Die Zahl der Menschen, die in Hadeln aus der katholischen oder der evangelischen Kirche ausgetreten sind, ist 2023 auf hohem Niveau geblieben. Foto: Kraufmann/dpa
Die Zahl der Menschen, die in Hadeln aus der katholischen oder der evangelischen Kirche ausgetreten sind, ist 2023 auf hohem Niveau geblieben. Foto: Kraufmann/dpa
Standesamtstatistik

Austrittswelle gestoppt? So viele Hadler verließen 2023 die Kirche

von Christian Mangels | 03.01.2024

Das Leben schreibt die besten Geschichten - und die Standesämter erzählen sie regelmäßig in ihrer Jahresbilanz. Jetzt liegt die Statistik für das Jahr 2023 vor, die wieder jede Menge Zahlen zu Geburten, Hochzeiten, Kirchenaustritten und Co. liefert.

Trauungen, Sterbefälle, Hausgeburten und Kirchenaustritte: Die Standesämter in Hadeln hatten im vergangenen Jahr wieder gut zu tun. In kaum einem anderen Bereich der Verwaltung liegen Freud und Leid so eng beieinander wie im Standesamt: Freudigen Anlässen wie Geburten oder Hochzeiten stehen die Todesfälle gegenüber.

Trauungen: "Die Zahl der Trauungen ist nach Corona jetzt wieder auf dem Niveau der Vorjahre", sagt Bodo Kroll aus dem Standesamt der Samtgemeinde Land Hadeln. 131 Paare haben sich im vergangenen Jahr vom Otterndorfer Standesamtsteam trauen lassen, das sind 22 weniger als im Vorjahr. Heiratsstärkster Monat war der September. Der Trend, an einem Schnapszahl-Datum zu heiraten (etwa am 3.3.23), scheint abgeflaut zu sein. "Wichtiger sind den Kunden heutzutage Brückentage. Die sind immer sofort weg", erläutert Kroll.

Der beliebteste Heiratsmonat war der September

Auch in der Samtgemeinde Hemmoor ist die Zahl der Eheschließungen zurückgegangen: Insgesamt 58 Paare schlossen den Bund fürs Leben (2022: 61 Paare), wie die Standesbeamtin Andrea Tohoff berichtet. Der beliebteste Monat war auch dort der September mit zehn Paaren. In der Börde Lamstedt geht's dagegen aufwärts: Die Standesbeamtin Kerstin Seba hat im vergangenen Jahr 25 Trauungen aufgenommen - vier mehr als 2022. Die beliebtesten Hochzeitsmonate waren hier der Juli und August mit jeweils fünf Trauungen. "Ein besonders gefragter Termin war nicht dabei", sagt Kerstin Seba.

Geburten: Früher waren Hausgeburten gang und gäbe, heute werden sie wieder beliebter. In der Samtgemeinde Land Hadeln erblickten 2023 immerhin fünf Kinder im heimischen Umfeld das Licht der Welt. In der Samtgemeinde Börde Lamstedt wurde im vergangenen Jahr - wie schon 2022 - eine Geburt beurkundet. In der Samtgemeinde Hemmoor gab es 2023 keine Hausgeburt.

Sterbefälle: Alle drei Standesämter melden eine sinkende Zahl von Sterbefällen. Die Samtgemeinde Land Hadeln hat im vergangenen Jahr 303 Todesfälle beurkundet (2022: 358 Sterbefälle). "Die Zahl ist jetzt wieder auf dem Niveau der Vorjahre", sagt Bodo Kroll. Das Hemmoorer Standesamt hat 2023 genau 147 Sterbefälle registriert (2022: 161 Trauerfälle). In der Börde Lamstedt ist die Zahl der Sterbefälle um acht Prozent gesunken - von 79 im Jahr 2022 auf 73 im vergangenen Jahr.

Kirchenaustritte: Die Zahl der Kirchenaustritte in Hadeln ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, bleibt aber auch 2023 auf recht hohem Niveau. Genau 224 Kirchenaustritte hat der für Land Hadeln zuständige Standesbeamte Bodo Kroll für das abgelaufene Jahr in seinen Unterlagen stehen. Im Vorjahr waren es rekordverdächtige 257. Auch in der Samtgemeinde Hemmoor ist die Zahl der Kirchenaustritte rückläufig: Waren es 2022 noch 167 Menschen, die die Kirche verließen, sank die Anzahl im Jahr 2023 auf 144. Nur in der Samtgemeinde Börde Lamstedt kletterte die Zahl der Austritte 2023 nach oben - von 64 im Jahr 2022 auf nun 96. Als Gründe für die Austritte werden immer wieder die Missbrauchsskandale und das Kirchensteuersystem genannt.

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Christian Mangels

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