37 Jahre deutsch-französische Freundschaft im Kreis Cuxhaven: "Mit Herzblut dabei"
Seit 37 Jahren verbindet eine Partnerschaft Neuenkirchen (Landkreis Cuxhaven) und St. Broladre. Der Besuch der Franzosen zeigt, wie Freundschaft trotz Sprachbarrieren gelebt wird und welche Herausforderungen die Zukunft birgt.
"Elf Freunde hier und elf Freunde dort. Das ist das Herz", sagte Uwe Warrings. Bereits seit 37 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Neuenkirchen (Landkreis Cuxhaven) und St. Broladre in Frankreich. Über das Pfingstwochenende waren die Gäste aus Frankreich wieder im Kreis Cuxhaven zu Besuch.
Bereits am Freitag (22. Mai 2026) waren die 43 Franzosen in Neuenkirchen angekommen. Am Sonnabend gab es dann ein buntes Programm in Otterndorf: Auch die St.-Severi-Kirche wurde besichtigt. Dort wurden die Gäste von Pastorin Franziska May, dem Otterndorfer Bürgermeister Claus Johanßen und Kantor Christian Müller begrüßt. Sie erfuhren etwas zur Geschichte der ältesten Stadt in der Region sowie über die Kirche und ihre Ausstattung. "Wir haben hier die größte Orgel im Elbe-Weser-Raum", erzählte der Kantor, bevor er einige Stücke auf der Orgel spielte.

Im Anschluss wurde gemeinsam im Gemeindehaus Kaffee und Kuchen genossen. "Ich finde es erstaunlich, wie wir das hinbekommen, obwohl wir nicht das beste Französisch sprechen", sagte Uwe Uelzen. Er und seine Frau sind eingesprungen, da noch fünf Franzosen eine Unterkunft gesucht haben. Bereits seit dem Beginn vor 37 Jahren ist er Teil der Partnerschaft. "Es ist sehr schön und macht unheimlich viel Spaß", berichtete der Pedingworther. Außerdem sei es etwas Besonderes. "Als es damals losging, ahnte keiner, dass es mal so wird", schilderte Uelzen.
Der Nachwuchs fehlt
"Du brauchst keine Angst haben, dass es mit der Kommunikation nicht funktioniert", sagte Uwe Warrings, Vorsitzender vom Partnerschaftskomitee Neuenkirchen. Die meisten können nur wenig Französisch sprechen, dennoch habe keiner Scheu, miteinander zu kommunizieren. "Wir sind mit Herzblut dabei." Jedoch gebe es ein Problem: der Nachwuchs. "Wir haben Angst, dass wir überaltern", erklärte der Vorsitzende.
Seit zehn Jahren ist Petra Hayungs mit dabei, Auslöser war ihre Tochter. An der Grundschule wurde zur Begrüßung der französischen Gäste damals etwas aufgeführt: Ihre Tochter war Teil davon. "Und wann fahren wir da mit?" kam im Anschluss die Frage an ihre Mutter. Hayungs unterrichtet inzwischen Französisch an der Oberschule: "Aber man braucht kaum Worte, um sich zu verstehen", schilderte sie. Es sei eine Vertrautheit untereinander gewachsen. "Man ist zusammen und fühlt sich gut nebeneinander."

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