Neues Deichfenster für Cuxhaven: Der Stand beim Herzstück des Deichband-Großprojektes
Entlang der Konrad-Adenauer-Allee in Cuxhaven entsteht ein faszinierendes Bauprojekt: das Deichfenster, Herzstück des Großprojekts Deichband, das weiter Gestalt annimmt. Aktuelle Bilder geben Ausschluss darüber, wie das Deichfenster aussehen wird.
Der Deich verändert sein Gesicht: An der Konrad-Adenauer-Allee sind die Betonrahmen für das künftige Fenster weitgehend gesetzt, und der Blick aufs Wasser rückt täglich ein Stück näher. Die Bauarbeiter der Firmen Steffens und Machulez arbeiten zügig und konzentriert, während der Verkehr an der Absperrung vorbeizieht, Radfahrer abbremsen und Fußgänger stehen bleiben, um einen Blick auf das zu werfen, was da aus dem Deich wächst.

Und tatsächlich nimmt das Herzstück des Großprojekts Deichband langsam und unübersehbar Form an: Das Deichfenster mit seiner geschwungenen Rahmung aus hellem Beton entwickelt eine eigene Dynamik, die Sichtachse auf den Ritzebüttler Schleusenpriel zeichnet sich bereits ab.

In einigen Wochen wird man von der Straßenseite aus auf das Hafenbecken blicken, dahinter auf die City Marina Cuxhaven und, in der Ferne, auf den markanten Kubus aus Glas und Stahl des Maritimen Sicherheitszentrums.

Fundamente für die Glaselemente kommen
Projektleiter Marco Lammers von der städtischen Bauverwaltung ist angetan, wenn auch noch weitere Etappen vor ihm liegen. "Es läuft wunderbar. Natürlich gibt es vereinzelt Probleme, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden", sagt er beim Rundgang mit cnv-medien.de über die Großbaustelle. Die Fundamente für die gläsernen Elemente sind gesetzt. Der Bereich wird dafür ausgekoffert, die Glaselemente selbst folgen dann in einem nächsten Schritt. Auch eine kleine Stufenanlage ist vorgesehen, auf die man sich setzen und den Blick genießen kann. Lammers schätzt gegenüber der CN/NEZ-Redaktion, dass dieser Bereich Mitte bis Ende Juli 2026 fertig sein könnte.

Deich bekommt Mutterboden und Erosionsschutz
Parallel dazu schreitet die Fertigstellung des Deichkörpers voran. Auf den bereits wiederhergestellten Grundstock kommen noch rund dreißig Zentimeter Mutterboden, darüber Erosionsschutzmatten, die das Material bei Starkregen am Abrutschen hindern.

Begrünt wird der Deich allerdings erst im Herbst. Der Hochsommer wäre zu riskant: Frisch gekeimte Saat würde bei Trockenheit absterben. Sobald alles angewachsen ist, wird der Deichkörper wieder grün sein. Auch neue Bäume sind geplant. Sie sollen den gesamten Bereich aufwerten, den Lammers schlicht als "richtig schön" ankündigt.

Kreuzung am Amtsgericht fast fertig
An der zentralen Kreuzung Deichstraße/Konrad-Adenauer-Allee, wo Amtsgericht und NPorts-Gebäude die Szenerie flankieren, geht es ebenfalls zügig voran. Der neue Asphalt vor dem Amtsgericht ist aufgebracht, noch in diesen Tagen wird die Fahrbahnmarkierung aufgetragen. Sie soll Radfahrern eine klar erkennbare Aufstellfläche geben, von der aus sie in einem Zug und sicher die Kreuzung überqueren können.

Auch hier unterstützt seit Kurzem die Cuxhavener Firma Machules die Arbeiten am Bürgersteig und am Fahrradweg im Bereich der Konrad-Adenauer-Allee. Wer genau hinschaut, bemerkt eine deutliche Veränderung: Die alte Erhöhung, die dort parallel zur Straße verlief, ist vollständig verschwunden. Es wurde erheblich Material bewegt.

Fernwärme, Ampeln und ein neuer Zaun
Im Hintergrund laufen weitere Maßnahmen, die das Gesamtbild vervollständigen. Die Fernwärmeleitung wird künftig bis Slippen verlängert, sobald die Straße Am Schleusenpriel fertiggestellt ist. Die neue Ampelanlage erhält ihre Steuerkabel und bekommt zeitnah ihre endgültigen Leuchten.

Den alten grünen Zaun in Höhe des Deiches an der Konrad-Adenauer-Allee ersetzt in Kürze eine anthrazitfarbene Anlage in einheitlicher Höhe, die bis zu den Glaselementen des Deichfensters reicht. "Das sieht dann schöner aus", sagt Lammers, der für diese Lösung sogar die Zustimmung des Boden- und Wasserverbands eingeholt hat. Das Wetter spielte den Bauarbeitern bislang überwiegend mit: Auch bei stärkerem Regen wurde weitergearbeitet, größere Ausfälle blieben aus.

Bis Ende 2026 muss alles stehen
Der Zeitplan ist sportlich, aber machbar. Für den Abschnitt zwischen Amtsgericht und Mittelstraße rechnet Lammers mit der Freigabe Mitte August. Danach folgen weitere Abschnitte in festgelegter Reihenfolge, jeweils so geplant, dass Anwohner und Geschäfte möglichst kurze Sperrphasen hinnehmen müssen.

Die barrierefreie Rampe am Beginn des Deichkörpers wird nicht vor den Sommerferien fertig, der Zugang zu Fuß über die Treppenanlage hingegen schon. Das Gesamtprojekt Deichband wird die Cuxhavener Innenstadt noch bis Ende 2026, möglicherweise bis Anfang 2027, begleiten. Eine Frist, die im Hintergrund läuft. Und eine Stadt, die langsam erkennt, was entsteht.

CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.