Vor Oberbürgermeister-Wahl in Cuxhaven: Wer antritt - und wer nicht zur Wahl steht
Die Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister von Cuxhaven stehen bereit. Eigentlich sind die Namen noch nicht bekannt. Doch die CNV-Medien-Redaktion weiß mehr - und kennt schon jetzt drei Kommunalpolitiker, die nicht zur Wahl stehen werden.
Wer tritt bei der Oberbürgermeisterwahl in Cuxhaven an? Offiziell steht das erst am Montag, 27. Juli 2026 fest, wenn der Gemeindewahlausschuss über die Zulassung entschieden hat. Vorher dürfe die Stadt Cuxhaven keine Auskünfte erteilen, erklärt Pressesprecher Marcel Kolbenstetter. Erst im Anschluss dürfen Namen und Anzahl der Kandidaten genannt werden. cnv-medien.de weiß aber schon mehr.
Sofern auch der Gemeindewahlausschuss alle Voraussetzungen für die Zulassung erfüllt sieht, wovon auszugehen ist, werden nach CN/NEZ-Informationen am 13. September 2026 fünf Kadidaten zur Wahl stehen. Acht Kommunalpolitiker haben auf Anfrage Stellung bezogen. Daraus wird klar, warum an drei Namen, die in Cuxhaven als mögliche Kandidaten gehandelt wurden, nichts dran ist.

- Uwe Santjer (SPD): Der Amtsinhaber bewirbt sich um eine weitere Amtszeit. Seine Motivation für seine erneute Kandidatur zieht er aus der positiven Entwicklung der Stadt: "Cuxhaven hat sich in den letzten Jahren - auch gegen den allgemeinen Trend - gut entwickelt. Wir verzeichnen mehr Einwohner, mehr Geburten und mehr Arbeitsplätze als prognostiziert. Dies alles ist auch ein Ergebnis des Zusammenhalts in Cuxhaven und der guten Unterstützung aus Hannover", betont der amtierende Oberbürgermeister. "Ich bin hochmotiviert, diesen erfolgreichen Weg weiterzugehen und zu helfen, dass Cuxhaven für alle Menschen noch lebens- und liebenswerter wird."

- Thomas Brunken (CDU): Der Lüdingworther Ortsbürgermeister und ehrenamtliche Bürgermeister der Stadt Cuxhaven sieht noch viele Möglichkeiten ungenutzt: "Wir leben in einer großartigen Stadt mit einzigartigen Chancen - am Meer, mit engagierten Menschen, einer starken Wirtschaft und einer hohen Lebensqualität. Aber ich bin überzeugt, dass Cuxhaven deutlich mehr aus seinen Möglichkeiten machen kann. Deshalb kandidiere ich für das Amt des Oberbürgermeisters." Brunken möchte nach seinen eigenen Worten "aus einer Stadt der Diskussionen wieder eine Stadt der Entscheidungen machen". Auch deshalb laute sein Wahlslogan: "Cuxhaven. Besser. Machen."

- Alexander Bremer (Die Cuxhavenener): Für die Wählergemeinschaft geht der 41-jährige Polizeihauptkommissar ins Rennen. Bremer erklärt seine Motivation: "Ich will mich nicht nur über Dinge ärgern, ich will selbst aktiv werden und Verantwortung übernehmen - auch für die Mitbürger, wie ich es seit 20 Jahren auch als Polizist mache." Er wolle den Standort Cuxhaven voranbringen, neue Ideen aus seiner vorherigen Heimat einbringen, einfach auch mal andere Ansätze verfolgen.

- Günter Wichert (FDP): Der Ratsherr begründet seine Kandidatur mit einem aus seiner Sicht notwendigen Neuanfang für Cuxhaven. Er wolle "Verantwortung übernehmen" und die Stadt "mit Vernunft und Mut" weiterentwickeln - mit klaren Prioritäten statt neuer Versprechungen. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Entschuldung der Stadt, eine Senkung der Gewerbesteuer, moderne Grundschulen, die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge sowie eine Belebung der Innenstadt. Seinen Führungsstil beschreibt Wichert als "pragmatisch, transparent und verlässlich"; gemeinsam mit Bürgerschaft, Verwaltung, Politik und Wirtschaft wolle er Cuxhaven Schritt für Schritt voranbringen.

- Axel Schneider (Die Demokraten): Der gebürtige Cuxhavener tritt für seine Partei Die Demokraten als Oberbürgermeisterkandidat an. Der Wahlvorschlag sei aus der Partei heraus entstanden, auch Bürger hätten ihn ermutigt. "Wenn die Nachfrage da ist, werde ich das auf jeden Fall tun”, sagt Schneider. Sein zentrales Thema: die Finanzlage der Stadt, die aus seiner Sicht erneut in Richtung Rekordverschuldung steuert.

- Hans-Jürgen Wendt (parteilos): Der Bauunternehmer aus Altenbruch trat 2019 gegen Uwe Santjer und Harald Zahrte an. Trotz der respektablen 8,78 Prozent von damals kommt für ihn jetzt keine Kandidatur in Frage, obwohl er eigentlich wollte. Er hatte auch die geforderten 200 Unterstützer-Unterschriften als Einzelkandidat "locker zusammen", nach seinen Angaben waren es 680 Unterschriften. Dann habe er jedoch "aus gesundheitlichen Gründen" die Kandidatur zurückgezogen. Dabei habe er "einen ganzen Ordner voller Ideen". Nun stehe er allerdings für die Stadtratswahl zur Verfügung.

- Oliver Ebken (SPD): Der Ratsherr und SPD-Landtagsabgeordnete hat sich "intensiv mit der Frage einer Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters auseinandergesetzt", sich dann jedoch dagegen entschieden. Cuxhaven brauche derzeit an der Rathausspitze vor allem einen "ausgewiesenen Spezialisten für Verwaltungsabläufe", so Ebken. Gegen eine Kandidatur habe auch gesprochen, dass ein Antritt gegen den SPD-Kandidaten und Amtsinhaber Uwe Santjer nach seiner Einschätzung wohl seinen Ausschluss aus der SPD-Landtagsfraktion zur Folge gehabt hätte. Bis zum Ende der Wahlperiode wolle Ebken deshalb seine dortigen Aufgaben und Projekte abschließen.

- Manfred Frank (parteilos): Klare Absage: Oberbürgermeister möchte er nicht werden. Der Parteilose kandidiert stattdessen für den Stadtrat im Bereich Innenstadt. Sein Ziel sei ein bunterer, vielfältigerer Rat. Gerüchte um eine OB-Kandidatur seien durch einen ironisch gemeinten Social-Media-Post entstanden.

Text auf cnv-medien.de von Ulrich Rohde, Frank Lütt, Jens Potschka, Jens-Christian Mangels und Joscha Kuczorra
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