Umstrittenes Bauprojekt in Cuxhaven genehmigt - Brandmauer erhitzt weiter die Gemüter
Ein Bauprojekt entzweit die Cuxhavener Bürger, doch die Bagger rollen bereits. Wird die umstrittene Brandmauer zur ungeliebten Nachbarschaft oder gelingt noch eine ästhetische Lösung?
Es war eine knappe Mitteilung, nüchtern vorgetragen, fast beiläufig. Sebastian Post von der städtischen Bauverwaltung informierte den Bauausschuss am Montag in wenigen Sätzen: Das Bauvorhaben an der Prinzessinnentrift sei in der vergangenen Woche endgültig baugenehmigt worden.
Dieser Moment ist ein Wendepunkt in einem Konflikt, der die Cuxhavener Stadtgesellschaft seit vielen Monaten beschäftigt. Der Investor, die Bremerhavener PG Projektgesellschaft mbH von Stefan Polzin und Özgur Gezer, hat nicht gewartet. Die Pfahlgründung auf dem Grundstück Prinzessinnentrift 13 bis 14 im Stadtteil Grimmershörn hat bereits begonnen, nachdem vor kurzer Zeit, eine Teilbaugenehmigung erteilt wurde, wie unser Medienhaus berichtete.
Investor: Baurecht ist Baurecht
Stefan Polzin, der sich im September noch über einseitige Berichterstattung beschwert hatte, gibt sich nach der Genehmigung gelassen. Der lange Weg durch das Verfahren hat das Projekt zwar verändert, das Bauvolumen wurde reduziert, die Auflagen seien umfangreich und die Kosten gestiegen, aber grundsätzlich blieb es erhalten. Polzin vergleicht den Aufwand mit dem Berliner Hauptstadtflughafen, nicht ohne Ironie.

Einen Klageerfolg der Interessengemeinschaft, die Widerspruch eingelegt und rechtliche Schritte angekündigt hat, sieht er nicht. "Zur Klarstellung: Es besteht Baurecht", schreibt er. Jeder Betroffene habe im Zuge der damaligen Bebauungsplanung die Möglichkeit gehabt, Einspruch zu erheben. Mit einer Bauzeit von bis zu 19 Monaten rechnet Polzin mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2028.
Auf der Baustelle sollen ausschließlich Unternehmen aus der Region zum Einsatz kommen, darunter die Firmen Fredrich aus Bremerhaven, Plambeck aus Cuxhaven und die Bauunternehmung Gezer. Den späteren Betrieb der 27 Ferienwohnungen wollen Cuxhavener Unternehmen übernehmen, die bereits andere Ferienwohnkomplexe in Duhnen und Döse verwalten.

Die kahle Wand bleibt ein Thema
Auch im Bauausschuss blieb die Frage nicht unausgesprochen, die viele Anwohner seit Monaten umtreibt: Was ist mit der fensterlosen Brandmauer, die sich über nahezu die gesamte Nachbargrundstücksbreite erstrecken soll? Bauausschussvorsitzender Enak Ferlemann fragte Sebastian Post direkt, ob es nicht wenigstens eine optische Verbesserung dieser kahlen Betonwand geben könne. Post räumte ein, er habe es versucht, aber ohne rechtliche Handhabe fehle der Verwaltung das Druckmittel.
Polzin seinerseits schreibt, ein Dialog mit der Nachbarschaft sei früh angeboten worden, jedoch kaum angenommen. Eine spätere Versammlung mit seiner Beteiligung habe ein Gesprächsniveau gezeigt, das eine Fortführung nicht sinnstiftend erscheinen ließ.
Mit Blick auf die Überregulierung im deutschen Bauwesen findet Stefan Polzin deutliche Worte: Steigende Baukosten hingen unmittelbar mit überbordenden Auflagen zusammen. Kleine Verzögerungen im Genehmigungsweg könnten schnell Zehntausende Euro kosten. Den politischen Ansatz des sogenannten "Gebäudetyps E" quittiert er mit einem klaren Satz: "Darüber können wir jedenfalls nur lachen."
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