Grundstück für die neue Schule am Meer in Döse: Wenn der Neubau voraussichtlich 2027 startet, ist das der erste Schritt zu einer Entzerrung. Foto: Reese-Winne
Grundstück für die neue Schule am Meer in Döse: Wenn der Neubau voraussichtlich 2027 startet, ist das der erste Schritt zu einer Entzerrung. Foto: Reese-Winne
Befreiungsschlag erforderlich 

Von zwei auf vier: Hoffnung auf die ersehnte Entlastung der Cuxland-Förderschulen   

von Maren Reese-Winne | 09.06.2026

Die Raumnöte der Schule am Meer in Cuxhaven und der Schule am Wiesendamm in Bad Bederkesa sollen nachhaltig gelöst werden: Daher streben Politik und Kreisverwaltung die Errichtung zweier neuer Standorte an. Das soll auch den Schulweg verkürzen. 

Vielleicht lag es daran, dass der erste Elan nach der vorhergegangenen zweieinhalbstündigen Diskussion über den Standort des neuen Kreisgymnasiums geschwunden war, vielleicht lag es aber auch daran, dass dieser Vorschlag der Kreisverwaltung einfach die Zeichen der Zeit aufgreift: Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Kreis-Schulausschusses jedenfalls am Donnerstag innerhalb kürzester Zeit für die Einrichtung zweier neuer Förderschulstandorte im Kreis Cuxhaven aus.

Damit sollen die Raumnöte der Schule am Meer in Cuxhaven und der Schule am Wiesendamm in Bad Bederkesa nachhaltig gelöst werden. Ulla Bergen (SPD) und Lasse Weritz (CDU) rückten jedoch noch einen zweiten Aspekt in den Vordergrund, nämlich die in Aussicht stehende Erleichterung für die Schülerinnen und Schüler durch eine Verkürzung der Fahrzeiten.

Fahrzeit durch den Kreis soll sich verkürzen

In jedem Fall geht es um Förderschulen GE (Geistige Entwicklung). Bislang wird vielen der nicht selten mehrfach behinderten Kinder zweimal am Tag eine Tour durch den halben Landkreis zugemutet. Diese Situation soll sich durch die Einrichtung neuer Schulstandorte in Hemmoor und Schiffdorf oder Loxstedt entzerren.

Im Rahmen eines ihr 2025 durch die Kreispolitik erteilten Prüfauftrags hat die Verwaltung die Schülerzahlen an den Förderschulen und die räumliche Lage betrachtet. Die Schule am Meer muss sich seit Jahren mit einer Außenstelle in der früheren Grimmershörnkaserne arrangieren; die Schule am Wiesendamm sogar mit insgesamt vier Standorten. Die Außenstellen und Kooperationsklassen befinden sich in Lintig, an der Seeparkschule und in der OBS Bederkesa.

Ausschreibung für Schule am Meer läuft

Das Ausschreibungsverfahren für den Neubau der Schule am Meer ist inzwischen eingeleitet, laut Vorlage ist für 2027 der Baubeginn geplant. Künftig sollen hier nur noch Kinder aus der Stadt Cuxhaven unterrichtet werden. Erleichterung soll der neue Förderstandort Nord/Ost in Hemmoor mit dem Einzugsgebiet Hemmoor/Lamstedt/Hadeln bieten. Diese Kinder fahren bislang nach Cuxhaven. 

Eine neue Förderschule Süd soll Kinder aus dem Bereich Beverstedt/Hagen/Loxstedt/Schiffdorf aufnehmen; für die  Schule am Wiesendamm verbliebe das Einzugsgebiet Wurster Nordseeküste/Stadt Geestland. Die Politik machte  deutlich, dass sie bereit sei, diesen kostenintensiven Weg mitzugehen. Insgesamt wird pro Standort eine Größe von nicht mehr als rund 80 Plätzen angepeilt; Kooperationsklassen und Außenstellen sollen überflüssig werden.

Land muss mit Planstellen und Neubesetzungen nachziehen

Den Ball sehen die Kreistagsmitglieder dann bei der Landespolitik: Denn die Aufteilung auf vier Standorte erfordere Neueinstellungen von Lehrkräften. Allerdings sei das bei der derzeit katastrophalen Lage auch erforderlich. Die Unterrichtsversorgung in der Schule am Meer sei schon nicht gut, die in der Schule am Wiesendamm jedoch "eine Unverschämtheit", so Lasse Weritz.

Ulla Bergen gab zu bedenken, dass das Land schwerlich Lehrkräfte aufs Land zwingen könne. Eine Chance sei jedoch die durch neue Schulstandorte entstehende Entzerrung, die auch bessere Arbeitsbedingungen verspreche.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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