Im September 2022 nahm Hemmoors Bürgermeisterin Sabine Wist das Siegel "Kinderfreundliche Kommune" entgegen. Um mit dieser Auszeichnung auch weiterhin werben zu dürfen, muss die Stadt bestimmte Auflagen erfüllen und zum Beispiel Kinder und Jugendliche stärker in Entscheidungsprozesse einbinden. Archivfoto: Schröder
Im September 2022 nahm Hemmoors Bürgermeisterin Sabine Wist das Siegel "Kinderfreundliche Kommune" entgegen. Um mit dieser Auszeichnung auch weiterhin werben zu dürfen, muss die Stadt bestimmte Auflagen erfüllen und zum Beispiel Kinder und Jugendliche stärker in Entscheidungsprozesse einbinden. Archivfoto: Schröder
"Kinderfreundliche Kommune"

"Halbzeit-Bilanz" nach Siegel für Hemmoor: Bei den Kinderrechten auf einem guten Weg

30.05.2024

Die Stadt Hemmoor wurde im September 2022 zur "Kinderfreundlichen Kommune" ernannt. In dieser Woche fand ein sogenanntes "Halbzeitgespräch" mit vielen Beteiligten statt.

Hemmoors Bürgermeisterin Sabine Wist eröffnete die Gesprächsrunde. Stadtdirektor Jan Tiedemann sowie Annette Anders (Ratsbeauftragte für Kinder- und Jugendbeteiligung) berichteten mit einigen Jugendlichen über umgesetzte Maßnahmen im Rahmen des Projektes. Dominik Bär (Geschäftsführer des Vereins "Kinderfreundliche Kommunen") erklärte, dass aus seiner Sicht seit der Siegelübergabe im September 2022 "viel erreicht worden ist".

Die erste Ideen-Werkstatt erfolgte am 17. November 2022, berichtete Anette Anders. In den darauffolgenden Ideenwerkstätten wurden Pläne für den Ferienspaß, Kinderfeste und andere Veranstaltungen erstellt. In Zusammenarbeit mit einigen Kindern- und Jugendlichen aus Hemmoor und verschiedenen Institutionen wurden Vorträge über Mobbing oder Sicherheit im Internet gehalten. Auch Spiel- und Freizeitflächen gestaltete man mit Kindern und Jugendlichen.

"Stadtplanpuzzle"
sorgt für Sicherheit

Sven Rathje stellte im Rahmen der Gesprächsrunde sein "Stadtplanpuzzle" vor (wir berichteten). Angefangen habe alles mit der Erstellung eines Schulwegplanes als Flyer für die Grundschüler der Grundschule Basbeck und eine umfassende Befragung von Schülern und Eltern über ihren Schulweg und Hinweise zu Gefahrenpunkten.

Durch die finanzielle Unterstützung des Kinderschutzbundes Niedersachsen, einer Kooperation mit der Stadt Hemmoor und dem Landesamt für Geoinformationen für das Kartenmaterial, aber auch guten Beziehungen zu einem Mediengestalter, konnte aus der Idee ein Projekt entstehen. In Grundschulen, der Haupt- und Realschule sowie bei Vorschülern in Kindergärten komme das Puzzle bereits regelmäßig zum Einsatz, um den eigenen Schulweg zu erkunden und zu trainieren. Die Schülerinnen und Schüler entdecken dabei Wege zur Schule und Freizeitplätzen. Sie erkunden Straßen und diskutieren über die Auswahl der möglichst sichersten Wege. 

Befragung von
Jugendlichen

Im Rahmen des Landkreis-Projektes "KoGGe" (Koordinierungsstelle Ganzheitliche Gesundheitsförderung) gab es  Anfang 2023 eine Befragung von Jugendlichen ab 14 Jahren in der Osteschule und am Gymnasium Hemmoor, an der rund 200 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Die Jugendlichen wünschen sich demnach unter anderem in ihrer Nähe mehr Plätze für private Treffen oder auch zusätzliche Freizeitangebote.

Dominik Bär (Geschäftsführer des Vereins "Kinderfreundliche Kommunen") sagt: "Die Stadt Hemmoor hat bereits viele Maßnahmen des breit aufgestellten Aktionsplans in Angriff genommen. Besonders hervorzuheben ist die Bestandserhebung zur gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen. Vor allem die Corona-Pandemie hat aufgezeigt, dass eine gesundheitliche Chancengleichheit aller Kinder noch nicht erreicht ist. Umso wichtiger ist es, dass Hemmoor zusammen mit dem Landkreis hier Daten erhebt. Zudem freuen wir uns über das Stadtplan-Puzzle, mit dem Kinder spielerisch gemeinsame Ideen und Veränderungsvorschläge für die Stadt entwickeln können, die dann an die Verwaltung weitergegeben werden. Die Zwischenbilanz zeigt, dass Kinderfreundlichkeit in Hemmoor kein Randthema ist, sondern im Herzen der Stadt angekommen ist."

"Ambitionierte
Vorhaben"

Ulla Kulenkampff und Henrike Weßeler begleiten die Stadt Hemmoor als Sachverständige des Vereins und betonen: "Wir freuen uns, dass die Stadt jetzt die Perspektive der Kinder konsequent in den Fokus ihres Handelns rückt. Dabei hat sich Hemmoor in den letzten zwei Jahren viel vorgenommen und es konnten bereits einige ambitionierte Vorhaben umgesetzt werden. Die Ergebnisse der ersten Etappe können sich sehen lassen, weil Politik und Verwaltung gemeinsam an einem Strang gezogen haben, um die ehrgeizigen Ziele ihres Aktionsplans umzusetzen und das Aufwachsen und die Mitwirkungsmöglichkeiten der jungen Menschen in Hemmoor noch positiver zu gestalten." (es /red)

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Lesen Sie auch...
Tot aus dem Wasser geborgen

Tödlicher Badeunfall am Stoteler See: Vermisste Person ertrinkt in Loxstedt

Tragischer Badeunfall am Stoteler See (Kreis Cuxhaven): Am Sonnabend ist ein Mensch im See ertrunken. Hinweise deuten darauf hin, dass sich die Person außerhalb der ausgewiesenen Schwimmzone im Wasser befand.

Mutter-Kind-Einrichtung

Mehrere Tote nach Schüssen in Stade - diese neuen Informationen liegen jetzt vor

Bei Schüssen in der Dankersstraße in Stade sind nach Polizeiangaben mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Einsatzkräfte sind vor Ort, ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen. Was bisher bekannt ist.

Ein Standort auch in Hemmoor

Landkreis Cuxhaven hat den Dreh raus: Spezialfahrzeuge für die Feuerwehren

von Egbert Schröder

Hemmoor wird einer der drei neuen Drehleiter-Standorte. Das steht nach dem positiven Votum des Samtgemeinderates fest.

Großeinsatz läuft

Schüsse in Stade: Mehrere Menschen getötet - Hintergründe noch unklar

von Redaktion

In der Dankersstraße in Stade sind nach Polizeiangaben mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Schüsse sollen gefallen sein, die Hintergründe sind bislang völlig unklar. Die Polizei bittet Anwohner, das Gebiet weiträumig zu meiden.