Die Schauspielerin Manon Straché (vorne) gastiert am Sonntag, 5. November, mit der Komödie „Gute Geister" im Stadtteater Cuxhaven. Unsere Aufnahme von der Fotoprobe zeigt sie mit ihrer Kollegin Sonja Wigger. Foto: Dominique Leppin
Die Schauspielerin Manon Straché (vorne) gastiert am Sonntag, 5. November, mit der Komödie „Gute Geister" im Stadtteater Cuxhaven. Unsere Aufnahme von der Fotoprobe zeigt sie mit ihrer Kollegin Sonja Wigger. Foto: Dominique Leppin
Interview zum Wochenende

Schauspielerin Manon Straché : "Den Schutzengel darf übrigens ich spielen"

von Jens Potschka | 28.10.2023

Die Zuschauerinnen und Zuschauer kennen und schätzen sie in ihren Rollen in "Das Traumschiff" und in der "Lindenstraße". Zur Zeit ist die Schauspielerin Manon Straché mit dem Ensemble der Komödie am Altstadtmarkt aus Braunschweig auf Tournee.

Am Sonntag, 5. November,  gastiert die Bühne mit dem Stück "Gute Geister" im Stadttheater Cuxhaven. Im Interview mit Redakteur Jens Jürgen Potschka spricht sie über das Tourneetheater, ihren abwechslungsreichen Beruf und was ihr abwechslungsreiches Leben sonst noch bereichert.

Frau Straché, Sie sind seit ein paar Wochen wieder mit dem Ensemble der Komödie am Altstadtmarkt in der Republik unterwegs. Wie erleben Sie das Tourneetheater im Jahr 2023 - jeden Abend an einem anderen Ort, ist das für Sie eher schwierig oder ist die Theaterfamilie auf Zeit ein guter Ersatz für ein Leben an ihrem Heimatort?

Das Tourneeleben ist Bestandteil meines Berufes. Da ich ein sehr umtriebiger Mensch bin, fällt es mir nicht schwer für eine gewisse Zeit meine private und künstlerische Komfortzone zu verlassen. Und mit einem so tollen Ensemble, wie wir es sind, auf Reisen zu sein, macht sogar richtig Spaß. Natürlich freue ich mich dann wieder auf zu Hause.

Am Sonntag, 5. November, gastieren Sie mit der Komödie "Gute Geister" aus der Feder von Pam Valentine im Stadttheater Cuxhaven. Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Was passiert mit mir, wenn ich diesen Planeten verlasse? Hatte mein Leben einen Sinn? Habe ich etwas unterlassen und bereue es? Ist dann alles wirklich zu Ende? 

Ohne uns vorweg schon zu viel zu verraten, welche Rolle verkörpern Sie in dem Stück und was hat es mit den guten Geistern auf sich?

Ein Schriftsteller und seine Ehefrau werden nach ihrem unfallbedingten Ableben dazu "verdonnert" ihr "Jenseits" im "Diesseits" zu fristen. Ob sie sich jedoch als "Gute Geister" erweisen, finden sie durch Hilfe ihres Schutzengels heraus, der sie vor einige Herausforderungen stellt. Dabei geht es ziemlich turbulent einher, denn es ist gar nicht so leicht,  ein guter Mensch zu sein. Den Schutzengel darf übrigens ich spielen.

Wie lange dauert es eigentlich, so eine Produktion fürs Tourneetheater professionell auf die Bretter zu bringen - wie sehen die verschiedenen Probephasen aus?

Viel Zeit haben wir für so eine Produktion leider nicht. Daher sind alle Beteiligten mit Haut und Haaren von Anfang an gefordert. Wenn die jeweiligen Spielsituationen klar sind, die Gefühlswelt der einzelnen Figuren und so weiter, geht es ans Training. Denn die Abläufe müssen trainiert werden, weil eine Komödie zum größten Teil aus Timing besteht.

Sie kommen soeben aus dem Synchronstudio. Was haben Sie dort aufgenommen und welchen Produktionen leihen Sie Ihre Charakterstimme?

Ich synchronisiere die verschiedensten Filme und habe keine feste Schauspielerin. Da ist Kino, TV, Netflix und Animation dabei. Vor zwei Wochen habe ich einen tunesischen Kinofilm synchronisiert. Das war sehr interessant. Aber ich lese auch sehr viele Hörbücher ein. Auch eine Aufgabe, die mir riesigen Spaß macht.

Sie wurden in Magdeburg geboren und sind schon kurz nach dem Mauerfall 1989 in den Westen gegangen. Wie erleben Sie, 33 Jahre nach der Wiedervereinigung, unser Land? Sind wir mittlerweile gut zusammengewachsen oder dominieren doch noch viele Unterschiede das Leben von Wessis und Ossis in Deutschland?

Die Deutschen sind auf dem "besten" Wege, ihre Chance von 1989 zu vertun. Leider empfinde ich das so.

Sie haben Ihre Autobiografie "Leise kann ich nicht: Meine Geschichte der Geschichte" mit dem Füllfederhalter geschrieben. Warum bevorzugen Sie im Zeitalter von Laptops & Co. diese Arbeitsweise?

Weil ich erstens mit dem Federhalter schreiben gelernt habe und nicht mit dem Laptop. Und zweitens ist das kreative Schreiben ein fließender Vorgang. Nichts ist schöner, als wenn deine Gedanken durch den Körper sichtbar  auf ein Blatt Papier fließen.

Wann war für Sie klar, ich gehöre auf die Bühne und wie verliefen Ihre ersten Schritte auf dem Weg dorthin?

Seit meiner Kindheit. Ich bin ein Theaterkind und für mich kam kein anderer Beruf infrage. Leider oder vielleicht Gott sei Dank, musste ich mich sieben Mal an allen Schauspielschulen der DDR bewerben, ehe ich studieren konnte. Ich hätte mich auch siebzig Mal beworben.

Viele Zuschauerinnen und Zuschauer kennen Sie aus vielen schönen Rollen im Fernsehen. Können wir Sie auch wieder einmal in einer neun Produktion auf dem Bildschirm erleben?

Ich bin seit zwei Jahren im Fest-Cast der ZDFneo-Serie "Ich Dich auch" und drehe zur Zeit bei "Ein starkes Team".

Was liebt Manon Straché, wenn Sie nicht für Ihren Beruf unterwegs ist. Bleibt Ihnen Zeit für Hobbys und Familie?

Oh ja! In meinem Alter erscheint die Zeit immer kostbarer. Deshalb nehme ich mir ganz bewusst Auszeiten. Habe ich früher nicht gemacht. Ich reise gern, koche gern und tauche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jens Potschka

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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