Die Zahl der Apotheken in Niedersachsen nimmt weiter ab. Am Montag wird für eine bessere Vergütung demonstriert. Foto: dpa/Spata
Die Zahl der Apotheken in Niedersachsen nimmt weiter ab. Am Montag wird für eine bessere Vergütung demonstriert. Foto: dpa/Spata
Bundesweiter Protest am Montag

Apotheker-Streik machen im Kreis Cuxhaven nicht alle mit: Welche Filialen öffnen

von Tim Larschow | 20.03.2026

Der Frust sitzt tief bei Apothekern. Am Montag (23. März 2026) wird das Folgen haben - in Form eines Apotheker-Streiks. Für diesen Tag sind bundesweite Aktionen und Schließungen angekündigt. Wo im Kreis Cuxhaven Folgen zu erwarten sind.

Die Apothekerschaft hat Ende Februar bundesweite Protestmaßnahmen angekündigt, um für eine Honorarerhöhung zu kämpfen. Daher findet ein bundesweiter Protesttag der Apotheken am Montag (23. März 2026) statt. Die Landesapothekerverbände werden an diesem Tag alle Apotheken dazu aufrufen, geschlossen zu bleiben. Die Versorgung wird durch die Notdienst-Apotheken aufrechterhalten. Außerdem werden die Landesapothekerverbände in den Städten Berlin, Hannover, München und Düsseldorf zentrale Kundgebungen und Demonstrationen organisieren.

Präsident Thomas Preis von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sagt dazu: "Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden. Unsere Kosten sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen - die Vergütung hingegen stagniert."

Das bestätigt auch Apotheker Tobias Färber von der Wolf-Apotheke in Hemmoor: "Die Packungspauschale ist seit 13 Jahren gleichgeblieben - und das bei steigenden Betriebskosten. Uns fehlt dafür das Verständnis. Immer mehr Apotheken müssen schließen, und es passiert dennoch nichts", ärgert sich der Apotheker. Im Koalitionsvertrag sei eine Erhöhung vorgesehen, doch bisher sei nichts passiert; es sei kein Geld im System. "Für eine Apotheke, die wirtschaftlich nicht funktioniert, findet man auch keinen Nachfolger mehr", gibt Färber zu bedenken. Das sei im Landkreis schon häufiger passiert. Die Packungspauschale liegt derzeit bei 8,35 Euro und soll auf 9,50 Euro angehoben werden.

Einige Apotheken werden am Montag nicht öffnen. Symbolfoto: dpa/Dittrich

In der Stadt ist man sich nicht einig geworden

Alle Apotheken von Otterndorf bis Hechthausen - bis auf den Notdienst, den die Medem-Apotheke in Otterndorf und die Kronen-Apotheke in Cadenberge abdecken - werden am kommenden Montag am Protesttag teilnehmen und geschlossen bleiben.

Die Cuxhavener Apotheken indes bleiben geöffnet. Alle von cnv-medien.de stichprobenartig angerufenen Apotheker ließen wissen, dass man sich in der Stadt nicht auf die Schließung habe einigen können. Außerdem gebe es bereits Bekundungen und Zusagen, dass die Packungspauschale angehoben werden solle. Einige hätten sich gern solidarisch gezeigt, aber das gehe eben nur gemeinsam.

In manchen Apotheken im Cuxland wird es am Montag noch Medikamente geben. Symbolfoto: djd/Lindsa AG/Getty Images/Jinli Guo

Wie viele Apotheker sich an dem Protest beteiligen und welche Apotheken daher am Montag geschlossen bleiben, lässt sich im Vorhinein nicht genau sagen. Der Landesapothekerverband hat dazu keine Daten. Die Apotheken informieren ihre Kunden aber bereits seit Wochen über die Hintergründe und den Protesttag.

Auch im Kreis Stade wollen die Apotheken schließen. Für den Fall, dass jemand am Montag erkrankt und dringend Medikamente benötigt, halten die Apotheker einen Notdienst vor. Notdienstapotheken können über eine bundeseinheitliche kostenlose Rufnummer gefunden werden oder im Internet unter aponet.de/notdienstsuche. Dort lässt sich über die Postleitzahl oder den Ortsnamen die nächstgelegene Apotheke finden.

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tlarschow@no-spamcuxonline.de

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