Neuwerk: Turmsanierung und archäologische Grabungen starten
Ein Millionenprojekt: Der Turm auf Neuwerk wird umfassend saniert und restauriert. Übers Watt mit Treckern und per Schiff gelangt das Material zur Insel. Zudem geben archäologische Untersuchungen neue Einblicke in die mittelalterliche Geschichte.

Auf Neuwerk sind die Bauarbeiten am Turm-Denkmal angelaufen. Dieser rostrote viereckige Backsteinbau atmet maritime Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Der Turm ist der älteste Profanbau der Freien und Hansestadt Hamburg. Seit 1310 prägt dieser Wehr- und Leuchtturm in der Elbmündung die zu Hamburg gehörende Nordseeinsel im Wattenmeer. Das geschichtlich wertvolle Wahrzeichen wird nun grundlegend und umfassend saniert. Mehr noch: Aufschluss über das historische Erbe sollen umfangreiche archäologische Untersuchungen auf der Turmwurt geben.
Nach den Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten kehrt ins alte Gemäuer absehbar wieder neues Leben ein. Der Turm wird wieder als Hotel und Gastronomiebetrieb genutzt. Bis 2028 sollen die umfangreichen Arbeiten abgeschlossen sein, so Imme Mäder, Pressesprecherin der Freien und Hansestadt Hamburg. Ein Jahr nach Beantragung
Die Pressesprecherin teilte auf Nachfrage von cnv-medien.de mit: "Nach einer umfangreichen Planungs- und Genehmigungsphase hat die aktive Bauphase Anfang April 2026 begonnen. Seitdem werden Materialien und Maschinen sowohl über das Watt als auch per Schiff auf die Insel transportiert, um die Baustelleneinrichtung vorzubereiten und das Gerüst aufzubauen."
Die mit der Fassadensanierung beauftragte Firma habe bereits eine detaillierte Kartierung der vorhandenen Risse vorgenommen, die nun systematisch dokumentiert werde. In enger Abstimmung mit der Bauleitung, den Restauratorinnen sowie der Denkmalpflege werde das weitere Vorgehen präzise geplant. Der offizielle Baustart soll am 22. Mai erfolgen. Die eigentliche Sanierung der Fassade, die zentrale restauratorische Maßnahme, beginne im Juni.
Neue Erkenntnisse zur Entstehung der Turmwurt
Die besondere Geschichte von Neuwerk als Vorposten Hamburgs in der Elbmündung gerät in den nächsten Monaten in den besonderen Fokus der Wissenschaft. Archäologen richten ihr Augenmerk auf die Turmwurt, die als eingetragenes Bodendenkmal besonderen Schutz genießt. Vor jeglichen baulichen Eingriffen sollen archäologische Grabungen vorgenommen werden. Diese vom Archäologischen Museum Hamburg geleiteten Untersuchungen seien von Juni bis September vorgesehen. Imme Mäder: "Ziel dieser Ausgrabungen ist es, neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung der mittelalterlichen Turmwurt sowie der Turmgründung zu gewinnen. Das Areal ist von hoher archäologischer Bedeutung, da es das älteste noch erhaltene Bauwerk der Freien und Hansestadt Hamburg darstellt und wichtige Einblicke in die Geschichte der Elbmündungssicherung und mittelalterlichen Wehrarchitektur verspricht."
Dabei gehe es bei den wissenschaftlichen Untersuchungen nicht nur um die Rekonstruktion der Vergangenheit, sondern auch um die Bewahrung der kulturellen Identität der Insel. Im Fokus stehe zudem die Förderung des Besucherinteresses an der historischen Bedeutung des Leuchtturms.
Die weiteren Gewerke werden schrittweise vergeben, da die logistischen Rahmenbedingungen auf der Insel und innerhalb des Turms eine gleichzeitige Durchführung mehrerer Arbeiten nur begrenzt zulassen.
23,55-Millionen-Euro-Projekt
Der Baubeginn sei planmäßig verlaufen. Mit der Fertigstellung und der Inbetriebnahme des sanierten Leuchtturms rechnet die Stadt Hamburg im Jahr 2028. Die Investitionen für das Vorhaben belaufen sich der Sprecherin zufolge auf etwas über 20 Millionen Euro. Darin enthalten sei eine Bundesförderung in Höhe von 3,55 Millionen Euro. Obwohl die endgültige Bewilligung der Fördermittel noch ausstehe, sei durch den Baubeauftragten für Kultur und Medien ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn genehmigt worden, sodass die Arbeiten bereits aufgenommen werden konnten.
Turm-Geschichte in Kürze
Diese dicken Backsteinmauern atmen Geschichten. Am 14. April 1286 erhielt Hamburg das Recht, auf Neuwerk einen Turm als Seezeichen und als Vorposten gegen See- und Strandräuber zu errichten, Das Gebäude in der Elbmündung 1310 fertiggestellt, brannte 1372 in großen Teilen ab und schließlich neu errichtet. In den zurückliegenden 700 Jahren kam es zu verschiedenen Nutzungen. Nachweislich ab 1648 diente er auch als Leuchtturm - und ist damit der älteste an der deutschen Nordseeküste. Über die Jahrhunderte wurde einiges an- und ausgebaut. Mehrfach diente er den Insulanern bei Sturmfluten als Zufluchtsstätte. Seit 1925 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz. Der Leuchtturm verfügt in circa 40 Metern Höhe über eine Aussichtsplattform, die Besucher über 138 Treppenstufen erreichen können


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