Die Marine-Signalstation gehörte zu den Cuxhavener Wahrzeichen. Foto: CNV-Archiv
Die Marine-Signalstation gehörte zu den Cuxhavener Wahrzeichen. Foto: CNV-Archiv
Blick in die Geschichte

Jubiläen, Rekordfluten, Entschuldungshilfe: Ereignisse, die Cuxhaven bewegten

von Maren Reese-Winne | 10.01.2026

Zu Beginn des Jahres 2026 haben wir wieder einen Blick auf bedeutsame Jahrestage und Jubiläen in Cuxhaven gerichtet. Vor 100, 60 oder zehn Jahren wurden wichtige Weichen für die Stadtentwicklung gestellt. Kommen Sie mit uns auf Entdeckungsreise! 

Es ist noch nicht lange her, dass Kinder noch an Diphterie sterben mussten, eine Jahrhundertsturmflut über Sahlenburg hereinbrach oder hierzulande um Religion Krieg geführt wurde. Wann das alles war, haben wir für Sie herausgefunden.  

1526 (vor 500 Jahren); Beginn der Reformation in Hadeln und Hamburg: Am 29. September hält Magister Andreas Garding aus Lüneburg in Altenbruch die erste evangelische Predigt. 

1626 (vor 400 Jahren): 30-jähriger Krieg: Der Administrator von Magdeburg belagert im Auftrag des dänischen Königs Christian IV. das Schloss Ritzebüttel mit 800 Mann, derweil Amtmann Hans Schaffshausen beim Verlassen des Schlosses in Gefangenschaft geraten ist. Der Administrator besetzt am 28. Juli das Schloss, plündert es und nimmt am 30. Juli die Insel Neuwerk ein. Verjagt wird er erst, als Hamburg 42 bewaffnete Schiffe mit 2000 Soldaten schickt.

1826 (vor 200 Jahren): Eine Marschenfieber-Epidemie - Folge verseuchten Trinkwassers nach der Sturmflut von 1825 - befällt 50 Prozent der Einwohner: Die Bevölkerungszahl im Amt sinkt von 5367 auf 4947.

Am 23. Juni wird an der Ecke Alter Weg/Deichstraße (Nr. 43) eine neue Schule eingeweiht (J.H. Angelbeck) und am 26. November der Ritzebütteler Friedhof. Außerdem entsteht in diesem Jahr das Seebad Helgoland.

1876 (vor 150 Jahren): 17. April: erste sozialdemokratische Volksversammlung im "Landeshaus" Ritzebüttel. Am Seedeich wird ein Seefahrer-Krankenhaus errichtet, das auch pflegebedürftigen Amtseinwohnern offensteht. Glanzpunkt am Kaemmererplatz wird am 2. September Dölles Hotel (Besitzer August Dölle).

"Lebende Photografien": Als das Kino erfunden wurde

1901 (vor 125 Jahren):  22. Februar: Rüschs Hotel, Deichstraße, wird "Hohenzollernhof"; 13. März: Der zweite Teil der Abendrothstraße und die Delftstraße werden offiziell benannt. Im Deutschen Hause in der Nordersteinstraße sind die ersten "lebenden Photographien" zu erleben, also frühes Kino.

Im April startet der Bau eines zweiten Gleises auf der Strecke Cuxhaven-Stade, ab dem 1. Juni wird die Müllabfuhr obligat. Am 18. und 19. Juni hält sich Kaiser Wilhelm II. zur Kaiser-Regatta in Cuxhaven auf. Am 27. Juni eröffnet das Café Schleyer in der Deichstraße 4. Ab Juni ist es möglich, mit dem Seebäderverkehr nach Sylt und Amrum zu fahren.

Am 1. Oktober wird die Marine-Signalstation für den Schiffsmeldedienst an der Alten Liebe in Betrieb genommen und ab dem 26. Oktober versorgt der Verlag Alexander Grüter am Grünen Weg die Bevölkerung mit dem Neusten vom Tage. Die "Cuxhaven-Döser Zeitung" wurde später zur "Cuxhavener Zeitung".  Anfang Dezember ging in Döse ein eigenes Gaswerk zum Betrieb der Straßenbeleuchtung an den Start, während bereits die Verhandlungen über eine Zusammenlegung der Gemeinde Cuxhaven liefen.

