Deichschau in Cuxhaven: Von Hafenbau bis zu wilden Tulpen
Bei strahlendem Sonnenschein wurde die Wehrhaftigkeit der Cuxhavener Deiche geprüft. Die Frühjahrsdeichschau offenbarte die Bedeutung einer festen Grasnarbe für die Deichsicherheit und klammerte auch den Naturschutz nicht aus.
Bei der Frühjahrsdeichschau in Cuxhaven ging es um ein breites Spektrum, das sich rund um die Themen Deichsicherheit, Baumaßnahmen und Grasnarbe drehte. Nicht ausgeklammert wurden eine Bausünde aus der Vergangenheit sowie der Naturschutz und eine seltene Pflanzengattung.
Das Wetter hätte besser nicht sein können, um die Wehrhaftigkeit des 13 Kilometer langen Cuxhavener Deiches zwischen Hafen und Duhner Spitze zu begutachten und ihn schließlich für schaufrei zu erklären. Zur Frühjahrsdeichschau trafen sich bei strahlendem Sonnenschein der Vorstand und Ausschuss des Deichverbandes unter Schultheiß Jürgen Schubel mit Vertretern der Deichbehörden, von NPorts, des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA), der DLRG, dem NLWKN oder des benachbarten Hadelner Deichverbandes.
Auf besonderes Interesse stieß dabei die beeindruckende Liegeplatz-Baustelle im Hafen und was dort innerhalb kürzester Zeit bewegt wurde, wie Kerstin Wojke von der städtischen Deichbehörde bei der Besprechung anmerkte. Vorgeführt wurde beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt auch der Aufbau der zweiten Deichsicherung. Schultheiß Jürgen Schubel stellte heraus, dass diese zweite Sicherungsstufe jedoch nicht bei jeder Sturmflut aufgebaut werden müsse, sondern nur, wenn es dazu einen konkreten Anlass gebe, zum Beispiel, wenn die erste Deichsicherung nicht einsatzbereit sei.
"Der Deich sieht top aus"
"Der Deich sieht top aus, als Stadt Cuxhaven bedanken wir uns dafür", sagte Torsten Köhne, Fachbereichsleiter Bürgerservice, Ordnung und Katastrophenschutz. "Ein Paradebeispiel", nannte er die Maßnahme am Deichfuß in der Grimmershörnbucht und war voll des Lobes über alle beteiligten Kräfte vom Deichverband, über NPorts über das Bauunternehmen bis hin zur Nordseeheilbad-Gesellschaft: "Das Zusammenspiel aller war hier top." 2600 Quadratmeter Kleiboden mussten bewegt werden, um die feuchte Stelle zu beseitigen, um künftig Standfestigkeit zu garantieren. Dass Mitarbeiter des Deichverbandes neben dem Verbotsschild stehen mussten, um Passanten am Durchgang zu hindern, sorgte bei Köhne noch im Nachhinein für Kopfschütteln. Mittlerweile ist das Gelände eingesät. Wann die Fläche allerdings wieder genutzt werden kann, wurde nicht prognostiziert. Jetzt werde der Grassaat erst einmal Zeit gegeben, zu wachsen.
Eine feste, lückenlose Grasnarbe sei für die Deichsicherheit notwendig, erläuterte Schultheiß Schubel - und dafür müsse eben bei entsprechenden Kahlstellen Kunstdünger, der nicht ausdünstet, zum Einsatz kommen. Dies sei in einer Regenphase Mitte April erfolgt und zwar "mit Augenmaß". Dabei handele es sich nicht um Blaukorn, stellte er erneut klar. Zum Düngereinsatz für die Deichsicherheit gäbe es im Übrigen nur eine Alternative, und die sei das Ausbringen von Gülle, stellte Schubel in der ihm eigenen trockenen Art bei der Abschlussbesprechung in den Raum.
Wildblumen in Steinmarne
Ausdrücklich dankte der Schultheiß dem Vorarbeiter Lothar Braun und seinem Team. Nicht überall kommt übrigens der Mäher zum Einsatz. Und das hat besondere Gründe. Blühen, wachsen und gedeihen darf zum Beispiel binnendeichs ein Wildtulpenfeld in Steinmarne. Schultheiß Schubel erläuterte, dass nach erfolgtem Hinweis in diesem Bereich im Hinblick auf die seltene, unter Schutz stehende Pflanze bis nach der Blüte drumherum gemäht werde. Naturschutzgründe spielten auch beim Zenneck-Denkmal in Döse eine Rolle. Wenn dort die Wildkräuter blühen, wird wegen der Bienen und Hummeln nicht gemäht. "Es kostet uns doch nichts, Rücksicht zu nehmen", so der Schultheiß.
Im Vorwege der Deichschau sei der Deichkronenweg an verschiedenen Stellen ausgebessert worden. Seine Recherchen hätten ergeben, dass seinerzeit beim Bau Verbundsteinpflaster ausgeschrieben worden sei, sagte Schubel und monierte: "Aber da ist vor 40 Jahren wohl etwas schiefgegangen." Denn keine Verbundsteine seien verbaut worden, sondern Rechteckpflaster, bei dem immer wieder Nachbesserungen erfolgen müssten. Der Schultheiß schlug der Stadt vor, abschnittsweise Verbundpflaster zu legen, das besser geeignet wäre.
Google News
Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Hier CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinzufügen.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.