Flankiert von zwei Höhenrettern der Cuxhavener Berufsfeuerwehr "schwebt" der Nikolaus Richtung Kinderstation. Foto: Koppe
Flankiert von zwei Höhenrettern der Cuxhavener Berufsfeuerwehr "schwebt" der Nikolaus Richtung Kinderstation. Foto: Koppe
Überraschungsbesuch im Krankenhaus

Spektakuläre Aktion in Cuxhaven: Höhenretter bugsieren Nikolaus auf die Kinderstation

von Kai Koppe | 07.12.2025

Zu Gast an der Cuxhavener Helios-Klinik: Der Nikolaus hat am Sonnabend der im zweiten Obergeschoss gelegenen Kinderstation seine Aufwartung gemacht. Dazu brauchte er keinen Fahrstuhl.

Der Rauschebart (ein Mitarbeiter in Verkleidung) wählte dafür allerdings nicht den üblichen Weg durchs Treppenhaus.

Johannes (15) und sein Bettnachbar Anton staunten nicht schlecht, als gegen 17 Uhr die Fensterflügel ihres Patientenzimmers aufschwangen. Gesichert von zwei Höhenrettern der Berufsfeuerwehr stieg der Mann in Rot von außen her in den Kliniktrakt ein. Dass die Einsatzkräfte an der Nordseite des Helios-Gebäudes aufgefahren waren, hatten die beiden Jungs sehr wohl mitbekommen. "Aber damit hätten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet", bekannten sie, nachdem sich der Nikolaus über ihren Fenstersims geschwungen hatte.

An der Nordseite des Klinikums brachten Einsatzkräfte am Nikolaustag eine Drehleiter in Stellung. Foto: Koppe

Standesgemäßes Vehikel für den "Mann in Rot"

Der spektakuläre Auftritt des Schutzpatrons (dem Volksglauben nach für die Seefahrer ebenso zuständig wie für die Kinder) folgte einem genau ausgearbeiteten Drehbuch: Bei Einbruch der Dämmerung hatte die 1. Wachbereitschaft der Cuxhavener Berufsfeuerwehr unterhalb der Fensterfronten eine Drehleiter in Stellung gebracht. An deren Arm hing ein mit drei Personen besetzter Rettungsschlitten, der im Ernstfall dazu dient, Verletzte (gegebenenfalls in Liegendposition) aus großen Höhen oder aus Baustellenschächten zu bergen. Zur Feier des Tages hatten Feuerwehrleute das Gerät mit Lichterketten dekoriert: ein standesgemäßes Vehikel für den Besucher, wenn auch ganz ohne Rentiere: Gen Himmel schwebte der Nikolaus mithilfe des Hydraulikantriebs der Leiter.

Nicht nur Patienten, auch Teile des Klinikpersonals verfolgten die filmreife Szene, die am Sonnabend im Übrigen bereits in einer zweiten Variante zu bewundern war. Premiere sei im Vorjahr gewesen, berichtete Klinik-Pressesprecherin Katharina Recht: Damals wurde der Nikolaus vom Dach des Krankenhausgebäudes auf die Kinderstation abgeseilt. 

Durchs Fenster ins Patientenzimmer: Den Moment des "Einstiegs" fanden selbst Ältere spektakulär. Foto: Koppe

Bundesweite Aktion zum Nikolaustag

Die beteiligten Einsatzkräfte (darunter in diesem Jahr sieben ausgebildete Höhenretter) handelten in dem Wissen, mit dieser Aktion nicht allein zu sein: Nach Angaben von Wachabteilungsleiter Thomas Pfeiffer sind jährlich am 6. November im ganzen Bundesgebiet SRHT-Teams (Kurzform für "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen") im Einsatz - mit dem Ziel, jungen Patienten, den unfreiwilligen Klinikaufenthalt ein wenig zu versüßen. Im Cuxhavener Fall ging diese Rechnung auf jeden Fall auf. Kleinere Kinder auf der Station waren vollkommen aus dem Häuschen, als der Nikolaus, der vom Klinik-Maskottchen "Heli" unterstützt wurde, nach erfolgreicher "Landung" zur Bescherung schritt. Doch auch für die Älteren - für Anton und für Johannes - bot die Aktion eine willkommene Abwechslung.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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