Vor 120 Jahren wurde das Seehospital der Nordheim-Stiftung in Sahlenburg eröffnet. Foto: Helios

1926 (vor 100 Jahren): Nicht in der Segelsaison, sondern am 25. Januar, gründet sich die Cuxhavener Seglervereinigung.1. Gründung der SVC. Eine erste "Hilfsschul-Klasse" wird am 23. Vorläuferin der Wichernschule und am 1. April wird in Döse eine Oberbau-Klasse (Mittelschule) eingerichtet.

Am 25. Juni eröffnet eine Jugendherberge in der Poststraße, ebenfalls wird das Familien- und Freibad Kugelbake erneuert. Am 1. August geben Claus Oellerich und Walter Höpcke das neue Heimatmuseum und ein Aquarium im Alten Hafenbahnhof frei. Das neue Frauenwohnheim am Elfenweg geht am 14. November in Betrieb. Neuwerk erhält Strom durch einen bei der Schule errichteten Windgenerator.

Die 1920 in Cuxhaven stationierte 4. Küstenwehrstellung wird am 1. Oktober 1926 zur IV. Marine-Artillerie-Abteilung. Die nach dem Ersten Weltkrieg kaum demontierten Küstenbefestigungen werden wieder besetzt und bis Ende der 20er-Jahre zu den stärksten deutschen Befestigungsanlagen ausgebaut. Der Anteil der Marineangehörigen und ihrer Familien an der Gesamtbevölkerung Cuxhavens steigt wieder auf neun Prozent. Für neues Selbstbewusstsein spricht auch ein erstmals ausgerufener  Schaufensterwettbewerb.

1936 (90 Jahre): Ab dem 29. Januar gibt es vier Gemeindebezirke: Groden mit Süderwisch und Drangst, Ritzebüttel, Alt-Cuxhaven sowie Duhnen mit Stickenbüttel, Neuwerk und einem Teil Sahlenburgs. Die Nazis sitzen unterdessen fest im Sattel und erhalten bei der Reichstagswahl am 29. März 99 Prozent der Stimmen.

Zur Propaganda genutzt wird auch der Bau der Freilichtbühne im Schlossgarten durch den Reichsarbeitsdienst (Eröffnung am 30. Juni) und die Eröffnung des Döser Kurparks am 12. Juli, parallel zu den Feierlichkeiten des 120-jährigen Seebad-Jubiläums. Die Wandelhalle stürzt bereits am 18. Oktober bei einem Orkan wieder ein. Am 23. August öffnet im Grünen Weg ein Heimatmuseum. Auch die im Herbst in Cuxhaven startende  erste deutsche Walfangexpedition in die Antarktis ist Teil der Strategie der größtmöglichen Autarkie: Mit den gewonnenen Rohstoffen soll die "Fettlücke" in der Versorgung geschlossen werden. Am 22. Oktober wird Cuxhaven Nordseestützpunkt der Minensucher, was den Bau des Minensucherhafens im östlichen Amerikahafens nach sich zieht.

1946 (vor 80 Jahren) bestimmen die Folgen des gerade zu Ende gegangenen Zweiten Weltkriegs das Alltagsleben. Die Stadtbevölkerung wächst durch den Zuzug von Flüchtlingen um 25 Prozent; bis Oktober des Jahres werden 8602 Flüchtlinge gezählt. Zahlreiche Kinder strömen in die nach und nach wieder öffnenden Schulen, in denen es wie auch in den Familien an allem mangelt. Eilig werden am Brockesweg und Ackerweg (heute Wagnerstraße) Nissenhütten errichtet: 66 qm große Wellblech-Behelfsheime mit halbrundem Dach - Standardbelegung: bis zu 16 Personen. Die Duhner Badebrücke wandert als Brennstoff in die Öfen, im Wernerwald liegt kein Ästchen mehr, die Stadtbewohner stechen Torf im Moor oder klauen am  Bahnhof Bunkerkohle.

Karl Olfers, erster Cuxhavener Bürgermeister nach dem Krieg. Foto: Stadtarchiv

Nach den ersten Kommunalwahlen am 13. Oktober wird Sozialdemokrat Karl Olfers am 24. Oktober Oberbürgermeister und am 1. November wird die Stadt Teil des neu gebildeten Bundeslands Niedersachsen.   

1951 (vor 75 Jahren) findet die Döser Speeldeel ein neues Quartier in der Gorch-Fock-Schule. Nach einer fast unbeachteten Volksbefragung zum Wiederaufbau der Badeanlagen in Grimmershörn beschließt der Rat den Wiederaufbau der Seeterrassen. Am 16. August und 15. September werden in Altenwalde und Sahlenburg neue Schulen eingeweiht.

