Planer vom WSA Cuxhaven legen die Karten auf den Tisch
Im Ausschuss fürt Wirtschaft, Häfen und Tourismus stellte die Schifffahrtsverwaltung ihre Konzeptplanung für den Bereich Fährhafen vor.
In der Bevölkerung war zuletzt sehr emotional über den geplanten Versorgungshafen diskutiert worden. Erläuterungen, die das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Elbe-Nordsee am Donnerstag in einer Ausschusssitzung abgab, trugen ein Stück weit zur Versachlichung bei: Unter dem Tagesordnungspunkt "Beabsichtigte Nutzung des Fährhafens" nannten Vertreter des Vorhabensträgers Zahlen und Fakten.
Es gab eine Planskizze, darüber hinaus zeigten Projektleiter Alexander Isheim und Marcel Thies, WSA-Fachbereichsleiter Schifffahrt, eine Reihe Computer-generierter Gebäudeansichten. Greifbarer zu machen, wie der künftige Versorgungshafen aussehen könnte, war das Ziel dieser Präsentation. Wie berichtet erschöpft sich das Vorhaben nicht allein in einem Anleger, der für ein Nachfolgemodell des vom Bund bereederten Mehrzweckschiffs "Neuwerk" gedacht ist. Es geht darüber hinaus um mehrere Gebäude, die als begleitende Infrastruktur auf einer noch zu schaffenden, in den Fährhafen hineinragenden Landfläche entstehen. Polarisierend wirkten dabei vor allem die kolportierten Höhenangaben. Sie bezogen sich unter anderem auf Pläne für eine vom WSA benötigte Halle: Als größter Baukörper soll jene in etwas zurückgesetzter Lage an der Längsseite gebaut werden.
In Fragen der Höhe laut WSA wenig Spielraum
Im Ausschuss für Wirtschaft, Häfen und Tourismus ging Isheim detailliert auf dieses Reizthema ein: Ein Steinquerdamm, der die Bucht vom Fährhafen trennt, müsse mit Blick auf den Flutschutz erhöht werden. Parallel dazu wird auf der Hafenseite in die Breite gearbeitet; auf diese Weise würde ein 30 Meter breites und zehn Meter über Normalnull liegendes Plateau entstehen: Basis für besagte Halle, die mit einer Gesamthöhe von 20 Metern über ein Obergeschoss mit Büro- und Sozialräumen verfügt.
In puncto Abmessungen gebe es nicht allzu viel Spielraum, betonte Isheim auf Nachfrage von Ausschussmitglied Thomas Brunken (CDU) - sei doch allein durch die vom WSA gewarteten Fahrwasser-Tonnen eine gewisse Gebäudehöhe vorprogrammiert. Der geplante Trakt soll trotzdem nicht als schnöder Zweckbau daherkommen. Dem Projektleiter zufolge orientiert sich die Fassadengestaltung an der Architektur der historischen Fischhallen.
Bedenken nicht komplett ausgeräumt
Eine offene Gebäudestruktur, klassizistisch anmutende Walmdächer und die Zusicherung, dass sich mit einer gewissen Lärmemission verbundene Arbeiten im späteren Betrieb im hinteren (also dem Richtung Elbe gelegenen) Bereich der Mole vollziehen sollen - all das konnte Bedenken nicht vollständig ausräumen: CDU-Ratsfrau Beatrice Lohmann reagierte beunruhigt auf die Vorstellung, dass der auf zehn Meter aufgestockte Damm höher werden würde als der in der Grimmershörnbucht vorhandene Deich. Peter Altenburg (Die Cuxhavener) wies auf einen "Bauchklatscher" hin, den sich die Schifffahrtsverwaltung des Bundes bei der letzten Elbvertiefung geleistet habe. Vorsichtshalber fragte er deshalb nach einem Planfeststellungsverfahren, das laut WSA in jedem Fall stattfinden soll.
SPD-Ratsherr Volker Kosch begrüßte, dass die Baumaßnahme innerhalb des bestehenden Fährhafens vollzogen werden soll. "Das nimmt ja dann von der eigentlichen Bucht nichts weg", stellte Kosch fest. Nach den Worten seines Oberbürgermeisters wird es gleichwohl Menschen geben, die Liebgewordenes einbüßen. Nicht nur die Halle, auch das "Neuwerk"-Nachfolgeschiff (dessen Aufbauten die geplanten Gebäude überragen werden) könnten in kommenden Jahren Sichtachsen verstellen. Umso stärker wiegt aus Santjers Sicht der Umstand, dass die WSA-Planer auf der skizzierten Landfläche Bereiche vorgesehen haben, die öffentlich zugänglich sein werden: Auf einem Fußweg soll man nach derzeitigem Planungsstand an drei gastronomisch nutzbaren Pavillons und dem (umzäunten) Werksgelände vorbei bis zum Ende der Mole spazieren können. Ein Rondell, in welches ein für die Allgemeinheit vorgesehener Fußweg mündet, soll als Aufenthaltsfläche dienen. Aus Sicht von Robert Babacé (Grüne) wäre das der ideale Platz, um dem demontierten Kampnagel-Kran ein ebenso würdiges wie dauerhaftes "Zuhause" zu geben.
Frage von Arbeitsplätzen gilt in beide Richtungen
Aber muss der künftige Versorgungshafen überhaupt im beschriebenen Bereich realisiert werden? Ein Bucht-Anrainer, der die Ausschusssitzung als Zuschauer verfolgt hatte, stellte am Donnerstag diese Grundsatzfrage. Sein Vorschlag: Das Projekt auf die andere Seite verlagern - dorthin, wo sich seit Jahren die von Wohnmobilisten genutzte "Platte" befindet. Besagtes Areal steht nach Auskunft von Marcel Thies, stellvertretender Amtsleiter des WSA Elbe-Nordsee, allerdings nicht zur Verfügung. "Tatsächlich", so schaltete sich der Oberbürgermeister in die Diskussion ein, "ist darüber gesprochen worden": NPorts habe jedoch abgewunken. "Ich will diese Frage aber gerne noch einmal mitnehmen", so Santjer.
Nach Alternativen fragte auch ein in der Bucht ansässiger Gastronom. Für seine Mitarbeiter hätten die Planungen womöglich unmittelbare Auswirkungen. Das Thema Beschäftigung spielt andererseits auch unter umgekehrten Vorzeichen eine Rolle: Die Frage sei, ob Cuxhaven ein Behördenstandort sein wolle. Wer diese Frage bejahe, müsse andererseits "auch etwas ermöglichen", gab der OB zu bedenken.

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