Tierhaltung im Kurpark Döse: Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH nimmt ausführlich Stellung
Wie soll es mit den Tieren im Kurpark Döse weitergehen? Leserinnen und Leser sowie Natur- und Tierschutzorganisationen hatten die Haltung zuletzt mehrheitlich kritisiert. Jetzt äußert sich die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH ausführlich hierzu.
Kurdirektor und Geschäftsführer Olaf Raffel betont zunächst die historische Bedeutung der Tiere für den inzwischen 90 Jahre alten Park. "Der Kurpark ist seit vielen Jahrzehnten ein historisch gewachsener Ort, an dem Naturerlebnis, Erholung und Tierbegegnung zusammenkommen", erklärt er. Die Tierhaltung sei Teil dieses Gesamtkonzepts. Zugleich nehme die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH die Diskussion über das Tierwohl und zeitgemäße Haltungsformen sehr ernst. Die vorhandenen Anlagen würden deshalb fortlaufend überprüft und im Rahmen der Möglichkeiten weiterentwickelt.
Nach Angaben Raffels gibt es aktuell keine Anzeichen dafür, dass es den Tieren im Kurpark schlecht geht. Diese Einschätzung stütze sich auch auf Rückmeldungen der zuständigen Tierpfleger.
Raffel: Tiere fühlen sich derzeit im Kurpark wohl
"Nach Rücksprache mit unseren zuständigen Tierpflegern können wir sagen, dass sich die Tiere im Kurpark derzeit wohlfühlen", so der Kurdirektor. Es seien weder Verhaltensauffälligkeiten noch gesundheitliche Probleme erkennbar. Darüber hinaus werde der Tierpark regelmäßig vom Veterinäramt des Landkreises Cuxhaven kontrolliert.
Damit reagiert die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH auch auf Kritik an den teilweise älteren und begrenzten Gehegen und Volieren. In Leserzuschriften und Stellungnahmen war die Frage aufgeworfen worden, ob die Anlagen noch den natürlichen Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Besonders die Haltung von Vögeln sowie die grundsätzliche Präsentation von Wildtieren zu Unterhaltungszwecken wurden kritisiert.
Ein weiterer Punkt in der bisherigen Diskussion war die Nähe der Tiergehege zu Konzerten und anderen Veranstaltungen. Eine Leserin hatte darauf hingewiesen, dass laute Musik insbesondere für Tiere mit empfindlichem Gehör, für nachtaktive Arten oder für Tiere mit einem hohen Ruhebedürfnis belastend sein könne.
Raffel verweist in diesem Zusammenhang auf Schutzmaßnahmen. Bei Veranstaltungen würden Lärmschutzmessungen vorgenommen. Außerdem werde darauf geachtet, die Belastung für die Tiere möglichst gering zu halten. Sensible Bereiche seien gesichert, während bestimmter Ruhephasen werde der Zutritt eingeschränkt. "Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand sind keine Hinweise darauf erkennbar, dass die Tiere durch Veranstaltungen in unzumutbarer Weise beeinträchtigt werden", erklärt der Kurdirektor.
Mehrheit der bisherigen Stimmen ist kritisch
Ausgelöst worden war die Debatte durch einen Beitrag unserer Zeitung zum 90. Geburtstag des Döser Kurparks. Tiere gehören seit der Eröffnung im Jahr 1936 zur Anlage. Früher wurden dort unter anderem Seehunde gepflegt, später kamen Pinguine, Kaninchen, Meerschweinchen und zahlreiche Vogelarten hinzu. Seehunde werden seit rund 15 Jahren aus Gründen des Tierwohls nicht mehr gehalten.
Die bisherigen Reaktionen fielen mehrheitlich ablehnend aus. Die BUND-Kreisgruppe Cuxhaven empfahl, die Haltung von Wildtieren und exotischen Arten langfristig auslaufen zu lassen. Auch der Verein "Tierschutz - Eine Pfote, ein Versprechen" sprach sich gegen eine dauerhafte Präsentation von Tieren aus und schlug stattdessen einen Naturerlebnispark mit Informationsangeboten, Beobachtungsstationen und digitalen Ausstellungen vor. Andere Leser brachten einen "Küstenpark der Sinne", eine Rettungsstation für Wildtiere oder einen tierfreien Erholungspark ins Gespräch. Eine Leserin plädierte dagegen ausdrücklich für den Erhalt des kleinen Zoos und eine Modernisierung der Anlagen.
Noch keine Entscheidung zur Zukunft
Ob die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH an der Tierhaltung in ihrer heutigen Form festhalten will, lässt Olaf Raffel offen. Abschließende Entscheidungen gebe es bislang nicht. Auch ein konkreter Zeitplan für Veränderungen liege nicht vor. Die künftige Ausrichtung sei Teil laufender Überlegungen. Dabei spiele auch die für 2034 geplante Landesgartenschau eine Rolle, in deren Zuge der Kurpark verändert oder weiterentwickelt werden könnte.
Raffel macht zugleich deutlich, dass die Tiere aus Sicht des Betreibers weiterhin eine besondere Bedeutung für den Park besitzen. "Die Tiere sind für viele Besucherinnen und Besucher ein fester Bestandteil des Kurparks und tragen zur besonderen Identität der Anlage bei." Der Anspruch sei jedoch, die weitere Entwicklung "verantwortungsvoll, sachgerecht und mit Blick auf Tierwohl und Zukunftsfähigkeit" zu begleiten.
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