Seebäderschiff "Atlantis" von Cassen Eils. Foto: Krieschen

1956 (vor 70 Jahren) fordert die Pfingst-Segelregatta nach Helgoland im Sturm fünf Todesopfer. Am 1. Juni bringt die Reederei Cassen Eils das neue Seebäderschiff "Atlantis" der Reederei Cassen Eils in Fahrt. Die Kommunalwahl am 28. Oktober sieht die SPD vorn, OB wird wieder Karl Olfers. Im Lehfeld, im Musikerviertel und Döse entstehen neue Wohnviertel. Schmalbach ist der erste Betrieb im neuen Grodener Industriegebiet.

1966 (vor 60 Jahren) verabschiedet der Rat am 30. Januar Oberbürgermeister Olfers in einer Sondersitzung und ernennt ihn zum Ehrenbürger. Nachfolger wird Seefischmarktdirektor Heinz Diestel. Am 15. Februar geht die Herz-Jesu-Kirche, vormals Garnisonkirche, in den Besitz der katholischen Kirche über.

Die "Hanseatic" war das Lieblingsschiff der Cuxhavenerinnen und Cuxhavener. Foto: Archiv Vehrs

 Am 17. Juni kommen die Zerstörer "Rich" und "Borie" als erstes amerikanische Kriegsschiffe nach dem Zweiten Weltkrieg nach Cuxhaven. Das 150-jährige Seebad-Jubiläum wird am 16. Juni auf der "Hanseatic" gefeiert; am selben Tag wird die Kurparkhalle eingeweiht. Am 11. Juli schließen sich ein Festumzug und ein Hafenkonzert an und 21. August wird erstmals eine "Miss Nordsee"  gewählt.

Am 7. September brennt die "Hanseatic" an der Pier in New York und ist nicht zu retten. Das Tierheim an der Altenwalder Chaussee wird am 17. November eröffnet. Im Dezember fallen zwei Kinder einem Diphterie-Ausbruch zum Opfer. 1966 ist prägend für das Stadtbild, denn in Duhnen wird unter anderem die historische Goerne-Stiftung gesprengt, um Platz für das Meerwasserbrandungsbad zu schaffen und zwischen der  Alten Liebe und Grimmershörn wird der Deich verlegt. Anstelle des alten Deichs entsteht der Großparkplatz.

1976 (vor 50 Jahren) folgt auf die "Jahrhundertsturmflut" mit 10,12 Metern am 3. Januar über Pegel-Null eine zweite am 20. und 21.  Januar, die in der Wolskermarsch in Sahlenburg schwere Zerstörungen anrichtet. Der gesamte Sandstrand bis zur Kugelbake wird abgetragen und bis zum Sommer durch Aufspülung von Watt aus einer Sandentnahmestelle ersetzt. Das Baggerloch erlaubt Baden bei Niedrigwasser und eine  Düne  wird zu "Nackeduhnien" (FKK-Zone) erklärt. Am 1. Mai 1976 erscheinen erstmals die "Cuxhavener Nachrichten", am 28. Juni wird das Altenpflegeheim am Siedelhof eingeweiht, am 11. Juli der erste Krabbenfischer-Tag gefeiert und passend zum 160-jährigen Bestehen des Nordseebads (17. Juli) stellt sich ein Jahrhundertsommer ein.

Fischhalle XI: Schauplatz eines brutalen Doppelmords. Foto: Koppe

In Lüdingworth-Süderende kommen bedeutsame vorgeschichtliche Funde zutage, darunter zwei sehr gut erhaltene Großsteingräber. Im September können die Cuxhavener am Steubenhöft einen Großtanker nach dem anderen besichtigen und in Groden wird der 2. Bauabschnitts des Großklärwerks in Groden freigegeben, gefolgt von der Einweihung des Veterinäruntersuchungsamts am Neuen Fischereihafen (21. Oktober).

Das Jahr 1986 (vor 40 Jahren) ist durch Schreckensmeldungen geprägt. Bis heute nicht aufgeklärt ist der brutale Mord an Ingeborg und Gerhard K. im Neuen Fischereihafen am 22. Februar. Am 24. August 1986 wird die 19-jährige Abiturientin Irene Warnke aus Ringstedt auf dem Weg zur Diskothek "Momo" in Bederkesa niedergeschlagen. Der bislang unbekannte Täter stieß die bewusstlose junge Frau in einen Graben, wo sie starb. Der Fall gilt als letzter in der Reihe der "Disco-Morde". Das Tschernobyl-Reaktorunglück am 26. April veränderte auch das Alltagsleben der Cuxhavener Bevölkerung nachhaltig.

