"Balkonkraftwerke": Wer im Kreis Cuxhaven investiert, kann langfristig Geld sparen
Der Landkreis Cuxhaven wird wohl ein neues Förderprogramm auflegen, das für Bürgerinnen und Bürger lukrativ werden könnte: Es geht um die Speicherung von Energie, die durch dezentrale "Balkonkraftwerke" erzeugt wird.
Dezentral statt zentral: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger stiegen und steigen in die Stromproduktion ein - mit sogenannten "Balkonkraftwerken". Es handelt sich um kleine Einheiten, die in der Masse aber eine Menge Energie erzeugen. Wenn diese jedoch nicht ins Netz abgegeben werden kann, wird es problematisch. Da setzt ein neues Förderprogramm des Landkreises Cuxhaven für lokale "Batteriespeicher" an.
Gerade erst in der vergangenen Woche hatte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) für einen Aufschrei gesorgt. Sie will die Förderung privater Solaranlagen beenden. Anlagen auf privaten Wohnhäusern mit einer Leistung von weniger als 25 Kilowatt sollen keine Förderung mehr erhalten, heißt es im Arbeitsentwurf für die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), Diese Anlagen - insbesondere kleine Solaranlagen - seien inzwischen aufgrund gesunkener Kosten oft bereits ohne zusätzliche Förderung wirtschaftlich.
Weniger als 25 Kilowatt erzeugen die "Balkonkraftwerke", die aber gerade in den letzten Jahren durch die dezentral mögliche Stromerzeugung und angesichts der überschaubaren Anschaffungskosten an Bedeutung gewonnen haben. Bei Balkonkraftwerken handelt es sich um kleine Solarkraftwerke, die auf dem Balkon oder an der Fassade eines Hauses montiert werden können. Sie bestehen aus Solarpaneelen, einem Wechselrichter und einem Zähler zur Erfassung der erzeugten Energie. Die produzierte elektrische Energie kann entweder direkt im Haushalt genutzt oder ins Stromnetz eingespeist werden.
Was aber passiert, wenn es mit dieser Einspeisung von Energie ins System nicht klappt oder im eigenen Haushalt eigenproduzierter Strom benötigt wird, dann aber nicht zur Verfügung steht? Der Landkreis möchte seinen Teil dazu beitragen, zum gewünschten Zeitpunkt auch Energie abrufen zu können und insgesamt die Energiewende beim "zukunftsgerechten Umbau der Energieversorgung" zu fördern.
Daher soll die Möglichkeit, die Energie vor Ort (und damit im eigenen Haushalt) bei Bedarf abrufen zu können, verbessert werden. Dies kann über sogenannte PV-Batteriespeicher erfolgen, die ins System integriert werden. Die Förderung für den Kauf erfolgt über einen einmaligen Zuschuss je Person und Haushalt von 200 bis maximal 1000 Euro. Die Mindestgröße für geförderte Speicher beträgt zwei Kilowattstunden. Insgesamt stellt der Landkreis für dieses Förderprogramm in diesem Jahr 85.000 Euro zur Verfügung.
Im zuständigen Fachausschuss ist eine entsprechende Richtlinie für die Gewährung von Zuschüssen schon empfohlen worden. Die Entscheidung fällt jedoch auf der Kreistagssitzung am 11. März. Doch das dürfte nur noch Formsache sein.