Frühlingsboten an allen Ecken und Enden: Warum Cuxhaven im Jahr 2026 besonders blüht
Cuxhaven erblüht im Frühling 2026 in besonders farbenfroher Pracht. Das zeigt sich derzeit in einigen Straßen und Parks und ist nicht nur ein Gefühl. Denn dahinter steckt eine bestimmte Aktion.
Ist es Realität oder nur ein Gefühl, dass alles in diesem Jahr früher und intensiver blüht? Oder entsteht der Eindruck in der Stadt Cuxhaven einfach durch die farbenfrohe Bepflanzung an Straßenrändern, auf Plätzen und an Kreuzungen?
Auf Initiative des zuständigen Dezernats und Fachbereichs der Stadt Cuxhaven waren im Spätherbst 2025 Reviergärtner und Auszubildende ausgeschwärmt, um rund 100.000 Geophyten (Zwiebelblumen) - hauptsächlich Narzissen und Krokusse - zu pflanzen. Das Ergebnis ist jetzt besonders gut entlang der Theodor-Heuss-Allee sowie der Haydnstraße zu sehen, insbesondere in den drei Kreuzungsbereichen Drangstweg, Brockeswalder Chaussee und Feldweg.

Darüber hinaus wurden weitere 8000 Geophyten (Narzissen, Krokusse und Allium) im Altenwalder Bürgerpark, am Döser Mühlenbarg, an der Ritzbütteler Schule sowie an der Kreuzung Heinrich-Grube-Weg/Duhner Allee gesetzt. Die Pflanzarbeiten erstreckten sich über etwa eineinhalb Wochen.
In den nächsten Jhren sollen immer mehr Zwiebelblumen hinzukommen
"Vielleicht hat der oder die andere im letzten Herbst gesehen, wie die Kolleginnen und Kollegen des Grünflächenamtes bei ziemlich unangenehmen Wetterbedingungen in den Bereichen und auf den Verkehrsinseln arbeiteten. Mein Dank gilt diesen Kolleginnen und den Kollegen, die es uns Cuxhavenern ermöglicht haben, mit kräftigen Farben in den Frühling zu starten. Es ist auch zukünftig beabsichtigt, in jedem Herbst Flächen auszusuchen und zu bepflanzen, damit über die Jahre überall im Stadtgebiet diese ,Blühinseln' entstehen", erklärt Dezernent Andreas Eickmann.

"Wahrscheinlich fehlen 14 Tage in unserer Wahrnehmung"
Für ihn hat die friedliche Koexistenz von traditioneller Frühlingsbepflanzung und naturbelassenem Straßenbegleitgrün absolut eine Daseinsberechtigung. Aber auch die Natur hat gerade einiges zu bieten, um den Winter endlich hinter sich zu lassen. Anette Minners, Gartenberaterin aus Neuhaus/Oste, glaubt, dass nach langen schneereichen Wochen der Kontrast zum Frühling besonders intensiv empfunden wird: "Uns fehlen wahrscheinlich 14 Tage in unserer Wahrnehmung", sagt sie. Objektiv betrachtet kann sie allenfalls eine leichte zeitliche Abweichung erkennen.
Bienen fliegen bei einstelligen Temperaturen noch nicht aus
Am Montagmorgen (13. April 2026) war Anette Minners mit Drittklässlern der Ihlienworther Grundschule auf der Suche nach jetzt blühenden Wildkräutern wie Gundermann, Löwenzahn und Scharbockskraut. "Wir hatten dabei das Glück, zufällig auf einen Imker zu treffen, der den Kindern die großen und für Bienen besonders attraktiven Ahornblüten zeigte", berichtet sie. Noch sei es aber leider für die Bienen mit auch tagsüber anhaltenden einstelligen Temperaturen zu kalt, um sich davon wirklich zu bedienen.

Martin Kliebe, Vorsitzender des Cuxhavener Imkervereins, wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für heimische und insektenfreundliche Blumen und Gehölze, die sich auch optisch nicht vor den typischen Kultur-Frühlingspflanzen verstecken müssten: Zurzeit täten sich dabei zum Beispiel Löwenzahn, Buschwindröschen und die strahlend weiß blühende Schlehe hervor.

Umweltfreundliche Alternativen
Für alle, die sich zurzeit nach einer Frühlingsbepflanzung für den Garten umsehen, schlägt Artenvielfalt-Expertin Dr. A. Sabine Schröder-Gravendyck aus Oxstedt ein paar Alternativen vor: Die mehrjährige Echte Schlüsselblume (Primula veris) mit ihren leuchtend gelben Blüten könne anders als die üblichen Saison-Primeln mehr als schön aussehen und biete unter anderem Hummeln, Faltern oder Schmetterlingsraupen eine Nahrungsgrundlage. Das für Schatten und Halbschatten geeignete rosa und blau blühende Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) begleite Gartenfreunde über viele Jahre - und die Insekten gleich mit. Außerdem ermuntert sie, sogenannten "Unkräutern" im Garten Raum zu lassen.

Langjährige Beobachtungen werden gesammelt
Auf langjährigen Forschungen beruhende Erkenntnisse über den Beginn und die Dauer der Jahreszeiten liefern so genannte phänologische Kalender; einen davon unterhält der Deutsche Wetterdienst. Dort zeigt sich für 2026 - bezogen auf Daten aus ganz Deutschland - tatsächlich ein um einige Tage früher eingesetzter Frühlingsbeginn. Beobachtet werden dafür zum Beispiel die Haselblüte (Vorfrühling), die Forsythie (Erstfrühling) und als nächstes die Apfelblüte (Vollfrühling).
