Tankrabatt ab Oktober: Tankstellen im Kreis Cuxhaven rechnen mit erneutem Ansturm
Ein neuer Tankrabatt ab 1. Oktober bringt die erhoffte Entlastung bei den Kraftstoffpreisen. Während lokale Tankstellen sich auf den zu erwartenden Ansturm vorbereiten, fordert der ADAC weitere Maßnahmen zur Preisregulierung.
In diesem Jahr hat sich an den deutschen Tankstellen viel getan. Die Preise erreichen Rekordhöhen - eine wirkliche Verbesserung ist nicht in Sicht. Ab dem 1. Mai 2026 gab es für zwei Monate bereits einen Tankrabatt - nun folgt der nächste.
Seit dem 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag, um zwölf Uhr, erhöhen. Dadurch entstanden im Landkreis Cuxhaven teilweise Staus an den Tankstellen, da viele Menschen vor zwölf Uhr noch tanken wollten. Für zwei Monate folgte zudem ab Mai ein Tankrabatt, der für Entlastung der Autofahrer sorgen sollte.
Am Freitag (25. September 2026) hat der Bundestag den neuen Tankrabatt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026 beschlossen. Die Energiesteuer auf Kraftstoffe wird ab Donnerstag (1. Oktober 2026) um 14 Cent pro Liter gesenkt. Gemeinsam mit der daraus resultierenden Mehrwertsteuersenkung ergibt sich ein Rabatt von 17 Cent.
Tankstellenmitarbeiter rechnen mit mehr Andrang
"Es ist ruhiger", beschreibt eine Mitarbeiterin einer Cuxhavener Shell-Tankstelle die Lage zwei Tage vor dem Tankrabatt. Viele würden immer noch volltanken, das liege aber auch daran, dass sie viele Urlaubsgäste hätten. "Die tanken dann meist voll, bevor sie nach Hause fahren." Zwischen zehn und zwölf Uhr kämen immer noch viele Leute an die Tankstelle. "Die ersten Tage wird es bestimmt wieder etwas mehr", schätzt sie die Einführung des Tankrabattes ein. Die Leute seien alle freundlich, dennoch werde sich oft über die Preise beschwert. "Viele kommen und sagen 'Oh, ist das teuer geworden.‘ Sie suchen vermehrt das Gespräch", berichtet die Mitarbeiterin.
An der Team Tankstelle in Otterndorf haben nicht unbedingt weniger Leute getankt, berichtet Dörte Johannsen. "Aber die Leute tanken aktuell schon weniger." Die Chefin der Tankstelle geht von einem erneuten Ansturm aus, sobald der Rabatt greift.
Der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) begrüßt die befristete Energiesteuersenkung als Entlastung für Autofahrer und fordert, dass der Tankrabatt vollständig weitergegeben wird. Zudem spricht sich der ADAC für eine Abschaffung der Zwölf-Uhr-Regelung aus, teilt ein Sprecher mit. Durch die Regel wurden die Preise nicht mehr so häufig am Tag verändert und der Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer. Günstiger ist es dadurch jedoch nicht geworden. "Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet", so der ADAC.
Tankrabatt zu knapp 80 Prozent weitergegeben
Der erste Tankrabatt wurde nicht vollständig, aber überwiegend an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben, zeigt der Quartalsbericht vom Bundeskartellamt. Auch im Mai und Juni lag der offizielle Rabatt bei 17 Cent. Von der Absenkung der Energiesteuer seien bei Diesel 82,6 Prozent und bei Benzin 77,8 Prozent an die Verbraucher weitergegeben worden. Bei Diesel fehlten zu den 17 Cent Rabatt im Schnitt 2,9 Cent und bei Benzin 3,7 Cent, die nicht an die Autofahrer weitergegeben wurden.
Auch Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne (SPD), äußerte sich zum kommenden Tankrabatt. Bürger, Pendler sowie viele Unternehmen seien aufgrund der seit Monaten hohen Kraftstoffpreise auf eine spürbare Entlastung angewiesen, so der Minister. "In der aktuell besonders angespannten Lage zählt vor allem, dass schnell geholfen wird." Er sagte aber auch, dass eine langfristige Lösung benötigt werde und die Bundesregierung weiter am vereinbarten Spritpreisdeckel arbeiten müsse. Zudem müsse es zukünftig Möglichkeiten geben, Entlastungen schnell und zielgerichtet auszuzahlen. "Kurzfristige Hilfe ist richtig. Wir müssen aber schnell und dauerhaft handlungsfähig werden und dafür benötigen wir die passenden Instrumente", betonte Tonne.
Tipps fürs Tanken
Wer beim Tanken sparen möchte, sollte kurz vor zwölf Uhr tanken. Das sei aktuell der günstigste Tankzeitpunkt, beschreibt der ADAC. Eine spritsparende Fahrweise und das Vergleichen von Tankstellen könne ebenfalls helfen: Die erstbeste Tankstelle sei nicht immer die günstigste. Der ADAC rät zudem, auf das teurere E5 zu verzichten. "In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10." Damit kann pro Liter im Durchschnitt noch einmal fünf bis sechs Cent gespart werden.
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