Warnstreik bei Siemens Gamesa in Cuxhaven: 300 Beschäftigte legen Arbeit nieder
Rund 300 Beschäftigte des Siemens-Gamesa-Werks in Cuxhaven haben sich nach Angaben der IG Metall Weser-Elbe an einem Warnstreik beteiligt. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld, eine Gewinnbeteiligung und die Sicherung von Arbeitsplätzen.
Nach Angaben der IG Metall Weser-Elbe haben sich am frühen Montagmorgen (2. November) rund 300 Beschäftigte des Siemens-Gamesa-Werks in Cuxhaven an einem Warnstreik beteiligt. Wie die Gewerkschaft mitteilt, legte die gesamte Nachtschicht ab 4 Uhr bis zum Schichtende die Arbeit nieder. Es war demnach die erste Schicht nach dem Ende der Friedenspflicht am 1. November, die dem Streikaufruf folgte.
Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert ein Tarifpaket mit fünf Prozent höheren Entgelten, einer tariflichen Beschäftigungssicherung sowie einer Gewinnbeteiligung für Unternehmen, die wirtschaftlich besonders erfolgreich sind. Nach Darstellung der Gewerkschaft haben die Arbeitgeberverbände in der vergangenen Woche hingegen lediglich eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und eine Entgelterhöhung um 1,3 Prozent ab Juli 2028 angeboten. Die IG Metall bewertet dieses Angebot als unzureichend und warnt vor Kaufkraftverlusten für die Beschäftigten.

Bei einer Kundgebung vor dem Werkstor An der Baumrönne kritisierte die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Weser-Elbe, Doreen Arnold, die Haltung der Arbeitgeber. Die Beschäftigten trügen täglich zum Unternehmenserfolg bei, sollten nun aber Reallohnverluste hinnehmen. Das sei weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll, erklärt Arnold laut Gewerkschaftsmitteilung.
IG Metall fordert Bewegung in den Verhandlungen
Aus Sicht der IG Metall sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten tarifliche Regelungen notwendig, die Arbeitsplätze sichern und den Beschäftigten langfristige Perspektiven bieten. Eine Schwächung der Kaufkraft würde nach Einschätzung der Gewerkschaft auch die Nachfrage und damit die wirtschaftliche Entwicklung belasten.
Mit der Arbeitsniederlegung in Cuxhaven beteiligten sich die Beschäftigten nach Gewerkschaftsangaben an den bundesweiten Warnstreikaktionen, die in der Nacht zum 1. November begonnen hatten. Die IG Metall Weser-Elbe rechnet im weiteren Verlauf mit einer hohen Beteiligung an den Protesten. Arnold forderte die Arbeitgeber auf, sich am Verhandlungstisch zu bewegen und ein verbessertes Angebot vorzulegen.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.