Sie ziehen mit Greifern und Beuteln einmal im Monat durch Cuxhaven. dabei sammeln sie Müll und machen andere Menschen auf die Problematik aufmerksam.
Sie ziehen mit Greifern und Beuteln einmal im Monat durch Cuxhaven. dabei sammeln sie Müll und machen andere Menschen auf die Problematik aufmerksam.
Umweltaktivistinnen

Warum diese Frauen in Cuxhaven freiwillig Müll aufsammeln - und was sie dabei erleben

von Wiebke Kramp | 27.03.2026

In Cuxhaven zieht eine Gruppe engagierter Frauen durch die Straßen, um die Umwelt von Müll zu befreien. Mit Greifern und Gesprächen sensibilisieren sie Passanten für einen achtsamen Umgang mit der Natur.

Sie sind Aktivistinnen und haben sich einem selbstgestellten Auftrag verschrieben, achtsam mit der Umwelt umzugehen. Einmal im Monat trifft sich eine Gruppe von Frauen für eine Stunde an einem Sonnabend an der frischen Luft. Ausgerüstet sind sie nicht nur mit wetterfester Kleidung, Handschuhen und festem Schuhwerk, sondern auch mit Beuteln und Müllpickern.

Seit drei Jahren verabreden sie sich zum Müllsammeln. Begonnen hatte alles an einem Tag der sauberen Stadt und der Erkenntnis, ein Tag im Jahr sei eigentlich viel zu wenig. Sie wollen die Öffentlichkeit aufrütteln, damit jeder selbst darauf achtet, keinen Unrat zu hinterlassen und die Umwelt aktiv zu schützen. Bis zu sieben Frauen sind es, die sich regelmäßig treffen und dem Müll ihren Kampf angesagt haben.

"Wir nehmen uns immer ein anderes Gebiet in Cuxhaven vor und sammeln dort, wo wir gesehen werden", erläutert Anne Luers, eine der Initiatorinnen, die aktiv gegen eine Vermüllung Cuxhavens kämpft und privat auch außerhalb dieses regelmäßigen Termins Kippen, Plastikteile und Papier auf ihren ausgedehnten Spaziergängen nicht liegen lassen kann.

Möchten ins Gespräch kommen

Diesmal haben sich Anne Luers, Monika Ahlrichs, Sabine Mach, Iris Griese und als Gruppenneuling Regina Sylvester vorgenommen, das leer stehende Grundstück beim Alten Fischereihafen zwischen Havenhostel und Kaufland abzusammeln. Eine traurige Fundgrube:  Dort flattert im Gebüsch und auf der Wiese etliches Weggeworfenes, von der Fruchsaftfolienverpackung über Styroporreste bis zur Schokoriegelhülle.

Während sie sammeln, möchten sie mit den Passanten ins Gespräch kommen, sie so für das Thema sensibilisieren, selbst aktiv gegen den Schmutz und den Unrat in ihrem Umfeld vorzugehen. "Das alles läuft aber ohne den erhobenen Zeigefinger", versichern sie. Es gehe darum, auf das Vermüllungsproblem aufmerksam zu machen. Von der Stadt Cuxhaven wurden ihnen für ihren ehrenamtlichen Einsatz im öffentlichen Raum die Müllgreifer zur Verfügung gestellt.

Kampf den Zigarettenkippen und Co.

Auf komplettes Unverständnis stößt bei ihnen, wenn der Dreck einfach achtlos direkt neben einem Mülleimer landet. Ein besonderes Ärgernis seien herumliegende Plastikverpackungen, Hundekotbeutel - leer wie gefüllt - sowie Zigarettenkippen mit ihren hochgradig umweltschädigenden Inhaltsstoffen. Begrüßenswert in diesem Zusammenhang fänden sie Bußgelder für weggewordene Zigarettenstummel, wie es in anderen Kommunen längst Usus sei. Wer beim Wegwerfen einer Kippe erwischt wird, zahlt beispielsweise in Hamburg 100 Euro und in Berlin sogar 120 Euro.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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