockt und gewartet werden - auf dass es in nächsten sechs Jahren in gewohnter Zuverlässigkeit seinen Dienst verrichtet. 

In eigener Sache hat Niedersachsen Ports am Schleusenpriel in eine neues Werkstattgebäude investiert, das in Zukunft von einer PV-Ablage gespeist werden soll. Als Nachhaltigkeitsbeauftragte trug Kokkelinks Stellvertreterin Alexandra Brandt ferner einem Wunsch aus dem Kollegium Rechnung: Unter der Überschrift "Mein Lieblingsplatz" soll dort, wo die kürzlich abgerissenen Alt-Werkstätten standen, ein begrünter Pausen- und Aufenthaltsbereich für die Belegschaft entstehen.

Auf dem NPorts-Gelände am Schleusenpriel wird ebenfalls geackert - und zwar auch zugunsten der eigenen Belegschaft: Im Anschluss an einem Hallenneubau soll zum Deich hin ein begrünter Aufenthaltsbereich für die Beschäftigten entstehen.

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