1996 (vor 30 Jahren) gerät bei knackigem Frost und Sturm im Neuen Fischereihafen am 23. Januar das Fangfabrikschiff "Mainz" in Brand. Wahrscheinlich brach das Feuer durch Schweißarbeiten aus. Es verbreitet sich rasend schnell. Die "Mainz" wird vollkommen zerstört.

Die "Mainz" wurde ein Raub der Flammen. Foto: Förderverein Schifffahrtsgeschichte

Auch die nächsten Tage halten die Einsatzkräfte in Atem: Am 24. Januar wird frühmorgens die Filialleiterin eines Discounters an der Grodener Chaussee überfallen. Die Täter erbeuten rund 30.000 DM. Wenige Stunden später rückt die zu einem in der Alten Marsch in Brand geratenen über 100 Jahre alten brennenden Fachwerkhaus aus.  Drei Bewohner werden leicht verletzt, zwei Katzen und ein Hund sterben in den Flammen. In der darauffolgenden Nacht geht es weiter: Im letzten Moment befreien Rettungskräfte eine 91-jährige Bewohnerin aus einer brennenden Wohnung in der Neuen Reihe. Zwei Nächte später zerstört ein Großfeuer den Dachstuhl und eine Wohnung über einer Autolackiererei am Querkamp. Im Juni stoppen über 100 Feuerwehrleute dann eine Feuerwalze in der Heide zwischen Duhnen und Sahlenburg.

Licht und Schatten im weiteren Jahr: Für seine Verdienste um die Mehrzweckumschlaganlage im Amerikahafen erhält der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder den Ehrenring der Stadt Cuxhaven (am 12. Mai 2022 wegen fehlender Distanzierung zum russischen Präsidenten Putin wieder aberkannt). Pleiten, Pech und Pannen  beim Stadtkrankenhaus-Um- und Erweiterungsbau machen ebenso Schlagzeilen wie der Ankauf der Grimmershörn-Kaserne durch die Stadt. Dr. Hans-Heinrich Eilers (SPD) löst Albrecht Harten (CDU) als Oberbürgermeister in einer schwierigen Zeit ab: Cuxhaven ist die am höchsten verschuldete Stadt Niedersachsens.

Immerhin ist sie der Band "Die Ärzte" am 28. Mai einen Auftritt im Rahmen ihrer Tour "Voodoo Lounge" wert. Nach zwölfjähriger Restaurierung wird außerdem das Schloss Ritzebüttel 1996 als "Bürgerschloss" der Öffentlichkeit übergeben.

40 Jahre CN: Aus dem Anlass gab es freie Berliner auf dem Kaemmererplatz. Foto: Reese-Winne

2001 (vor 25 Jahren) ereignet sich der Anschlag, der die Welt für immer verändert hat. Die Attentatsserie am 11. September treibt die Cuxhavener ihr Mitgefühl zu Schweigemärschen auf die Straße. Die Ereignisse erzeugen einen neuen Blick auf Gefahrenabwehr und Terrorgefahren. Das wird im Cuxhavener Hafen sichtbar, in dem nur noch wenige Abschnitte frei zugänglich sind. Nach dem Fund giftigen Parkettklebers in der Bleickenschule wird diese geschlossen in die noch aktive Altenwalder Kaserne ausgelagert, das Gebäude wird saniert. Die Eröffnung der Kita Lummerland im Lehfeld kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Stadt in ihren finanziell dunkelsten Jahren befindet, in denen die Bezirksregierung Lüneburg den Verkauf des städtischen "Tafelsilbers" fordert: Stadtwerke, Siedlung, Rathaus, Straßenbeleuchtung, Krankenhaus.

Peter Rühmkorf ist erster Preisträger des neuen Ringelnatz-Preises, die Mutter-Kind-Kurklinik Strandrobbe in Steinmarne wird eröffnet und das Traditionscafé Schleyer schließt. Ab dem 17. Dezember stehen die Menschen Schlange, um ihre Euro-Starter-Kits in Empfang zu nehmen.

