Miniaturwelten an der Alten Liebe in Cuxhaven: Schiffsmodellbau der Extraklasse
Das Modellbecken an der Alten Liebe in Cuxhaven zieht Modellbauer und Schaulustige aus ganz Deutschland an. Auf kleinstem Raum entstehen beeindruckende Miniaturwelten mit Schiffen, Häfen und Kränen, die bei Tag und Nacht faszinieren.
Mit dem Becken für Schiffsmodelle an der Alten Liebe hat Cuxhaven eine oft unterschätzte Attraktion, meint Harry Jacobsen aus Oldenburg, der gern extra anreist, um hier seine Schiffe zu Wasser zu lassen.
Die Auflösung des Cuxhavener Schiffsmodellbauclubs ist zwar ein Indiz für das sinkende Interesse am Thema, aber Kinder spielen mit ihren Spielzeugbooten immer wieder gern am Wasser.

Oft ist auch Helmut dort am Cuxhavener Modellbecken, der den Kleinen seine Korksegelboote leiht und so für sehr
viel Spaß und Aufregung sorgt. Der große Vorteil des Beckens ist: Ein Boot kommt immer wieder irgendwo ans Ufer und kann eingesammelt werden. Das ist bei natürlichen Gewässern selten so.

Letzte Woche gab es etwas Besonderes zu sehen: Vier Modellbauer hatten sich für den Tag verabredet und waren aus hunderten Kilometern mit Schiffsmodellen, Hafen, Kränen und Automodellen angereist. Alle Modelle waren funkferngesteuert und im bekannten Eisenbahnmaßstab 1:87.
Damit entstand eine kleine Modellwelt auf dem Wasser. Später in der Dämmerung wurden die Lichter eingeschaltet und tauchten die Szene in ein schummriges Licht. Vorbeikommende Besucher waren begeistert, schauten gern zu und hatten leichte Probleme, ihre Kinder wieder von der Szene zu lösen.

Die Modellbauer gehören einer Hobbysparte an, die sie "Mikromodellbau" nennen. Meistens werden dabei kleine Automodelle auf Funkfernsteuerung umgebaut, oft auch Schiffe, Kräne und was sich sonst noch so findet. Dazu entstehen dann kleine Landschaften, auf denen man mit den Modellen spielt. So auch an der Alten Liebe.
Zwei Häfen schwammen auf dem Wasser. Einer ohne Vorbild, der andere eine verkleinerte Nachbildung des Hafens der Insel Wangerooge. Deren Versorgungsschiffe "Harle Riff" und "Harle Gatt" waren ebenfalls auf dem Wasser. Sie wurden mit Kränen oder Gabelstaplern be- und entladen und transportierten Fracht zwischen den Häfen. Die Autofähre "Frisia VIII" dagegen übernahm den Fährverkehr zwischen den beiden Häfen im Becken. Das Original der Fähre fuhr früher die Insel Norderney an. Und so hatten von etwa 14 bis 22 Uhr die Modellbauer als auch die Zuschauer ihr Vergnügen. Cuxhaven hat mit diesem Becken einen bundesweit bekannten Anziehungspunkt. "Hoffen wir, dass es uns noch lange erhalten bleibt", so Jacobsen.
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