Kunst trifft Natur: Ausstellung im Watt-BZ in Cuxhaven-Sahlenburg eröffnet
Besucher erleben die faszinierende Verbindung von Kunst und Natur im Wattenmeer-Besucherzentrum (Watt-BZ) in Cuxhaven-Sahlenburg, wo Malerei und Metallobjekte die Bedeutung des Schutzes unseres einzigartigen Wattenmeeres betonen.
Eine stille, doch eindrucksvolle Eröffnung markierte den Auftakt der Ausstellung "Küsten T(raum) - Vom Wahren und Bewahren zwischen Ebbe und Flut" im Wattenmeer-Besucherzentrum (Watt-BZ) in Cuxhaven-Sahlenburg. Noch bis zum 28. Juni 2026 laden Sabine Menninger-Gerdes und Susanne Westhoff die Besucher ein, Malerei und Metallobjekte in einer symbiotischen Begegnung zu erleben.
Gastgeber und Watt-BZ-Leiter Bernhard Rauhut begrüßte die Gäste herzlich und hob die Bedeutung der Ausstellung als Brücke zwischen Kunst und Natur hervor. Die Verbindung von Farbe und Form, von Flächenkraft und Materialgeschichte, stehe exemplarisch für den Dialog Mensch-Natur.
Mit einem Blick auf das Programm erinnerte Rauhut daran, dass das Zentrum jährlich vier Ausstellungen anbietet, die stets einen Bezug zur Natur haben. Die Veranstaltungen dienten dem Bewusstsein für die enge Beziehung zwischen Mensch und Meer - und der Verantwortung, dieses Erbe zu schützen.
Michael Stobbe, Vertreter der Stadt Cuxhaven, verband seine Grüße mit dem Hinweis, dass Ausstellungen wie diese das öffentliche Verständnis für die einzigartige Wattenmeerlandschaft vertiefen. Sie schufen Räume, in denen Kunst und Natur zu einer gemeinsamen Sprache finden.
Vom "Wahren" und "Bewahren"
Florian Carius von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer sprach in seinem Grußwort über die Bedeutung des Wortpaares "Wahren" und "Bewahren". Er erläuterte, dass Wahren die authentische Natur in ihrer Echtheit erlebbar mache, während Bewahren den Schutz dieser Landschaft mit ihrer reichen Artenvielfalt sicherstelle. Nur die Verbindung beider Perspektiven ermögliche eine nachhaltige Wertschätzung des Wattenmeeres.
Die gleichberechtigte Präsentation zweier künstlerischer Zugänge stand im Mittelpunkt: Sabine Menninger-Gerdes verwebt in ihren Arbeiten leuchtende Farben und fast traumhafte Bildwelten, die abstrakte Landschaften als Spiegelinnerer Zustände interpretieren. Susanne Westhoff dagegen arbeitet mit recyceltem Metall, aus dem sie skulpturale Objekte schafft, die Robustheit mit Zerbrechlichkeit vereinen. Gemeinsam erzählen sie Geschichten von Transformation, Zeitspuren und der Kreislaufwirtschaft.
Persönliche Vorstellung im Video
Die Vernissage bot auch einen kurzen Videobeitrag, in dem sich die beiden Künstlerinnen persönlich vorstellten. In den Portraits erklärten sie, wie aus Farbflächen, Linien und Formen eine sichtbare Sprache entsteht und wie Materialien aus Abfall zu Kunstformen werden. Kunstagentin Christine Modlinger, Mitorganisatorin der Ausstellung, unterstützte bei der Vorbereitung des Moderationsbeitrags und begleitete die Ausstellungseröffnung.
Die Werke, die Natur- und Meeresmotive mit einer konkreten Materialität verbinden, luden zu vertieftem Hinsehen ein. Die Besucherinnen und Besucher nahmen sich Zeit, die einzelnen Arbeiten zu betrachten, Details zu entdecken und in Gespräche über Nachhaltigkeit, Naturerleben und künstlerische Prozesse einzutauchen.
Eine zentrale Feststellung dabei: Die Ausstellung enthält eine klare Botschaft - Natur zu erleben, zu schützen und gleichzeitig als Inspirationsquelle für kreative Prozesse zu nutzen. Menninger-Gerdes' Farbspektrum, das scheinbar in Bewegung gerät, trifft auf Westhoffs metallische Kompositionen, die von Zeit und Wiederverwendung erzählen. Die Kombination erzeugt eine dialogische Spannung, die das Publikum sowohl ästhetisch als auch intellektuell anspricht.
Öffnungszeiten:
- Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr
- Samstag, Sonntag und Feiertage: 12 bis 18 Uhr
- Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei
Von Myriam Domke-Feiner