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Barbara Itgen leitet die Kita St. Willehad in Ritzebüttel. Geboren und aufgewachsen ist die 52-Jährige im Münsterland. Schon als Kind verbrachte sie viel Zeit in Cuxhaven. Foto: Larschow
Barbara Itgen leitet die Kita St. Willehad in Ritzebüttel. Geboren und aufgewachsen ist die 52-Jährige im Münsterland. Schon als Kind verbrachte sie viel Zeit in Cuxhaven. Foto: Larschow
Menschen unserer Stadt

Zwischen Kita-Alltag und Ehrenamt in Cuxhaven: Engagement für Kinder und die Stadt

von Tim Larschow | 24.10.2026

Schon als Kind verbrachte Barbara Itgen viel Zeit in Cuxhaven. Heute leitet die 52-Jährige die Kita St. Willehad in Ritzebüttel, engagiert sich ehrenamtlich und genießt die maritime Atmosphäre ihrer Wahlheimat. 

Schon als Kind verbrachte Barbara Itgen viel Zeit in Cuxhaven. Heute leitet die 52-Jährige die Kita St. Willehad in Ritzebüttel, engagiert sich ehrenamtlich und genießt die maritime Atmosphäre ihrer Wahlheimat. Besonders am Herzen liegen ihr die Kinder - und die Frage, wie sie in Cuxhaven gut ins Leben starten können.

"Wenn wir heute noch zu dem Wohnwagenplatz beim Hotel Seelust kommen, ist es wie nach Hause kommen", sagt Barbara Itgen. Schon als Kind verbrachte sie ihre Ferien und zahlreiche Wochenenden in Cuxhaven. Auf dem Campingplatz entstanden viele Freundschaften, die bis heute halten. Der Stadt blieb sie auch später treu. Irgendwann verbrachte sie fast jedes Wochenende hier an der Nordsee.

"Es war immer mein Traum, eine Kita zu leiten"

Geboren wurde Itgen vor 52 Jahren in Coesfeld im Münsterland. Nach dem Fachabitur an der Liebfrauenschule wollte sie eigentlich Fremdsprachenkorrespondentin werden. Doch ihr beruflicher Weg führte sie in eine andere Richtung. Nach einem einjährigen Praktikum an einer katholischen Kita entschied sie sich für die Ausbildung zur Erzieherin. Direkt nach dem Anerkennungsjahr bekam sie eine Stelle als Gruppenleiterin. Damals, erinnert sie sich, waren Erzieherinnen und Erzieher noch längst nicht so gefragt wie heute. 

"Cuxhaven blieb währenddessen mein Rückzugsort und hier habe ich auch 2010 meinen Mann auf Neuwerk kennengelernt - auf dem Turm der Insel. Er lebte damals noch in Hamburg", erzählt sie. Für die gemeinsame Zukunft stellte Itgen ihre Pläne um, zog zunächst zu ihm in die Hansestadt. 2011 kam das erste Kind zur Welt, 2013 das zweite. Nur sechs Wochen später zog die Familie nach Cuxhaven.

"Das Größte für mich ist, jetzt in Cuxhaven wohnen zu dürfen", sagt Itgen. Noch immer genießt sie es, durch den Hafen zu laufen oder über den Deich zu gehen. "Dann denke ich mir einfach nur: Wow." Besonders freut sie sich darüber, wie vielseitig ihre Kinder hier aufwachsen können.

Beruflich hatte sie sich bereits früh weiterqualifiziert: Von 2010 bis 2012 absolvierte sie eine Weiterbildung zur Fachwirtin im Erziehungswesen. Nach der Geburt ihrer Kinder wollte sie zunächst vor allem Mutter sein. Doch irgendwann fragte die damalige Leiterin der Kita St. Marien sie, ob es nicht Zeit sei, wieder in den Beruf einzusteigen. Itgen fing in der Kita Zwölf Apostel in Altenwalde an - zunächst mit wenigen Stunden, später mit 15 Stunden in der Woche. Fünf Jahre blieb sie dort.

