In Cuxhaven geht's los: Jetzt werden die Bushaltestellen umgebaut
Knapp 200 Bushaltestellen zählt das Netz des Personennahverkehrs in der Stadt Cuxhaven. Doch wer auf den Bus angewiesen ist, wird schon festgestellt haben, dass die meisten davon Mängel aufweisen. Jetzt werden die Haltestellen umgebaut.
Knapp 200 Bushaltestellen zählt das Netz des Personennahverkehrs in der Stadt Cuxhaven; vollständig barrierefrei ist davon bislang keine; die am neuen ZOB am Bahnhofsvorplatz vielleicht ausgenommen. Nun gehen überall in der Stadt Umbauarbeiten los.
Basis dafür ist eine im vergangenen November im Rat verabschiedete Prioritätenliste. 18 Haltestellen wurden dabei in die höchste Kategorie 1A eingeordnet. Darunter jeweils eine aus allen Stadtteilen mit einem Ortsrat, dazu mindestens eine Haltestelle aus jeweils einem Ortsteil ohne Ortsrat (acht Haltestellen, vorgeschlagen von der Verwaltung) sowie sechs Vorschläge aus dem Beirat für Menschen mit Behinderungen.
Danach folgen noch 17 weitere Kategorien
Alle Haltestellen der Kategorie 1A werden als gleich wichtig erachtet; weitere sollen erst drankommen, wenn eine Kategorie abgearbeitet ist. Der weitere Katalog umfasst weitere Priorisierungsstufen von 1 bis 17; nicht verändert werden die 16 Haltestellen, die ausschließlich durch das Anrufsammeltaxi bedient werden. Von der Reihenfolge soll nur abgewichen werden, wenn Haltestellen von anderen Bauarbeiten betroffen sind oder andere wirtschaftliche Gründe dafür sprechen.
Wenn es nach dem Personenbeförderungsgesetz geht, hätten alle Haltestellen bereits zum 1. Januar 2022 barrierefrei ausgebaut sein müssen. Die Vorbereitungen allerdings waren zeitaufwendig: Für eine ausgedehnte Haltestellenanalyse untersuchte die Stadtverwaltung die Anzahl der jeweils verkauften Fahrkarten (ohne Dauer- oder Schülerkarten), die Anzahl der täglich möglichen Halte (vor Corona), die Anzahl der Linien pro Haltestelle, die Einwohnerdichte und Anzahl der Ferienwohnungen in der Nähe sowie die Anzahl relevanten Ziele in der Nähe wie Abfallentsorgung, Arztpraxen, Apotheken, Beherbergungsbetriebe Fähranleger, Sporthalle, Markt oder Behörden.
Beirat nahm Liste nochmal auseinander
Damit waren allerdings die Ortsräte und der Beirat für Menschen mit Behinderungen noch nicht befragt. Insbesondere letzterer kniete sich intensiv in die Materie hinein, berief eine Arbeitsgruppe ein und beleuchtete jeden einzelnen Standort. Diese intensive Arbeit wurde im Rat ausdrücklich gelobt. Die Vorschlagsliste wurde überarbeitet.
Der Ratsbeschluss im November war erforderlich, um eine Ausnahme von der sofortigen Pflicht zur vollständigen Barrierefreiheit zu erreichen. Die Prioritätenliste ist jetzt Teil des Kreis-Nahverkehrsplans. Dass die Umgestaltung kein Pappenstiel wird, war dem Rat klar, auch wenn Fördermittel aus der Landesnahverkehrsgesellschaft sowie dem Niedersächsischen Nahverkehrsgesetz (die die Stadt jährlich über den Haushalt über den Landkreis erhält) in Aussicht stehen.
Kleine Lösungen sind weiter auch denkbar
Andreas Wichmann (SPD) warnte davor, sich dabei allzu große Hoffnungen zu machen. "Ich würde gerne mehr Geld in die Hand nehmen." Enak Ferlemann (CDU) wies auf weitere Finanzquellen wie Regionalisierungsmittel oder den Verzicht auf andere Maßnahmen hin. Zu fragen sei, ob nicht außer der Reihe schon andere Haltestellen wenigstens verbessert werden könnten. Diese Möglichkeit hat die Verwaltung in der Vorlage vorgesehen, jedoch seien Umbauten nach geringerem Standard (wenigstens ein Dach und ein fester Untergrund) ausschließlich aus Stadtmitteln zu finanzieren. Angepeilt war (ohne dass es schon die Kategorie 1A gab) die Fertigstellung der Haltestellen der Kategorie 1 bis Ende 2025, die der Kategorien 2 und 3 bis Ende 2030 und aller weiterer Kategorien danach.
Was bedeutet barrierefrei eigentlich genau?
Wie ein barrierefreier Ausbau überhaupt bedeutet, ist derzeit unter anderem an der Haltestelle Vanneter Platz (vor Feuerwehr und Abendrothschule) zu betrachten. Die überdachten Haltestellen mit blauem Rahmen sind gut einsehbar. Barrierefreie Haltestellen müssen gut erreich- und erkennbar sein; ein wesentlicher Bestandteil ist die Höhe des Bordsteins, damit beim Einsteigen in den Bus möglichst wenig Höhenunterschied überbrückt werden muss. Informationen sollen möglichst nach dem "Mehr-Sinne-Prinzip" verfügbar sein, das heißt, dass beispielsweise Informationen auf Knopfdruck auch vorgelesen werden können. Profitieren sollen die gesamte Bevölkerung.
Besonders interessant für alle dürfte dabei die Einführung einer so genannten Dynamischen Fahrgastinformationsanzeige (DFI) an besonders frequentierten Haltestellen werden. Geplant ist dies als erstes für den ZOB. In Echtzeit sollen die Anzeigen die Abfahrt des nächsten Busses verkünden oder weitere Informationen vermitteln - mitsamt Vorlese-Funktion. Die im Stadtverkehr eingesetzten Busse können Echtzeitdaten bereits an einen zentralen Server übermitteln. Auch die Einbindung einer App ist angepeilt. Damit könnten die Daten auf dem eigenen Handy abgerufen werden.
An diesen Standorten soll es losgehen
Für die Kategorie 1 A wurden folgende Standorte ausgesucht (alphabetische Reihenfolge): Altenbruch: Haltestelle Kirche. Altenwalde: Franzenburg, Grundschule. Berensch-Arensch: Eschenhörn. Cuxhaven: Cuxhaven-Centrum, Helios-Klinik, Marina, Rathaus, Stadtsparkasse. Döse: Steinmarner Straße. Duhnen: Ahoi-Bad. Groden: Kirche. Holte-Spangen: Holte, Denkmal. Lüdingworth: Kirche. Sahlenburg: Kirche. Stickenbüttel: Brockeswalder Weg. Süder-Westerwisch: Wiesenkamp, Kreishaus, Siedelhof.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.