11.45 Uhr an einer Cuxhavener Tankstelle am Dienstag (30. Juni 2026) einen Tag bevor der Tankrabatt endet. Foto: Werder
11.45 Uhr an einer Cuxhavener Tankstelle am Dienstag (30. Juni 2026) einen Tag bevor der Tankrabatt endet. Foto: Werder
Preisanstieg 

Ende des Tankrabatts: Preise im Kreis Cuxhaven steigen an den Tankstellen deutlich an

von Märthe Werder | 01.07.2026

Mit dem Ende des Tankrabatts zum 1. Juli 2026 steigen die Spritpreise auch im Landkreis Cuxhaven rasant an. Der ADAC kritisiert die Entwicklung und rät zu spritsparendem Verhalten. 

Für zwei Monate sanken die Preise an den Tankstellen aufgrund des Tankrabatts der Bundesregierung. Zum 1. Juli 2026 endete der Rabatt jedoch, was sich auf den Anzeigetafeln der Tankstellen im Landkreis Cuxhaven bemerkbar macht.

Am Dienstag (30. Juni 2026) 15 Minuten vor 12 Uhr: Eine kleine Schlange bildet sich an der Auffahrt zu einer Cuxhavener Tankstelle. Der Liter Diesel kostet 1,66 Euro, Super E10 1,84 Euro und Super 1,89 Euro. "Es waren viele da", erzählt Tankstellenmitarbeiterin Alicia Müller. Einige hätten nochmal vollgetankt, bevor der Tankrabatt endet. Empörte Kunden habe sie bislang nicht gehabt. "Manche realisieren immer noch nicht, dass der Preis um 12 Uhr hochgeht, aber sonst ist alles entspannt", sagt sie.

Am Mittwoch (1. Juli) zehn Minuten vor der Preiserhöhung um 12 Uhr: Einige wenige Autos fahren an die Tankstelle heran, aber deutlich weniger als am Tag zuvor. Pro Liter Diesel zahlt man 1,91 Euro, für Super E10 2 Euro und für Super 2,06 Euro. Damit ist der Preis zum Vortag im Schnitt um 19 Cent pro Liter angestiegen. "Der Tankrabatt hat auf jeden Fall etwas bewirkt", betont Nils Linge vom ADAC-Regionalclub Weser-Ems. Die Preise sind durch den Rabatt gesunken und für die Verbraucher sei es dadurch bezahlbarer geworden.

Mit Ende des Tankrabatts ist kurz vor 12 Uhr weniger los als am Vortag. Foto: Werder

Anstieg erfolgte bereits vor dem 1. Juli

Bereits mit der Erhöhung um 12 Uhr am 30. Juni sind die Preise stellenweise stark angestiegen. "Die Mineralölunternehmen haben das Ende des Tankrabatts zum 1. Juli vorweggenommen und die Kraftstoffpreise bereits am Vortag kräftig erhöht", heißt es in einer Mitteilung des ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club). Super E10 kostete bereits am letzten Tag mit Tankrabatt im bundesweiten Durchschnitt 6,2 Cent mehr als am Vortag. Der Dieselpreis ist mit 7,5 Cent noch stärker angestiegen. "Vor dem Hintergrund des seit Tagen insgesamt stabilen Rohölpreises und des ohnehin seit langem überteuerten Preisniveaus an den Zapfsäulen ist dieses Vorgehen aus Sicht des ADAC scharf zu kritisieren.", teilt der ADAC mit. 

An der Tankstelle wird es für Autofahrer wieder teurer - der Tankrabatt ist vorbei. Foto: Lütt

Der ADAC habe bereits erwartet, dass die Preise vor dem offiziellen Auslaufen des Tankrabatts wieder steigen, so Linge. "Es ist ungünstig, dass das Ende des Rabatts mit dem Ferienbeginn zusammenfällt", sagt der ADAC-Sprecher. Die Preise steigen vor den Ferien generell oft an - dadurch kommt es jetzt zur Vermischung der Ereignisse.

"Es braucht eine zukunftsfähige Lösung"

Vergleicht man die Preise im Landkreis, zeichnet sich überall ein ähnliches Bild ab: In Hemmoor kostet der Liter Super E10 am Nachmittag zwischen 2,04 Euro und 2,10 Euro. In Otterndorf 2,06 Euro und in der Wingst 2,08 Euro. Es brauche eine generelle Lösung bei Krisen - die Bundesregierung müsste sich überlegen, wie mit zukünftigen Schwankungen umgegangen werde. "Es braucht eine zukunftsfähige Lösung", betont Linge.

Der ADAC rät Verbrauchern weiterhin, die Preise zu vergleichen und an der günstigsten Tankstelle zu tanken, auch wenn die nicht die Stammtankstelle ist. "Verbraucher sollten sich fragen: Wie kann ich spritsparend unterwegs sein?" Darunter fällt sowohl die eigene Fahrweise als auch die Möglichkeit, auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen, schildert Linge. Eine genaue Prognose zur weiteren Preisentwicklung konnte der ADAC am Mittwoch noch nicht treffen. Bestehen bleibt die Regelung, dass die Tankstellen weiterhin nur einmal am Tag, um 12 Uhr, ihre Preise erhöhen dürfen.

Am 1. Juli stiegen die Preise um 12 Uhr wieder deutlich an. Foto: Werder

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Märthe Werder

Volontärin
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