Wie hiesige Ortsnamen entstanden sind
Die Gemeinsamkeiten und Parallelen zwischen den Benennungen der Siedlungen sollen im Folgenden aufgezeigt werden, um Entstehungshintergründe zu identifizieren.
von Hinrich Hildebrandt
Ortsnamen spiegeln ein Stück Heimatgeschichte wider. Oft sind sie aus plattdeutschen Namensformen entstanden, die sich im Laufe der Jahrhunderte unter hochdeutschem Einfluss gewandelt haben. In der Regel setzen sie sich aus zwei Bestandteilen zusammen. So verrät uns der Ortsname Neuenkirchen beispielsweise, dass sich hier eine Kirche befindet und dass diese zur Zeit der Namensgebung neu war.
Von den drei Bodenformen der Region - Marsch, Geest und Moor - finden sich die ersten beiden nur recht selten in den Benennungen von Ortsteilen. Beispiele hierfür sind die Siedlung Alte Marsch zwischen Groden und Altenbruch sowie die Oppelner Geest. Mit den verstreut liegenden Mooren verhält es sich anders, sie kommen überall vor.

Wohnorte wurden gerne an Gewässern gebaut
Wohnorte wurden gerne an Gewässern gebaut, nach denen sie auch benannt sind. Als "Beck", "Aue" oder "Lede" werden natürliche und als "Fleeth" oder "Wettern" künstliche Wasserläufe bezeichnet. Der Ortsname Basbeck setzt sich aus dem plattdeutschen Wort "Beck" (Bach) und dem altniederdeutschen Wort "bas" zusammen. Letzteres kann "Weiden- oder Lindenholz", "Niederung" oder "Flachland" bedeuten. Basbeck wird daher so viel heißen wie "Beck im Flachlande", in der Niederung mit Untergehölz. Bornberg und Cadenberge ragen über ihre Umgebung hinaus.
In Ihlbeck steckt der Name der Ihlen oder Blutegel. Wohlenbeck kommt von den Wörtern "Woold" (Wald) und "Beck", also einem Bach, der durch einen Wald fließt. Bröckelbeck ist der Name eines Baches in einem Bruchgelände. Die Stein-Aue und die Moor-Aue haben den Orten Steinau und Moorausmoor ihre Namen gegeben.

Die Namen Nordleda und Süderleda sind leicht zu erklären. Nordleda setzt sich aus den Worten "Nord" für Norden und "Leda" für den Fluss Lee, einem ehemaligen Nebenfluss der Medem, zusammen.
Diese Ansiedlung lag nördlich dieses Flusses, während die Siedlung südlich davon Süderleda genannt wurde. Auf dem Isensee, einem Moorsee, hielt sich das Eis lange.
Die Endung "Bruch" in Ortsnamen deutet zumeist auf eine feuchte Landschaft hin. Osterbruch setzt sich aus den Worten "Oster" und "Bruch" zusammen, was auf eine Lage "im Osten" und einen "Bruch" (Sumpf oder Moorgebiet) hinweist. Dies war für die Gegend typisch. Das Wort "Kehding" bedeutete so viel wie Eindeichung und findet sich in Kehdingbruch wieder.
Ellerbruch weist auf das dort wachsende Erlenholz hin
Die auf der Geest gelegenen Ortsteile Iserbrock und Ellerbruch zeigen, dass der Name nicht unbedingt an die Marsch gebunden sein muss, sondern auch feuchten Grund auf der Geest bedeuten kann. Der Name "Ellerbruch" weist auf das dort wachsende Erlenholz hin.

Die Hauptsiedlungsform ist das Dorf. Aus einer frühen Wurtensiedlung entwickelte sich in Otterndorf eine Stadt. Nindorf präsentierte sich als "das neue Dorf", kann aber dennoch sehr alt sein und im Hinblick auf eine frühere Muttersiedlung so benannt worden sein. Bei Armstorf weist die alte Namensform "Ismersdorf" auf einen Personennamen hin. Der Name Altendorf leitet sich von "Altes Dorf" ab und bezieht sich auf eine historische Siedlung. Möglicherweise wurde diese erst zur Abgrenzung von dem aufblühenden Ort Osten an der Oste so benannt.
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