Familienurlaub in Cuxhaven: Stella Maris mit neuen Angeboten für alle Gäste
Eine Familienferienstätte, die einst als Mutter-Kind-Heim bekannt war, öffnet sich unter neuer Leitung und Trägerschaft ganzjährig für Familien. Mit neuen Angeboten und Konzepten weht ein frischer Wind durch das Haus am Rand des Wernerwaldes.
Wer in Cuxhaven sagt, er fahre zur Stella Maris, bekommt oft zu hören: "Ach, das Mutter-Kind-Heim.” Schon seit 1998 stimmt das nicht mehr. Seit 2023 erst recht nicht. Und trotzdem hält sich das Bild in den Köpfen mit einer Zähigkeit, die dem Haus nicht zuträglich ist. Deshalb wird hier mit dem Missverständnis noch einmal aufgeräumt: Neue Hausleitung, neuer Träger, neue Angebote: In Sahlenburg weht frischer Wind. Denn die Familienferienstätte am Rande des Wernerwaldes ist bestens aufgestellt.
32 Jahre hat Christoph Schönleber Stella Maris geführt. Am 30. Juni 2025 übergab er offiziell an Anja Bröker, die das Haus seit 2014 kennt und zuletzt als seine Stellvertreterin agierte. Ihr zur Seite steht seit April 2025 Tanja Schilling als neue pädagogische Fachkraft. Sie sind ein eingespieltes Tandem, das Kontinuität wahren und gleichzeitig neue Impulse setzen will. "Ich finde es wirklich wichtig, dass das mal aus den Köpfen der Leute kommt, dass wir keine Mutter-Kind-Klinik sind, sondern eine Familienferienstätte", sagt Anja Bröker.

Bereits seit 1998 kein Mutter-Kind-Heim mehr
Der Trägerwechsel kam zwei Jahre früher. Zum 1. Januar 2023 übernahm die Kolping Cuxhaven gGmbH den Betrieb; Eigentümer ist seitdem die Deutsche Kolpingsfamilie e.V. Stella Maris gehört damit zu acht gemeinnützigen Kolping-Familienferienstätten bundesweit. Das ist ein Netzwerk, das Familien und Bildungsträgern vergünstigte Konditionen ermöglicht, weil der gemeinnützige Status keine Gewinne, sondern Zwecke verlangt. Drei Monate Winterpause: Geschichte.
Was das Haus leistet, ist beachtlicher, als der veraltete Ruf vermuten lässt. Bis zu 120 Gäste finden Platz: im einen Hausbereich Einzel- und Doppelzimmer mit Hotelcharakter, im anderen Mehrbettzimmer mit Gemeinschaftsbad für Schulklassen und Familiengruppen. Drei Mahlzeiten täglich, alles als Buffet, alles ohne Selbstbedienung im Jugendherbergs-Sinne. Das ist ein Unterschied, der gerade Lehrern beim ersten Besuch das Leben mit ihren Schülern ungemein zu erleichtern scheint. Dazu ein weitläufiges Außengelände mit Fußball-, Volleyball- und Basketballfeld, Pit-Pat-Anlage, kleiner Boulderhalle, Hüpfkissen und Sandkiste. Bröker bringt es auf den Punkt: "Wer einmal hier war, kommt wieder. Eine Lehrerin hat gerade für ihre nächste Grundschulklasse vorgebucht."

Hotelniveau, Seminarräume und Veggie-Küche
Demnächst wird ein neues Tagungshäuschen als zusätzlicher Seminarraum eingeweiht. Das Häuschen ist 25 Quadratmeter groß und schließt eine Lücke, die sich bei der Vielzahl gleichzeitiger Gruppen immer wieder bemerkbar machte. Seminare und Workshops sind längst ein tragender Pfeiler. Chöre, Orchester, Sportverbände, das Militärpfarramt, Gruppen mit körperlichen Beeinträchtigungen, Seniorenfreizeiten, kirchliche Bildungswerke, Rhetorik-Coaches, Yoga-Kurse - das Spektrum ist breit.
Zudem verfügt die Familienferienstätte über eine hauseigene Kapelle, in der jährlich Ostergottesdienste stattfinden. In diesem Jahr hat der Kolping-Bundespräses Sebastian Schulz die Gottesdienste geleitet. Die Kapelle steht darüber hinaus Gästen, Konfirmandengruppen und Militärpfarrämtern offen.
Das feste Team zählt rund 25 Mitarbeitende. Neu im Programm sind Familienfreizeiten speziell für Vorschulkinder, geplant für Herbst, Vorweihnachtszeit und Frühjahr, mit Namen wie "Wirbelwind" oder "Wiesenwunder". Auch eine Erwachsenenfreizeit namens "Möhren & Meer" mit vegetarisch-veganer Ausrichtung ist für den Jahresbeginn vorgesehen.

Liebesgeschichten inklusive
Dass das Konzept trägt, belegen nicht zuletzt die Stammgäste. Gabriele und Günter Thar aus Bergheim bei Köln kommen seit knapp 30 Jahren. Erst kam die Familie mit der Tochter, die damals vier war und heute 34 ist. Jetzt reisen drei Generationen an und verbringen ihre Ferien unter einem Dach. Ihre Tochter lernte hier in Sahlenburg ihren Mann kennen: erst Feriengast, dann Betreuer, dann Paar. "Wir fühlen uns hier einfach wohl", sagt Günter Thar. Mehr braucht es manchmal nicht.
Seit 2008 gibt es einen Förderverein, der unter Beteiligung von Urlaubsfamilien gegründet wurde und heute mehr als 150 Mitglieder zählt. Er unterstützt das Haus in vielen Belangen und ist selbst ein Zeichen dafür, wie tief die Verbundenheit mancher Gäste mit der Stella Maris reicht. "Wer einmal hier ist, wird Teil von etwas", sagt Anja Bröker. "Das spürt man einfach."