Miles Davis: Jazz-Feier im Kurpark Cuxhaven-Döse entzückt Hunderte
Am strahlenden Pfingstmontag verwandelte die Jazz Combo der Deutschen Oper Berlin den Döser Kurpark in ein Open-Air-Spektakel, das Miles Davis selbst Tribut zollt. Die Magie lag nicht nur in der Musik, sondern auch in der besonderen Atmosphäre.
Der Pfingstmontag im Kurpark von Cuxhaven-Döse hätte schöner kaum sein können. Die Sonne brannte, der Himmel war weit und blau, und fast alle Plätze vor der überdachten Außenbühne waren besetzt. Mathias Christian Kosel, der künstlerische Leiter des Mare-Musik-Festivals, begrüßte die Gäste von der Bühne aus mit einem breiten Lächeln: "Schöner kann das gar nicht sein, so ein Frühstück zu begehen.”
Geburtstag einen Tag zu früh
Der Anlass war besonders. Miles Davis, einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts, hätte am Tag darauf, am 26. Mai 2026, seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die Jazz Combo der Deutschen Oper Berlin feierte ihn einen Tag früher.
Auf der Bühne standen Sebastian Krol an der Posaune, Christian Meyers an Trompete und Flügelhorn, Markus Ehrlich am Tenorsaxofon, Rolf Langhans am E-Piano, Igor Spallati am Kontrabass und Rüdiger Ruppert am Schlagzeug. Krol moderierte mit trockenem Witz durch das Programm, was dem sonnigen Nachmittag gut zu Gesicht stand.
Was diese Formation auszeichnet, ist nicht das Streben nach Virtuosität um ihrer selbst willen. Die Musiker übersetzen Miles Davis in eine eigene europäische Jazzsprache: mehr Atmosphäre als Show, mehr Klangbewusstsein als Lautstärke. Das passt zu einem Musiker, der selbst oft mit Zurückhaltung und Stille mehr sagte als andere mit vollem Einsatz.
Sechs Musiker, ein gemeinsamer Puls
Christian Meyers, der die meisten Arrangements beisteuerte, verkörperte Miles Davis mit einem warmen Trompetenklang, der besonders auf dem Flügelhorn jene schwebenden, melancholischen Farben entfaltete, die an die großen Balladen der 1960er Jahre erinnerten. Sebastian Krol an der Posaune spielte mit kontrollierter Wärme und feiner Artikulation. Markus Ehrlich am Tenorsaxofon brachte die modernste Stimme der Runde mit: harmonisch komplex, rhythmisch beweglich. Rolf Langhans schuf am E-Piano schimmernde Klangflächen. Igor Spallati am Kontrabass und Rüdiger Ruppert am Schlagzeug bildeten ein Fundament, das Raum ließ, statt ihn zu füllen.
Das erste Set bot nicht nur Miles Davis, sondern auch Stücke anderer Jazzgrößen. Mit "Just Squeeze Me” erklang ein frühes Swingstück von Davis, das seine stilistische Wandlungsfähigkeit zeigte. Wayne Shorters "One by One” fügte eine lyrische Note hinzu, bevor mit "Milestones” eines der bekanntesten Stücke von Miles Davis den Höhepunkt des ersten Sets bildete. Krol lud das Publikum augenzwinkernd ein, den Titel ins Publikum zu rufen, und freute sich, als die Antworten knapp danebenlagen. Das Publikum spendete immer wieder Applaus, manchmal mitten im Stück, weil die Soli es schlicht verlangten.
Mit diesen Klängen unter freiem Himmel und guter Musik, die direkt ins Ohr und unter die Haut ging, endete der Mare-Jazz-Frühshoppen. Dass Miles Davis am nächsten Tag hundert Jahre alt geworden wäre, machte den Nachmittag noch ein kleines bisschen spezieller


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