Tanken im Kreis Cuxhaven so teuer wie lange nicht - ADAC erklärt Gründe und Spartipps
Die Spritpreise im Landkreis Cuxhaven schießen in die Höhe. Der ADAC gibt Tipps, wie trotzdem gespart werden kann. Eine Aufklärung darüber, wie sich die Spritpreise zusammensetzen. Zudem: die erste positive Entwicklung seit Tagen.
An den Tankstellen sind deutschlandweit die Preise für Diesel, Benzin und E10 Super massiv angestiegen - so auch im Landkreis Cuxhaven. Zum ersten Mal seit Tagen ging der Preis auf den Tankstellenanzeigen wieder leicht nach unten, berichtet Nils Linge vom ADAC Regionalclub Weser-Ems.
Der Krieg im Nahen Osten macht sich auch hier bemerkbar, vor allem wenn die eigene Tankanzeige beginnt, rot zu leuchten. Zu Jahresbeginn lag der bundesweite Tagesdurchschnitt für E10 noch bei 1,709 Euro, für Diesel bei 1,658 Euro. Am Dienstag (10. März 2026) erreichte der Durchschnitt seinen aktuellen Höchststand: 2,045 Euro für E10 und 2,188 Euro für Diesel. Regional können die Preise jedoch anders aussehen. "Die Preise passieren auf regionalen Märkten", erklärt Linge. Sogar im selben Landkreis könnten die Preise voneinander abweichen. "In Otterndorf ist es vielleicht viel teurer als in Cuxhaven", führt der ADAC-Sprecher als Beispiel an. Besonders Angebot und Nachfrage seien für die Preisentwicklung entscheidend.
Im Durchschnitt leicht gesunken
"Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges ist Sprit im Tagesvergleich wieder billiger geworden", heißt es vom ADAC. E10 war durchschnittlich 3,4 und Benzin 5,4 Cent billiger als am vorherigen Tag. Jedoch liegt der Preis pro Liter damit immer noch 23 Cent bei E10 und 39 Cent bei Diesel über dem Wert vor Beginn des Krieges. "Mit Krisen wird immer Geld verdient", beschreibt ADAC-Sprecher Linge.
"Ein zentraler Treiber des Preisanstiegs der letzten Zeit waren die Rohölpreise, die in den vergangenen eineinhalb Wochen kräftig zugelegt hatten", teilt der ADAC mit. Dies liege daran, dass der Krieg die Straße von Hormus betreffe. Durch diese werden große Mengen an Rohöl sowie Flüssiggas transportiert.
Der Krieg im Nahen Osten werde zu einem Anstieg der Einkaufspreise führen - dieser sei in Deutschland in dieser Höhe jedoch noch nicht angekommen, erklärt der Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands (TIV) Herbert W. Rabl. Aktuell seien die Lager noch voll; durch die Lieferketten sei erst in etwa einer Woche mit einem erhöhten Ölpreis zu rechnen. Rabl kritisiert, dass die Mineralölunternehmen den erwarteten Preisanstieg bereits jetzt, bevor die Kosten tatsächlich gestiegen sind, an die Verbraucher weitergeben: "Der Sprit, der jetzt getankt wird, wurde vor zwei, drei Wochen eingekauft, zu niedrigeren Preisen. Den jetzt an Kunden für mehr als zwei Euro weiterzugeben, bedeutet eine exorbitante Gewinnmarge für die Mineralölkonzerne." Zwar steigen auch im EU-Ausland die Preise für Kraftstoff, doch in Deutschland sei der Anstieg überproportional hoch.

Drei entscheidende Faktoren
Entscheidend für die Preise von Benzin, Diesel und E10 sind laut Wirtschaftsverband Fuels und Energie drei Faktoren: Steuern und staatliche Abgaben, Einkaufs- und Produktpreis sowie Beschaffung und Vertrieb. Mehr als die Hälfte des Kraftstoffpreises setze sich aus Steuern und staatlichen Abgaben zusammen, teilt der Verband mit. Diese umfassen unter anderem die Ökosteuer, CO2-Abgaben, den Erdölbevorratungsbeitrag und die Mehrwertsteuer. Auch die Einkaufs- oder Produktpreise für Kraftstoff bestimmen, wie viel der Verbraucher an der Tankstelle zahlt.
Die genaue Preisentwicklung sei jedoch oftmals nicht transparent, beschreibt ADAC-Sprecher Linge. "Wir hoffen, dass die Preise wieder weiter runtergehen. Eine Prognose können wir aber nicht treffen."
Alternativen zum Auto suchen
Wer tanken muss und sparen möchte, sollte am besten abends nach Feierabend tanken, meint Linge. "Das Vergleichen von Preisen kann sich ebenfalls lohnen." Zudem rät der Sprecher, auch auf Alternativen zurückzugreifen: "Vielleicht fährt der ÖPNV gut oder man kann Fahrgemeinschaften bilden." Einige Wege könne man auch zu Fuß machen, anstatt ins Auto zu steigen. Generell gelte aktuell: "Alles möglichst vermeiden, was Sprit kostet", betont Linge.
Rechenbeispiel des ADAC: E10- und Dieselpreis
Der ADAC hat für Diesel und E10 exemplarisch ausgerechnet, wie sich Steuern und Abgaben zusammensetzen. Die Angaben entsprechen dem Durchschnittspreis 2025.
E10:
Energiesteuer: 38,7 Prozent
CO2-Abgabe: 9,3 Prozent
Mehrwertsteuer: 16 Prozent
Kosten und Gewinn: 36 Prozent
Diesel:
Energiesteuer: 29,2 Prozent
CO2-Abgabe: 10,8 Prozent
Mehrwertsteuer: 16 Prozent
Kosten und Gewinn: 44 Prozent
Wie sich der Preis für Super-Benzin zusammensetzt, haben die Statistiker von Statista.de für das Jahr 2025 errechnet:
Energiesteuer: 37,6 Prozent
CO2-Abgabe: 7,5 Prozent
Mehrwertsteuer: 16 Prozent
Kosten und Gewinn: 38,9 Prozent.
Von Märthe Werder und Anke Settekorn