Neues Stadtteilbüro will Menschen im Viertel Alt-Cuxhaven sichtbar machen
"Was braucht diese Nachbarschaft?" - dieser Gedanke bewegt Jason Frost, Gemeinwesenarbeiter im Begegnungszentrum "Tante Emma", seit der Eröffnung des neuen Stadtteilbüros in der Deichstraße in Cuxhaven.
Jeden Dienstag steht seit dem 21. November von 11 bis 15 Uhr die Tür des neuen Stadtteilbüros offen, um das zu klären - offen für Gespräche, Austausch, Hilfsangebote und Anregungen für den Stadtteil Alt-Cuxhaven (Lotsenviertel und umzu).
"Wir wollen die Leute sehen, sie sollen nicht unsichtbar durch die Stadt laufen", so Jason Frost. Er geht noch weiter: "Das Büro gehört der Nachbarschaft", sagt er sinnbildlich.
Es kann um persönliche Themen gehen oder um Verbesserungsvorschläge für das Viertel. Nach Ansicht von Jason Frost und Sven Wersien gibt es da noch einigen Bedarf. Vor allem wünschten sich die Menschen Orte zum Ausruhen, Treffen und Plaudern wie Sitzbänke oder Spielplätze. Das Projekt "Deichband" (Umgestaltung der Deichstraße) könnte da einiges in Gang setzen.
Viele wollen mitwirken und könnten das auch
Besonders spannend finden beide das Ziel der Selbstaktivierung: Wer mitgestalte - viele könnten dazu tolle Beiträge leisten - gehe auch mit einer ganz anderen Wertschätzung durch seine Nachbarschaft. Jason Frost möchte dabei als Moderator ermutigen und vernetzen.
Auch Gruppen sind angesprochen. Jason Frost ("wir wollen ihnen eine Stimme geben") schwärmt vom bei Tante Emma entstandenen afrikanischen Runden Tisch: "Manche sind schon seit Jahren in Deutschland, wollen sich einbringen und wünschen sich die Integration in die Gesellschaft." Doch dafür sei selbst die Einbürgerung noch lange kein Garant.
Eine ganz natürliche Begegnung wünschen sich Jason Frost und Sven Wersien vom christlichen Sozialwerk Cuxhaven auch für den Laden "Tante Emma". Hier gibt es zum Einkaufsbummel im Kaufraum gleich das Gespräch gratis dazu, wenn den Kundinnen und Kunden danach ist.
An neue Herausforderungen heranwagen
Das Angebot im Begegnungszentrum verlocke dazu, Fähigkeiten wieder hervorzuholen oder neu zu entdecken oder sich endlich an neue Herausforderungen heranzuwagen, etwa im Digital- oder dem Werkraum. Weitere Säule ist der Freiraum (Versammlung, Büro- und Co-Working-Flächen, also Platz zum Arbeiten). Das Wort "Raum" wird dabei wegen seiner Doppeldeutigkeit hervorgehoben.
"Hier wird man gesehen", diese Devise gibt die Crew des Begegnungszentrums auch für die zweite Auflage der Veranstaltung "Tante Emmas Weihnachtsstraße" aus. Am Sonnabend und Sonntag, 9. und 10. Dezember, 12 bis 19 Uhr (am Sonntag eine Stunde kürzer) soll die Mischung aus Beleuchtung, Musik, Tombola und Verkaufsständen Menschen zusammenbringen. Beteiligt sind dabei auch diverse andere soziale Institutionen.
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