Hilfe für Jedermann: "Emma's Stadtteilbüro" in Cuxhaven wurde feierlich eröffnet
Pünktlich zum Tag der Nachbarn am 26. Mai feierten die Mitarbeiter und Helfer sowie zahlreiche Interessierte gemeinsam die Eröffnung des Tante Emma-Stadtteilbüros in der Deichstraße in Cuxhaven.
Begegnung, Hilfe, Teilhabe, Bildung - das sind nur ein paar der Angebote, die "Tante Emma" zu bieten hat. Denn: "Tante Emma" ist mehr als nur ein Einzelhandel mit außergewöhnlichen Second-Hand-Artikeln, Kunsthandwerk und Naschkram.
Das Begegnungszentrum bietet Unterstützung dort, wo sie oft zu kurz kommt. Im neuen Stadtteilbüro soll dieses vielschichtige Angebot einmal mehr erlebbar werden.
Von der Flüchtlingsinitiative zum Begegnungszentrum
Gegründet hat sich das Projekt aus einer Flüchtlingsinitiative heraus. Sven Wersien, Leiter im Bereich Soziales beim Christlichen Sozialwerk, das Träger des Begegnungszentrums ist, richtete mit vier Freiwilligen Wohnungen von Geflüchteten ein. Daraus entstand eine ehrenamtliche Beteiligung aus 30 Freiwilligen, die bis zu 170 Wohnungen und 80 Küchen einrichteten. "Dadurch, dass wir mal in den Häusern waren, bekamen wir mit, dass es dort noch ganz andere Probleme gab", erinnert sich Sven Wersien.
Mit dem Standort in der Deichstraße wählten die Verantwortlichen einen Schnittpunkt, an dem verschiedene Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen. "Das birgt Konfliktpotenzial und dadurch lernen sich die Menschen auch nicht richtig kennen", erklärt der Sozial-Leiter. "Daher wollten wir gerne ein Begegnungszentrum gründen." Mit dem "Kauf-Raum", dem "Werk-Raum", dem "Frei-Raum und dem "Digital-Raum" bietet das Begegnungszentrum den Gästen die Möglichkeit, sich in verschiedensten Bereichen auszuprobieren, zu arbeiten, zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. "Im Endeffekt geht es darum, dass Menschen teilhaben können, sich begegnen können, sich selber weiterentwickeln können und ihre Nachbarn kennenlernen. Die Menschen lernen sich hier kennen und entfliehen ihrer Einsamkeit", resümiert Sven Wersien.
Jeder ist willkommen
Als Zuständiger für die Gemeinwesenarbeit wird Jörg Flehnert in Zukunft das Stadtteilbüro besetzen, um Menschen bei ihren sozialen Anliegen und Problemen zur Seite zu stehen. Hierbei betont er, dass es nicht auf die Schwere des Problems ankomme: "Soziale Anliegen bedeuten auch, ein Problem mit seinem Nachbarn zu haben, sein Hartz IV nicht zu bekommen, ein Problem mit dem Amt oder eine Rente zu haben, die schon Mitte des Monats aus ist. Manchmal haben die Hilfesuchenden auch einfach nur keine Freunde und würden sich gerne einer Gruppe anschließen." In den verschiedenen Fällen entscheidet sich, ob Flehnert direkt helfen kann. Sonst vermittelt er an andere Einrichtungen wie Caritas oder den Paritätischen. Grundsätzlich gilt aber, dass jeder willkommen ist.
Zusätzlich gehe es nicht ausschließlich darum, Leuten kurzfristig zu helfen. "Es geht auch darum, zu gucken, was der nächste Schritt sein könnte", erzählt Flehnert. "Wenn das Problem gelöst ist, was wartet dahinter?" Jörg Flehnert kommt aus dem Kunst- und Kultur-Bereich. Dementsprechend oft finden sich diese Bereiche auch in seiner Arbeit wieder: "Kunst und Kultur überwinden Grenzen. Sie geben den Menschen ein Werkzeug in die Hand, mit dem sie sich ausprobieren und Frust rauslassen können."
Schulterschluss in Cuxhaven
Mit reichlich Besuchern und viel Austausch untereinander wurde die Eröffnung am Freitag gefeiert. Ein Passant freute sich über die Erweiterung des Begegnungszentrums: "Immer, wenn soziale Projekte hier im Kreis Cuxhaven eröffnet werden, schaue ich mir das gerne an", so Jürgen Kurth. Auch Oberbürgermeister Uwe Santjer nahm an der Eröffnung teil: "Dass so viele gekommen sind, heißt, dass wir in Cuxhaven einen Schulterschluss haben, wenn es darum geht, zu helfen."
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