2006 (vor 20 Jahren) tritt am 1. November eine "Jamaika"-Koalition an: CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen. Die Stadt befindet sich weiterhin in der Schuldenfalle. In Altenwalde ist die Ortskernsanierung mit der Bildung des neuen Geschäftszentrums abgeschlossen. Eine leidenschaftliche Diskussion um die Abgabe des städtischen Jugendamts an den Kreis endet mit der Übergabe zum 1. Januar 2007.

Das Sommermärchen Heim-WM begeistert auch Cuxhaven. Im Watt wird ein 17 Meter langer Finnwal angetrieben und die Fertigstellung des neuen Rathaustraktes wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bestürzt wird die Nachricht vom Tod von vier Seeleuten beim Untergang des Kutters "Hoheweg" aufgenommen. Am 1. August erfolgt der erster Spatenstich für den Neubau des Cuxhavener Krankenhauses, das Helios-Seehospital feiert 100-jähriges Jubiläum und das MFG 3 in Nordholz verabschiedet die Breguet Atlantic. Am 16. Juni erhält Wolf Biermann den Ringelnatz-Preis und die Beachhandball-Europameisterschaft holt 30 internationale Damen- und Herrenteams an den Strand.

2011 (vor 15 Jahren) geht der Liegeplatz 9 in Betrieb, am 18. Juni wird die neu gestaltete Schillerstraße eröffnet um im November der Neubau der Realschule bezogen. Im Februar fliegt ein falscher Arzt im Cuxhavener Krankenhaus (aufgeflogen im Februar 2011). Am plötzlich eingezäunten Alten Fischereihafen formiert sich Widerstand: Bürgerinnen und Bürger empfinden den Zaun als Symbol für den sterbenden Hafen und eine sterbende Stadt.

Einweihung des galicischen Steinkreuzes am Rathaus mit Gästen aus Spanien und Bischof Norbert Trelle. Foto: Reese-Winne

Gefeiert werden hingegen das 100-jährige Jubiläum der St. Petri-Gemeinde und die Einweihung des galicischen Steinkreuzes am Rathaus (2. April). In Altenwalde wird die Soldatenheim-Ruine abgerissen und Dr. Ulrich Getsch wird am 1. November Nachfolger von Arno Stabbert als Oberbürgermeister. Für Aufsehen sorgt am 27. Oktober der Tod eines 47-Jährigen im Kreishaus durch eine Polizeikugel.

2016  (vor zehn Jahren) gibt es Grund zur Hoffnung. Der niedersächsische Ministerpräsidenten Stephan Weil konstatiert: "Cuxhaven hat einen Lauf" und Cuxhaven wird als "Kommune des Jahres" ausgezeichnet. Parallel zum Entschuldungsvertrag mit dem Land Niedersachsen, das der Stadt im September 187,5 Millionen Euro überweist,  erlebt die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Dass sich die Blicke aus dem ganzen Norden neidvoll auf sie richten, darauf hat die Stadt lange gewartet. Dafür musste sie aber auch  erheblich Federn lassen.

Das Jubiläum "200 Jahre Seebad Cuxhaven" wird an vielen Stellen gefeiert. Zu ihrem 40-jährigen Geburtstag laden die CN die Bevölkerung am 30. April an den Kaemmererplatz ein. Am 30. September wird an der Franz-Rotter-Allee das Kinderhospiz eröffnet. Und am 23. November ist Richtfest für den Siemens-Neubau.

Doch die Grenzen zwischen Freud und Leid verschwimmen schnell: Am 3. Februar driftet der Containerriese "Indian Ocean" (440 Meter lang, 59 Meter breit) nach einem Schaden an der Ruderanlage aus dem Fahrwasser und läuft auf Grund. Am 3. August und 1. September ereignen sich Überfälle auf die Commerzbank und die Stadtsparkasse in Döse und am 4. August verstirbt nach schwerer Krankheit CN-Redaktionsleiter Hans-Christian Winters.

Kein Politiker in Niedersachsen kann so viele Stimmen auf sich vereinigen wie Uwe Santjer mit rund 8000 persönlichen Stimmen bei der Kreistagswahl. Norbert Plambeck erhält den Zuschlag für den Alten Fischereihafen und der HSV gewinnt gegen Cuxhavener Stadtauswahl mit 8:1.

Manches ist schon vergessen und anderes so präsent, als wäre es gestern gewesen; so wie alles, was heute unseren Alltag bestimmt. Aber eines ist klar: In zehn Jahren werden wir über einen außergewöhnlich schneereichen und stürmischen Start in das Jahr 2026 berichten… möge es trotz der miserablen weltpolitischen Vorzeichen ein glückliches werden.  

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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