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Der Polizei sind bislang drei Fälle bekannt. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass es noch mehr Taten gegeben hat. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Der Polizei sind bislang drei Fälle bekannt. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass es noch mehr Taten gegeben hat. Symbolfoto: Daniel Karmann/dpa
Polizei startet Aufruf

Mehrere Überfälle auf homosexuelle Männer in Cuxhaven: Täter locken Opfer in Falle

von Redaktion | 06.05.2025 Zuletzt aktualisiert: 03.09.2026 19:24 Uhr

Ein neuer Fall von Überfällen auf homosexuelle Männer erschüttert das Cuxhavener Stadtgebiet. Die Täter nutzen Dating-Plattformen, um ihre Opfer in eine Falle zu locken. Die Polizei sucht nun nach weiteren Betroffenen.

Mehrere Überfälle auf homosexuelle Männer aus den vergangenen Monaten sind der Polizei bekannt. Sie wurden erpresst und es kam zu Körperverletzungen. Jetzt suchen die Ermittler nach weiteren Opfern.

Die Masche ist nicht neu: Die Täter verabreden sich über Dating-Plattformen mit schwulen Männern. Am vereinbarten Ort kommt es dann zum Überfall. Solche Taten ereigneten sich unter anderem bereits in Berlin, Hagen (Nordrhein-Westfalen) oder Lüneburg. Für das Cuxland dürfte es nun das erste Mal sein.

Seit Anfang des Jahres soll es zu mindestens drei Taten nach dieser Masche im Cuxhavener Stadtgebiet gekommen sein. Zumindest sind so viele Fälle der Polizei bislang bekannt. Darauf stieß sie "im Rahmen polizeilicher Ermittlungen", wie Pressesprecher Stephan Hertz bekannt gibt.

Insgesamt drei Tatverdächtige

Bei den drei Tatverdächtigen handelt es sich um zwei Jugendliche und einen Heranwachsenden aus dem Landkreis Cuxhaven. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes kann Polizeisprecher Hertz weder das Alter noch den genauen Wohnort weiter eingrenzen.

Die Gruppe soll "über Online-Datingportale gezielt Kontakt zu homosexuellen Männern" aufgenommen und sich mit ihnen zu Treffen an verschiedenen Orten verabredet haben. Die Tatorte liegen im Cuxhavener Stadtgebiet. Bei den "Treffen kam es dann zu Beleidigungen, Bedrohungen und Gewaltanwendungen", berichtet der Polizeisprecher. Die Täter hätten den Opfern Geld oder Wertgegenstände gestohlen. Auch mit Erpressen oder Raub seien sie an die Beute gelangt.

Opfer tragen Verletzungen davon

Die Folge seien Hämatome und Platzwunden bei den Opfern, beschreibt Hertz. Auch wenn der Pressesprecher es "noch nicht mit absoluter Bestimmtheit" sagen könne, geht er beim Motiv von Raub aus. Mit der sexuellen Orientierung der Opfer sollen die Taten nach ersten Erkenntnissen nichts zu tun haben.

Eines der Opfer, das nicht aus Cuxhaven stammt, hatte die Tat zur Anzeige gebracht. Weil der Mann nicht ortskundig ist, konnte er den Tatort nicht genau angeben. Er habe von den Tätern einen Standort erhalten, zu dem er sich begeben habe, so Hertz: "Es ist zu vermuten, dass es sich um eher abgelegene Orte handelt."

Erste Ermittlungen hätten nach der Anzeige ergeben, dass es "vermutlich mehr Opfer gibt". Allerdings: "Zu einigen der Taten wurden seitens der Opfer jedoch keine Strafanzeigen erstattet", so Hertz. Deshalb startet die Polizei nun einen Aufruf: "Sollten Sie Opfer einer derartigen Straftat geworden sein, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an die Polizei, eine Dienststelle in Ihrer Nähe oder nutzen Sie die Online-Anzeige der Polizei Niedersachsen."

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