Kfz-Zulassung: Im Kreis Cuxhaven kommt auf fast jeden Einwohner ein Fahrzeug
Erstmals wurde im Landkreis Cuxhaven die Marke von 200.000 zugelassenen Fahrzeugen überschritten - fast so viele, wie es Einwohner gibt. Zudem zeigt die Zulassungsstatistik die Entwicklung im Bereich der Elektromobilität und der Online-Zulassung.
Auf den Straßen des Landkreises Cuxhaven wird es immer voller - und das nicht nur gefühlt. Erstmals wurde die Marke von 200.000 zugelassenen Fahrzeugen überschritten - genau genommen sind es 200.990 Fahrzeuge. Damit kommt rechnerisch fast auf jeden der rund 201.800 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2023) ein Fahrzeug. Ein Blick in die Zulassungsstatistik des vergangenen Jahres zeigt interessante Entwicklungen.
Zulassungsstellen haben über 35.000 Termine vergeben
Mehr als 100.000 Vorgänge haben die Zulassungsstellen in Cuxhaven, Hemmoor und Schiffdorf im vergangenen Jahr bearbeitet. Dazu zählen unter anderem Zulassungen (knapp 6.700), Umschreibungen (27.400), Abmeldungen (circa 23.600), die Bearbeitung von Anzeigen wie Diebstahl oder Adressänderungen, Versicherungswechsel (etwa 18.000) sowie die Abnahme von eidesstattlichen Versicherungen (mehr als 500). Nicht alle Vorgänge mussten am Schalter bearbeitet werden, doch der Großteil fand im persönlichen Kontakt statt. Dafür haben die drei Zulassungsstellen insgesamt 35.784 Termine vergeben - 10.500 mehr als noch im Jahr 2022. Allerdings wurde das Terminvergabeverfahren damals erst im März eingeführt. Wer übrigens heute einen Termin buchen möchte, bekommt mit Glück am nächsten, spätestens aber am dritten Werktag einen Termin. In Schiffdorf gibt es sogar immer wieder tagesaktuelle Termine.
Weniger Omnibusse, Sattelanhänger und Zentralachsanhänger
Am Stichtag 31. Dezember 2024 zählte der Landkreis Cuxhaven 200.990 zugelassene Fahrzeuge, die sich wie folgt unterteilen: 128.530 Pkw, 9.289 Lkw, 103 Omnibusse, 3.023 Sonderfahrzeuge, 13.487 Krafträder, 10.392 Zugmaschinen, 19.955 Anhänger, 222 Sattelanhänger und 15.988 Zentralachsanhänger (beispielsweise Pferdeanhänger oder kleine Wohnmobile). Im Vergleich zum Vorjahr sind alle Zahlen gestiegen. Lediglich die Zahl der Omnibusse ist um fünf, die der Sattelanhänger um 19 und die der Zentralachsanhänger um 108 Stück gesunken. Die wenigsten Fahrzeuge (614, davon 325 Pkw) sind übrigens in Osterbruch zugelassen, die meisten in der Stadt Cuxhaven (38.981, davon 28.007 Pkw). Und mit welcher Art Antrieb sind die Cuxländer unterwegs? Geht der Trend weiterhin in Richtung Elektromobilität?
Zulassung von E-Autos sinkt
In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Zulassungszahlen von Elektroautos (E-Autos) in Deutschland stetig nach oben entwickelt. In Niedersachsen wurden 2022 47.860 reine Elektroautos neu zugelassen, 2023 erreichte die Zahl der Neuzulassungen mit 55.518 Fahrzeugen ihren Höhepunkt. 2024 gab es allerdings einen Rückgang auf etwa 52.867 Neuzulassungen. Dieser Rückgang wird hauptsächlich auf das abrupte Ende der staatlichen Förderung für E-Autos im Dezember 2023 zurückgeführt. Diese Entwicklung zeigt sich auch im Landkreis Cuxhaven. Ende 2021 gab es 1.076 reine E-Autos, Ende 2022 waren es 2.868, und am 1. Januar 2024 waren es 2.599 Elektroautos. Aktuelle Zahlen für den Kreis Cuxhaven liegen noch nicht vor. "Aber die Tendenz zeigt, dass es einen Einbruch gibt und die Zahl stark am Sinken ist", bestätigt Nicole Krüger, Teamleiterin der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises Cuxhaven. Derzeit haben Elektrofahrzeuge einen Anteil von etwa zwei Prozent am Gesamtbestand. Rund 60 Prozent aller Fahrzeuge sind Benziner, 33 Prozent Diesel. Die restlichen fünf Prozent entfallen auf Hybrid- und Gasfahrzeuge.
Online-Dienste sparen Zeit und Geld
Abschließend noch ein Blick auf die Entwicklung der Online-Zulassung (iKfz), die im November 2023 im Kreis Cuxhaven eingeführt wurde. "Die Zahl der Online-Vorgänge hat im vergangenen Jahr stetig zugenommen. Den Großteil machen die Abmeldungen aus. Die Zahl der Zulassungen ist noch überschaubar", berichtet Teamleiterin Nicole Krüger. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 3.501 Vorgänge über den Online-Dienst. Davon waren 2.947 Abmeldungen, 43 Neuzulassungen, 381 Umschreibungen, 90 sonstige Änderungen und 33 Wiederzulassungen. Der Vorteil des Online-Dienstes liegt in der Ersparnis von Zeit und Kosten, heißt es von der Zulassungsstelle. Die Abwicklung kann jederzeit - Tag und Nacht - erfolgen. Sobald bei einer Zulassung beispielsweise der vorläufige Zulassungsnachweis heruntergeladen wurde, kann das neue Auto sofort genutzt werden. "Außerdem wurden die Gebühren im September drastisch gesenkt", so Teamleiterin Nicole Krüger. Eine Abmeldung via Internet kostet demnach 2,10 Euro, vor Ort 15,90 Euro. Eine Zulassung oder Wiederzulassung kostet online 12,80 Euro, vor Ort etwa 30 Euro. Die Entwicklung der Online-Zulassung könnte in diesem Jahr also weiter ansteigen.