30 gesunde Bäume gefällt: Initiative erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Cuxhaven
Die Initiative Stadtgrün erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt Cuxhaven: Ohne Bauplan und trotz gesunder Bäume wurden 30 Pappeln gefällt. Die Aktion wirft Fragen zum Umgang mit Natur und Klimaschutz auf.
Die Initiative Stadtgrün des BUND kritisiert das Vorgehen der Stadt Cuxhaven bei der Abholzung von Bäumen bei der Hermann-Allmers-Halle.
Nach der Devise "Erstmal schon das Baufeld räumen", obwohl noch gar kein Plan für die Bebauung da ist, wurden - wie am Sonnabend, 25. Januar, in den Cuxhavener Nachrichten angekündigt - bereits am darauffolgenden Montag auf dem Gelände der Hermann-Allmers-Halle alle (etwa 30) größeren Bäume gefällt, stellt die Initiative das Vorgehen dar.
Dabei handelte es sich um Pappeln mit Durchmessern bis zu 45 Zentimetern. Dadurch sei wieder ein natürlicher Lebensraum zerstört und die klimatisch ausgleichende Wirkung der Bäume beseitigt. Aus Sicht der Initiative Stadtgrün sei die Fällaktion weder zum jetzigen Zeitpunkt noch in diesem Umfang notwendig gewesen. Denn es sei gerade erst mit der Bauleitplanung für die geplante Grundschule ("Gorch-Fock-Schule"), Turnhalle und Kindergarten begonnen worden.
Es werde also mindestens noch ein Jahr, eher zwei Jahre dauern, bis mit der Baumaßnahme begonnen werden kann. Und erst, wenn die Baupläne vorliegen, könne beurteilt werden, welche Bäume den Bau behindern und gefällt werden müssten. Auch der Abriss der Herrmann-Allmers-Halle wäre durch die Pappeln nicht behindert worden, da sie weit entfernt von der Halle wuchsen.
Als Begründung für die umfassenden Fällungen wurden von der Stadt Sicherheitsschutz und potenzielle Gefährdungen genannt. Die Begutachtung der Bäume habe allerdings ergeben, dass nur wenige der gefällten Pappeln im unteren Stammbereich Fäule aufgewiesen haben und der größte Teil der Pappeln gesund gewesen sei. Eine Gefährdung, die von den Bäumen hätte ausgehen können, schätzt die Initiative Stadtgrün zumindest für die nächsten Jahre als minimal ein, zumal das Gelände weit ab von jeglichem Fußverkehr liege.

Leider komme es in Cuxhaven bei der "Vorbereitung" von Bauflächen immer wieder zu derartigen überstürzten und radikalen Fällaktionen, Jahre bevor es zur Bebauung komme, betont die Initiative. Beispiele dafür aus den vergangenen Jahren seien die "Duhner Spitze" sowie ein Gelände am Strichweg zwischen Adolfstraße und Höpkestraße gewesen, wo schon vor Jahren große Bäume gefällt worden seien und bis heute nicht gebaut wurde.
Nun habe auch die Stadt Cuxhaven auf dem Gelände der Hermann-Allmers-Halle ohne Rücksicht auf Natur und Klima gehandelt. Die von der Stadt angekündigte Ersatzbepflanzung werde erst nach Abschluss der Baumaßnahmen durchgeführt werden, was noch viele Jahre dauern würde.
Und die Ersatzpflanzen würden wiederum viele Jahre benötigen, bis sie die Ökosystemleistungen der gefällten Bäume erbringen, erklärten Gabriele Grubel und Wolfgang Drohm von der Initiative Stadtgrün. (red)
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