Ordensschwestern in St. Willehad/Cuxhaven begrüßten vor 70 Jahren die ersten Kinder
Seit 70 Jahren ist St. Willehad ein Ort der Gemeinschaft und Völkerverständigung. Nachdem die einstige Kapelle profaniert wurde und das Spanische Zentrum abgerissen wurde, hält die Kita St. Willehad in Cuxhaven Tradition und Erinnerung wach.
Rund 300 Personen feierten vor wenigen Tagen in der katholischen Kindertagesstätte St. Willehad das 40-jährige Bestehen der Kita und gleichzeitig 70 Jahre St. Willehad. Dieser religiöse und gesellschaftliche Treffpunkt bildete einen ganz wesentlichen Bestandteil in der Zuwanderergeschichte Cuxhavens.
1955 kaufte die katholische Kirchengemeinde das Meyn'sche Wesen an der Grodener Chaussee neben der Ritzebütteler Schule. In das heute noch ins Auge fallende "gelbe Haus" zogen am 5. April 1956 die ersten beiden Missionsschwestern "vom heiligen Namen Mariens" ein. Fast umgehend nahmen sie die Kinderbetreuung auf. Noch im selben Jahr entstand in der umgebauten benachbarten Scheune eine winzige Kapelle.


Anwerbeverträge holten Gastarbeiterfamilien in die Stadt
Zwei Jahre später hoben die Schwestern - inzwischen zu viert - den Kindergarten in ihrem Hause aus der Taufe: Die ersten Gastarbeiter in der Fischindustrie brauchten dringend eine Betreuung für ihre Kinder. Durch Anwerbeverträge kamen laufend neue Arbeitskräfte nach Cuxhaven, viele von ihnen aus Spanien. Nach der Gründung des Spanischen Zentrums in der früheren Scheune im Jahr 1967 wurde der Dachboden zu einer Kapelle ausgebaut. Am 25. August 1967 wurde diese feierlich eingeweiht.

Wachstum und Abschied wechselten sich ab
Nächster großer Schritt war die Errichtung einer modernen Kindertagesstätte hinter dem Spanischen Zentrum; vor gut zehn Jahren kam ein Krippenanbau dazu. Dieses Wachstum wurde jedoch flankiert durch den Abschied von der St. Willehad-Kapelle. Sie wurde im Oktober 2011 profaniert; das heißt, sie erfüllte danach keinen kirchlichen Zweck mehr. Gleichzeitig galt es, Abschied von der letzten Ordensschwester, Schwester Verona, zu nehmen, die 16 Jahre lang in der Gemeinde tätig gewesen war. Im Sommer 2023 schließlich wurde das Spanische Zentrum mit der früheren Kapelle abgerissen.

Türgriffe bleiben als Andenken erhalten
Ein wesentliches Detail aus dem vertrauten Gebäude spielte eine wichtige Rolle bei der Jubiläumsfeier in der Kita. Klemens Becher hatten die geliebten Türgriffe - in Fischform gestaltet - aufbewahrt. Sie bleiben nun als Geschenk und Andenken in der Kita St. Willehad. Eine Einrichtung, in der alle willkommen seien, wie Leiterin Barbara Itgen betonte.

13 Nationen gehören zur Kita-Gemeinschaft. "Wir waren immer ein offenes Haus. Alle sind uns herzlich willkommen. Integration funktioniert bei uns in allen Bereichen", unterstrich Barbara Itgen. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, denen ihr herzlicher Dank galt, äußere sich durch eine langjährige Treue.
Auch etablierte Einrichtungen brauchen Unterstützung
Damit auch die Unterstützung von außen funktioniert, nutzte sie bei der Feier in großer Runde die Gelegenheit, darauf hinzuweisen, dass nicht nur Kita-Neubauten, sondern auch die etablierten Einrichtungen die Aufmerksamkeit - und finanzielle Ausstattung - durch Politik und Verwaltung benötigten. Ganz konkretes Beispiel sei die Küche ihrer Einrichtung, die 40 Jahre nach dem Neubau dringend erneuert gehöre.

Gäste aus der Stadt Cuxhaven - allen voran Oberbürgermeister Uwe Santjer (selbst einmal stellvertretender Leiter dieser Einrichtung), der katholischen Kirchengemeinde St. Marien und der Caritas, Freunde, Sponsoren und Ehemalige begannen die Feier mit einem Wortgottesdienst unter freiem Himmel, bevor gemeinsam mit der portugiesischen Folkloregruppe getanzt und das Grill- und Kuchenbuffet mit der imposanten Geburtstagstorte geplündert wurde. Als ehrliche Anerkennung empfand das Team eine durch die Stadt überreichte Urkunde.


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