Nach gut drei Monaten Sanierung: Kinderhospiz in Cuxhaven öffnet ab Dezember
Nach der Sanierung erstrahlt das Kinderhospiz in Cuxhaven bald in neuem Glanz. Dank ehrenamtlicher Hilfe und Spenden können Kinder und Jugendliche bereits zum Dezember zurückkehren und neue Lebensfreude erfahren.
Noch ein paar Wochen, dann kann ins Kinderhospiz wieder Leben einziehen. Das Gebäude und das Außengelände an der Franz-Rotter-Allee waren seit Ende August eine einzige Baustelle. Doch nach nur drei Monaten Sanierung hoffen Vorstand, Hauptamtliche und Ehrenamtliche, dass das Christa & Cassen Eils-Haus Anfang Dezember wieder geöffnet werden kann.
Auslöser der umfangreichen Bauarbeiten waren Schäden, die auf Mängel bei der Errichtung des Gebäudes zurückgehen. Das Haus hätte entweder höher gebaut werden oder eine Drainage erhalten müssen. So konnte das Wasser nicht abfließen. Die Wände waren feucht. Über die Jahre wurde dadurch der gesamte Komplex massiv in Mitleidenschaft gezogen. Eine Möglichkeit, diejenigen, die vor zehn Jahren den Pfusch angerichtet hatten, zur Verantwortung zu ziehen, bestand nicht mehr. Also musste sich der Kinderhospizverein Cuxhaven-Bremerhaven etwas ausdenken, um die kostspielige Sanierung stemmen zu können.
Da der Verein größtenteils auf Spenden angewiesen ist, lag es nahe, auch das Bauvorhaben durch Spenden zu finanzieren. Auf der Spendenplattform "gofundme" wurde eine Fundraising-Kampagne gestartet. Bis heute sind dort 871 Spenden mit einer Summe in Höhe von mehr als 47.000 Euro eingegangen. Hinzu kommen weitere direkte Spenden.
Handwerker verrichten ehrenamtliche Arbeit
Doch den bedeutendsten Anteil daran, dass die Sanierung des Kinderhospiz-Hauses vorangeht, haben mehrere Handwerksfirmen, die hier ehrenamtlich ihre Arbeit leisten, selbst am Wochenende steht die Baustelle nicht still. "Die Drainage ist fertig, auch die Innenarbeiten kommen gut voran. Jetzt stehen noch einmal umfangreiche Malerarbeiten an. Wir sind den Handwerksfirmen und freiwilligen Helferinnen und Helfern aber auch den vielen Spenderinnen und Spendern außerordentlich dankbar für ihr tolles Engagement", sagt Azize Subasic, 1. Vorsitzende des Kinderhospizvereins. Das tatkräftige unentgeltliche Anpacken auf der Baustelle ist tatsächlich Gold wert, weil es das knappe Budget des Kinderhospizvereins stark entlastet und die Finanzierung der Baumaßnahme absichert.
Währenddessen ist ein Baucontainer auf dem Gelände vorübergehend zum Arbeitsplatz für die hauptamtlichen Koordinatorinnen Martina Willner (Leitung), Carmen Bicker und Stina Berndt geworden. Natürlich konnten während der Bauarbeiten keine Kinder und Jugendlichen in das Hospiz kommen. Untätig blieben die Mitarbeiterinnen dennoch nicht. Es gab immer genug zu tun.
Mit der Wiedereröffnung des Hospizes bereits in rund einem Monat steht auch schon ein weiterer Höhepunkt ins Haus, nämlich die Weihnachtsfeier am 11. Dezember, die die Kinder und Jugendlichen, aber auch die vielen Ehrenamtlichen die Zeit vergessen lassen könnte, in der sie die Angebote nicht nutzen konnten und keine beziehungsweise nur sehr eingeschränkte Betreuung stattfinden konnte.
Lebensfreude schenken und Entlastung verschaffen
Sinn der Einrichtung ist es, den Kindern und Jugendlichen, die hierherkommen, Leben und Lebensfreude zu schenken und zugleich den Eltern in ihrem komplizierten Alltag etwas Entlastung und Zeit zu verschaffen. Das Kinderhospiz betreut Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen, die lebensverkürzend sein können, bis zum 27. Lebensjahr ambulant. Dass für diese Betreuung ein eigenes Haus zur Verfügung steht, verdankt der vor 25 Jahren gegründete Verein der Stiftung Cassen Eils, die den Bau finanziert hat - in dieser Form bundesweit einmalig. Ein Segen, der aufgrund der baulichen Unzulänglichkeiten zwischenzeitlich aber auch zum Fluch geworden ist.
Aber ab Dezember soll der Betrieb in gewohnter Form wieder aufgenommen werden. Der beinhaltet zwei Betreuungstage pro Woche am Mittwoch und am Freitag. Hinzu kommt eine Ferienbetreuung über insgesamt vier Wochen pro Jahr in den Oster-, Herbst- und Sommerferien. Neben den hauptamtlich Tätigen und den drei ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern Azize Subasic, Katrin Ujvari und Franziska Schwedler sorgen rund 50 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer für den reibungslosen Ablauf im Kinderhospiz. Sie wurden in 120 Schulungsstunden auf ihre Aufgabe vorbereitet.






CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.