Das weit verbreitete Sturmgeschütz (Stug) III wurde in mehreren Varianten für die Wehrmacht gebaut. Für das in Nordholz aufgetauchte Objekt wird nun ein Museum oder eine Sammlung gesucht. Foto: gemeinfrei
Das weit verbreitete Sturmgeschütz (Stug) III wurde in mehreren Varianten für die Wehrmacht gebaut. Für das in Nordholz aufgetauchte Objekt wird nun ein Museum oder eine Sammlung gesucht. Foto: gemeinfrei
Warum es kein Panzer ist 

Spektakulärer Fund aus der NS-Zeit in Nordholz: Ein Museum wird schon gesucht

von Maren Reese-Winne | 16.05.2026

Das auf dem Nordholzer Fliegerhorst (Kreis Cuxhaven) ans Licht gekommene Stug III (Sturmgeschütz III) aus dem Bestand der deutschen Wehrmacht soll geborgen und an ein Museum weitergegeben werden. Dafür braucht es zunächst aber einen anderen Schritt.

Technisch gesehen ist es kein Panzer, sondern ein Sturmgeschütz (Stug III), das Ende April 2026 auf dem Gelände des Nordholzer Marinefliegerhorsts tief im Erdreich gefunden wurde; ein Zeugnis des Kriegsendes im Elbe-Weser-Dreieck vor 81 Jahren. Zu erfahren war dies für cnv-medien.de von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). 

Der wesentliche Unterschied zu einem Panzer bestehe darin, dass ein Sturmgeschütz nicht über einen drehbaren Turm verfüge. Es sei zudem deutlich kleiner als ein Gefechtspanzer, heißt es in der Antwort an die CNV-Medien-Redaktion.

Warum die BImA hier zuständig ist

Die Zuständigkeit der BImA (als Vertreterin der Bundesrepublik Deutschland) im Zusammenhang mit ehemaligem beweglichen Reichsvermögen liegt in Artikel 134 Grundgesetz begründet: Ihm gemäß wird das Vermögen des Deutschen Reiches grundsätzlich Bundesvermögen - gemeint ist damit jegliches Vermögen seit der Reichsgründung 1871 sowie in Verlust geratenes früher reichseigenes Kriegsgerät. Die Aufgabe der bundesweiten Verwaltung und Verwertung des ehemaligen beweglichen Reichsvermögens, heutiges Bundesvermögen, sei daher seit Gründung der BImA im Jahr 2005 an der Direktion Koblenz, Hauptstelle Verwaltungsaufgaben, konzentriert, so die Erklärung.

Im Internet kursieren die Bilder der Fundstelle bereits in zahlreichen sozialen Netzwerken und Foren. Sie sollen echt sein. Foto: Reese-Winne

Verschiedene Behörden müssen beteiligt werden

Die Behörde hat sich eines Fragenkatalogs aus unserem Medienhaus (CNV-Medien, Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung) angenommen. Demnach wurde das Sturmgeschütz Ende April 2026 im Rahmen von Arbeiten zur Untersuchung auf Kampfmittelfreiheit in einem Teil der Liegenschaft entdeckt, in dem für die Bundeswehr  gebaut werden soll. Eingebunden sei somit die Bundeswehr als Bauherrin und Liegenschaftsnutzerin. Sollte das Sturmgeschütz geborgen werden, sei vorab eine Bergungsgenehmigung der BImA erforderlich.

Voraussetzung hierfür sei üblicherweise die Einbindung der zuständigen Umweltschutzbehörden und des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, welches die denkmalschutzrechtliche Grabungsgenehmigung erteile. Die manchmal ebenfalls erforderliche Beteiligung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, verbunden mit der Beauftragung einer Umbettung, sei in diesem Fall nicht notwendig.

Sturmgeschütz befindet sich in einem guten Zustand

Der Zustand des Sturmgeschützes könne tatsächlich (wie auch in den sozialen Medien und Militärforen berichtet) nach derzeitigem Kenntnisstand als gut bezeichnet werden. Was den guten Erhalt begünstigt haben mag (Beschaffung des Bodens oder ähnliche Faktoren), dazu lagen der Behörde noch keine Informationen vor. Auch zu einer möglichen wissenschaftlichen Betrachtung konnte sie noch keine Aussage treffen; ebensowenig darüber, wie und aus welchen Gründen das Geschütz an den Fundort gelangt sein mag.

Um ein solches oder ähnliches Fahrzeug handelt es sich (das Stug III wurde in mehreren Varianten erbaut): Ein von der US-Army erbeuteter deutscher Stug III-Panzer mit amerikanischen Hoheitszeichen. Foto: gemeinfrei

Lieber in eine Einrichtung der öffentlichen Hand

Das Gerät solle nach Möglichkeit geborgen und einem Museum oder einer Sammlung mit entsprechendem Sammlungsschwerpunkt zur Verfügung gestellt werden; eine Interessensabfrage bei geeigneten Museen und Sammlungen habe die BImA bereits gestartet, hieß es auf CN/NEZ-Anfrage. Im Rahmen der Vergabe würden Einrichtungen des Bundes beziehungsweise der öffentlichen Hand bevorzugt berücksichtigt. Der Auswahl- und Abstimmungsprozess sei noch nicht abgeschlossen.

Keine Jagd auf Kriegsgerät geplant

Auf die Frage, ob nun hier oder an anderen Stellen des Fliegerhorsts oder in der Nähe nach weiteren Objekten gesucht wird oder eine Kartierung vorgesehen ist, antwortete eine BImA-Sprecherin: "Der Bund ist grundsätzlich an einer Bergung von früherem reichseigenen Kriegsgerät nicht interessiert." Sollten im Rahmen der Kampfmittelsuche in Nordholz weitere Objekte auftauchen, werde jeder Fall einzeln betrachtet. Eine aktive Suche nach ähnlichen Objekten finde nicht statt.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Maren Reese-Winne
Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Ausstellung im Aeronauticum

Mit Geschick und viel Liebe zum Detail: BMC feiert 50-jähriges Bestehen in Nordholz

Der Bremer Modellbau-Club (BMC) feierte sein 50-jähriges Bestehen im Aeronauticum. Rund 80 Aussteller aus Deutschland und den Niederlanden zeigten in Nordholz Modelle aller Sparten.

Sensationsfund

Über 80 Jahre im Boden: Nordholzer Sturmgeschütz hat sein neues Zuhause erreicht

von Maren Reese-Winne

Ein spektakulärer Fund aus dem Zweiten Weltkrieg hat seine Reise beendet: Das Nordholzer Sturmgeschütz ist sicher an seinem neuen Standort angekommen. Dort beginnt für das mehr als 80 Jahre alte Relikt nun ein neues Kapitel.

Auffahrunfall auf K14

Unfall in der Wurster Nordseeküste: Zwei Autos müssen abgeschleppt werden

Eine 19-Jährige hat auf der K14 in der Wurster Nordseeküste offenbar zu spät auf den vorausfahrenden Verkehr reagiert. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem eine 23-Jährige leicht verletzt wurde. Beide Autos mussten abgeschleppt werden.

Nächtliche Spritztour

Jugendliche entwenden Auto des Vaters - Fahrt im Kreis Cuxhaven endet im Graben

von Redaktion

Nächtliche Spritztour mit Folgen: Zwei Jugendliche aus Dorum haben nach Angaben der Polizei Cuxhaven den Autoschlüssel ihres Vaters entwendet und sind mit dessen Citroën losgefahren. Die Fahrt endete in einem Graben.