Das Maritime Sicherheitszentrum in Cuxhaven. Foto: Koppe
Das Maritime Sicherheitszentrum in Cuxhaven. Foto: Koppe
Hoher Besuch

Innenministerin Behrens und Innensenatorin Högl in Cuxhaven beim MSZ

von Redaktion | 17.08.2026

Innenministerin Behrens und Innensenatorin Högl besuchten das Maritime Sicherheitszentrum in Cuxhaven. Gemeinsam thematisierten sie die wachsenden Herausforderungen durch hybride Angriffe und die Notwendigkeit einer effektiven Drohnenabwehr.

Die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, und Bremens Innensenatorin Dr. Eva Högl haben Mitte August 2026 gemeinsam das Maritime Sicherheitszentrum (MSZ) in Cuxhaven besucht. Vor Ort machten sie sich ein Bild und informierten sich über die Anforderungen an die Arbeit des MSZ.

Außerdem nahmen beide während des Besuchs an einer Sonder-Innenministerkonferenz (IMK) zum Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig teil, die als Telefonschaltkonferenz durchgeführt wurde.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens. Foto: Schröder

Ministerin Daniela Behrens erklärt: "Hybride Angriffe zu Land, zu Wasser und aus der Luft nehmen seit Jahren zu. Der Vorfall am Flughafen Leipzig ist dabei das jüngste, aber sicher auch drastischste Beispiel für die Szenarien, mit denen wir uns in Deutschland zunehmend konfrontiert sehen. Dieser mutmaßliche hybride Anschlag zeigt: Wir müssen bei der Drohnenabwehr und der Sicherung unserer kritischen Infrastruktur besser, schneller und effektiver werden." Und die Ministerin aus dem Landkreis Cuxhaven teilt weiter mit: "Das Maritime Sicherheitszentrum zeigt sehr eindrucksvoll, was möglich ist, wenn der Bund und die Länder an einem Strang ziehen. Hier arbeiten Menschen aus mehreren Behörden des Bundes und fünf Ländern unter einem Dach zusammen, jeden Tag und rund um die Uhr. Genau diesen Ansatz wünsche ich mir auch für den Bereich der Drohnenabwehr. Der Bund muss hier deutlich mehr Verantwortung übernehmen und eine klare, koordinierende Rolle einnehmen. In Niedersachsen bauen wir unsere Fähigkeiten zur Detektion und Abwehr von Drohnen auf. Aber insbesondere, wenn es um hybride Drohnenangriffe anderer Staaten geht, werden die Mittel der Länderpolizeien allein nicht ausreichen."

Bremens Innensenatorin Dr. Eva Högl. Foto: DBT/Inga Haar

Innensenatorin Dr. Eva Högl: "Leipzig muss ein Weckruf sein. Eine Drohne mit Sprengstoff neben einem Flugzeug, das ist eine neue Stufe der Bedrohung. Sie trifft Bremen und Bremerhaven besonders. Über unsere Häfen läuft seit Jahrzehnten alles, was die Nato bewegt. Was heute einen Flughafen trifft, kann morgen einen Hafen treffen. Gefahren machen nicht an Grenzen halt, und sie kommen auch über die Küste. Genau hier setzt die Arbeit an, die wir heute im Lagezentrum gesehen haben. Verdächtige Bewegungen werden früh erkannt und eingeordnet, bevor etwas passiert. Diese Frühwarnung brauchen wir auch für unsere Häfen und den Flughafen. Deshalb muss der Bund in die Gefahrenanalyse und in die Drohnenabwehr investieren. Und wir schützen die Menschen schon heute, nicht erst im Ernstfall. Denn wer Bremerhaven schützt, schützt ein Stück europäischer Sicherheit."

Im MSZ arbeiten der Bund und die fünf Küstenländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammen. Herzstück ist das Gemeinsame Lagezentrum See. Hier laufen rund um die Uhr die Fäden von sieben Behörden zusammen, von der Bundespolizei über den Zoll bis zu den Wasserschutzpolizeien der Länder. So behalten die Fachleute die Schifffahrt an der deutschen Küste im Blick.

Beide Ministerinnen informierten sich auch über die Analyseeinheit im Lagezentrum. Sie beobachtet verdächtige Schiffsbewegungen und gleicht sie mit gemeldeten Drohnensichtungen ab. Der Anlass ist ernst: Bedrohungen auf See nehmen zu. Dazu zählt Sabotage an Pipelines und Datenkabeln. Hinzu kommen Havarien von Schiffen der russischen Schattenflotte. Die norddeutschen Innenressorts hatten daher bereits im Juli 2025 vereinbart, diese Analyseeinheit zu verstetigen.

Beim Havariekommando ließen sich Behrens und Högl zeigen, wie Bund und Länder bei großen Schadenslagen zusammenarbeiten. Das Havariekommando führt die Einsätze, wenn es auf See ernst wird, etwa bei einem Brand an Bord oder einem Unglück mit gefährlicher Ladung. (red)

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