Schiff da - Aussichtsplattform in Cuxhaven gesperrt: Warum das am Steubenhöft so ist
Viele Schiffsliebhaber hätten am Montagabend und am Dienstag am Steubenhöft gern einen Blick auf das Expeditionskreuzfahrtschiff "Hanseatic Inspiration" der Hapag-Lloyd Cruises erhascht. Doch die Plattform blieb zu. Die Gründe dafür nennt NPorts.
"Da standen bestimmt 100 Leute", vermutet ein Cuxhavener Stammgast, der extra zum Steubenhöft gefahren war. Auch er habe sich gefreut, von der Aussichtsplattform aus auf Expeditions-Kreuzfahrtschiff zu schauen: "Die aber war gesperrt."
Passt das zu den Kreuzfahrt-Ambitionen Cuxhavens?
Hinter dem Empfangsgebäude sei das Schiff kaum zu sehen gewesen. Dass Cuxhaven zum einen seine neue Perspektive als Anlaufstelle für Kreuzfahrten sieht, aber auf der anderen Seite die Zaungäste - Einheimische und Gäste als große Fans - außen vor gelassen werden, will für ihn nicht so recht zusammenpassen.
Mit seiner ersten Idee, dazu den Oberbürgermeister anzusprechen, wäre er allerdings nicht an der richtigen Adresse gewesen. Die ISPS-Regeln, die auch in Cuxhaven dazu geführt haben, dass immer mehr Hafenbereiche unzugänglich sind und auch nicht fotografiert werden dürfen, sind internationales Recht. Für die Umsetzung sorgt in den niedersächsischen Häfen NPorts.
Anderswo scheinen die Regeln nicht so streng ausgelegt
Mit dem Eindruck, dass die Regeln in Cuxhaven im Vergleich zu Städten wie Warnemünde, Bremerhaven oder Hamburg besonders streng ausgelegt würden, hat der Leser allerdings eine ziemlich treffende Beobachtung gemacht. Wir haben Dörte Schmidt, Pressesprecherin von Niedersachsen Ports, gebeten, den Sachverhalt noch mal zu erklären.
"Restriktionen für Bürger nicht immer nachvollziehbar"
Sie schreibt: "Die Sperrung der Aussichtsplattform am Steubenhöft war aus Sicherheitsgründen notwendig. Wir haben von der Hafensicherheitsbehörde die Auflagen, dass bei Schiffsanläufen die Aussichtsplattform für Besucher nicht zugänglich sein darf. Die Entscheidung basiert auf den Vorschriften des International Ship and Port Facility Security Code (ISPS-Code). Es ist uns bewusst, dass solche Restriktionen aus Sicht der Bürgerinnen und Touristen nicht immer nachvollziehbar erscheinen. Doch die Sicherheit der Passagiere, Crewmitglieder und Besucher hat oberste Priorität."
Cuxhaven strebe danach, ein attraktiver und sicherer Kreuzfahrtstandort zu sein. Die Einhaltung internationaler Sicherheitsstandards sei dabei unerlässlich, so die Behörde. Dörte Schmitz: "Trotz der Sperrung der Aussichtsplattform war es den Besuchern jedoch möglich, die Bereiche bis zum ISPS-Zaun zu betreten und von dort aus einen Blick auf das Schiff zu werfen."
Jeder Hafen wird einzeln betrachtet
Die Entscheidung, wie streng die ISPS-Vorschriften ausgelegt würden, könne von Hafen zu Hafen unterschiedlich sein und hänge von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der baulichen Infrastruktur, der Lage des Hafens und den spezifischen Sicherheitsanforderungen vor Ort. In Niedersachsen würden die ISPS-Vorschriften strikt umgesetzt, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.
Zur Grundlage heißt es: "Die Maßnahmen umfassen unter anderem Zugangskontrollen, Überwachung und Sperrzonen in Hafengebieten. Dieser Code wurde nach den Ereignissen des 11. September 2001 eingeführt und setzt weltweit verbindliche Sicherheitsstandards für Schiffe und Hafenanlagen."
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