Noch blühen hier zu den unterschiedlichen Vegetationszeiten Blumen: Der Acker westlich der Spanger Straße soll das neue Wohngebiet „Blumenkamp" werden. Vermeintliche archäologische Funde verzögern allerdings das Verfahren. Foto: Grell
Noch blühen hier zu den unterschiedlichen Vegetationszeiten Blumen: Der Acker westlich der Spanger Straße soll das neue Wohngebiet „Blumenkamp" werden. Vermeintliche archäologische Funde verzögern allerdings das Verfahren. Foto: Grell
Neues Wohngebiet "Blumenkamp"

Baupläne für Sahlenburger Wohngebiet stocken - Archäologen untersuchen Tonscherben

von Jens Potschka | 10.06.2026

Während der Name des neuen Wohngebiets bereits feststeht, droht ein ungewöhnlicher Fund die Baupläne erheblich zu verzögern. Was bedeuten die entdeckten Tonscherben und wie wird sich das Projekt weiterentwickeln?

Das Blumenfeld an der Spanger Straße blühte kürzlich in voller Pracht. Doch schon beschlossen ist, wie die Straße heißen wird, die eines Tages durch das neue Wohngebiet führen soll: "Blumenkamp". Der Ortsrat Sahlenburg stimmte in seiner Sitzung am Dienstagabend in der Aula der Grundschule einstimmig für diesen Namen.

Die Verwaltung hatte ihn vorgetragen, und Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen erläuterte die Herkunft des Begriffs: Das Wort Kamp stamme aus dem Niederdeutschen und bedeute schlicht Acker. Die alten Flurnamen im Ort, wie beispielsweise Am Grooten Kamp, sprechen dieselbe Sprache.

Tonscherben bremsen die Planung

Doch während der Name feststeht, stockt das Verfahren. Der Bebauungsplan Nr. 105, Teilbereich 2, der auf rund 2,8 Hektar am südöstlichen Ortsrand ein allgemeines Wohngebiet mit unterschiedlichen Bebauungsformen vorsieht - unser Medienhaus berichtete über die Pläne bereits mehrfach ausführlich -, wird vorerst nicht als Satzung beschlossen.

Die Luftaufnahme mit Planzeichnung des Baugebietes "Westlich der Spanger Straße" ist ein vielversprechender Standort für neues Wohnen in Sahlenburg. Kürzlich gefundene Tonscherben bringen neue Herausforderungen mit sich. Foto: Stadt Cuxhaven

Der Grund: Bei archäologischen Voruntersuchungen im März wurden auf dem Feld Oberflächenfunde gemacht, sogenannte Tonscherben. Die Stadtarchäologie, die im Rahmen des Beteiligungsverfahrens eingebunden worden war, bestand auf weiteren Grabungen. Eine beauftragte Spezialfirma kann die Arbeiten frühestens Anfang bis Mitte Juli aufnehmen. Der für den 30. Juni geplante Satzungsbeschluss des Rates fällt damit aus.

IDB steht klar zum Projekt

Claudia Bönnen schilderte den Hintergrund gegenüber CNV-Medien: Sie habe vom Stadtbaurat Andreas Eickmann und dem Vertreter der IDB Cuxhaven, Jochen Neuber, persönlich erfahren, dass die Grabungskosten einen sechsstelligen Betrag erreichen könnten. Die IDB, eine hundertprozentige Tochter der Stadtsparkasse Cuxhaven, nehme ihre Verantwortung wahr. "Die IDB steht nach wie vor klar hinter dem Bauprojekt", sagte Bönnen. Der Satzungsbeschluss könnte frühestens auf der Ratssitzung am 3. September gefasst werden, eine weitere Beratung im Ortsrat wäre für den 24. August denkbar.

Wie lange die Grabungen dauern, ist offen. "Es kann drei Tage sein, drei Wochen oder drei Monate", zitierte Bönnen aus einem Gespräch mit IDB-Vertreter. Was genau die Scherben bedeuten, ist unklar. Am nahe gelegenen Spanger Berg wurden einst Gräber aus der Bronzezeit entdeckt. Die Ortsbürgermeisterin bleibt jedoch gelassen: Wahrscheinlich sei der Fund eher unspektakulär.

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