Als in der Kita St. Willehad die Leitungsstelle frei wurde, bot sich ihr schließlich die Chance, einen lang gehegten Wunsch zu verwirklichen. "Es war immer mein Traum, eine Kita zu leiten", sagt sie. Seit August 2022 ist sie in St. Willehad tätig. "Ich bin total glücklich hier."

Die Kita beschreibt sie als kleine Oase mitten in einem von Industrie geprägten Umfeld. Dazu gehört auch eine Streuobstwiese, deren Ernte in der Einrichtung verarbeitet werden kann. Es ist ein Ort, an dem Kinder Natur erleben und Gemeinschaft erfahren sollen. Natürlich gebe es auch Tage, an denen sie genervt sei. Doch grundsätzlich komme sie jeden Tag gerne zur Arbeit - wegen der Kinder und des Teams.

Die kleinen Menschen gut ins Leben zu führen

In der Kita St. Willehad werden Kinder unterschiedlicher Altersgruppen betreut: 50 Kita-Kinder, 15 Krippenkinder sowie 20 Hortkinder, die die Realschule besuchen. Insgesamt kommen die Kinder aus 14 Nationen. Für Itgen ist das gelebte Inklusion. Und die endet für sie nicht an der Tür der Einrichtung, sondern gehört zum Selbstverständnis der gesamten Kirchengemeinde.

Dass Kinder gut begleitet werden, ist für sie auch eine Aufgabe, die über die einzelne Kita hinausgeht. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Martinskirche, der Grundschule, der Kita Lummerland, dem neuen Hort Lummerland und der Jugendhilfestation Ritzebüttel des DRK arbeitet St. Willehad in einem Netzwerk zusammen. Ziel ist es, genau hinzuschauen, was Kinder und Familien vor Ort brauchen. "Es geht nicht um Konkurrenz, sondern darum, die kleinen Menschen in Ritzebüttel gut ins Leben zu führen", sagt Itgen.

Der Blick von Babara Itgen richtet sich immer auch in die Zukunft. Sie hat den Eindruck, dass die Kinderzahlen in den meisten Kitas zurückgehen. Bei der Planung neuer Kitas müsse deshalb genau hingeschaut werden. Für Itgen ist deshalb klar: Bevor neue Kitas gebaut werden, sollte auch der Bestand geschützt und in bestehende Einrichtungen investiert werden. "Man muss die Kitas wertschätzen, in denen schon so viel gewachsen ist", sagt sie. Entscheidend sei, die Qualität zu sichern und die Entwicklung der Kinderzahlen aufmerksam zu beobachten.

Auch außerhalb ihres Berufs übernimmt Itgen Verantwortung für ihre Heimatstadt. Als zweite Vorsitzende des Vereins Bürger für das Schloss Ritzebüttel möchte sie insbesondere junge Familien für das Schloss und die Cuxhavener Geschichte begeistern. Geschichte soll für junge Menschen sichtbar und erlebbar werden. Ein Beispiel dafür ist das Familienkonzert "Karneval der Tiere", das Mitte Februar stattfinden soll.

Ihr Mann engagiert sich im Lions Club. Bei dessen Aktionen unterstützt sie ebenfalls, etwa bei der Tombola. Darüber hinaus ist Itgen mit der Seemannsmission Cuxhaven verbunden. Besonders gerne beteiligt sie sich mit den Kindern, an Bastelaktionen für Seeleute, speziell in der Weihnachtszeit. 

Kinder der Kindertagesstätte St. Willehad gestalten Geschenktüten für die Aktion "Weihnachten an Bord" der Seemannsmission. Foto: Larschow

Musik gehört ebenfalls zu ihrem Leben. Itgen spielt selbst Querflöte und schätzt das kulturelle Angebot der Stadt. Besonders das Mare-Musikfestival hat es ihr angetan. Cuxhaven habe bereits viele großartige Veranstaltungen zu bieten, findet sie. Und wenn sie einmal Zeit nur für sich braucht? Dann zieht es sie ans Wasser. "Meine Insel ist mein Strandkorb bei der Kugelbake das ist mein Lieblingsplatz in Cuxhaven."

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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