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Hendrik Porath ist in seinem Leben weit herumgekommen, wie die Wand mit den internationalen Schildern und Autokennzeichen zeigt. Seit Oktober vergangenen Jahres ist der 56-Jährige der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in der Samtgemeinde Land Hadeln. Foto: Mangels
Hendrik Porath ist in seinem Leben weit herumgekommen, wie die Wand mit den internationalen Schildern und Autokennzeichen zeigt. Seit Oktober vergangenen Jahres ist der 56-Jährige der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in der Samtgemeinde Land Hadeln. Foto: Mangels
Neuer Behindertenbeauftragter

Schon viele Tiefschläge erlebt: Er setzt sich für behinderte Menschen in Hadeln ein

von Christian Mangels | 02.01.2026 Zuletzt aktualisiert: 03.01.2026 11:37 Uhr

Hendrik Porath musste in seinem Leben schon einige gesundheitliche Tiefschläge erleiden, aber er hat sich immer wieder aufgerappelt. Seit Oktober ist der 56-Jährige der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte in der Samtgemeinde Land Hadeln. 

So viel vorweg: Ein Porträt über Hendrik Porath würde jeglichen Rahmen sprengen, wenn es alle seine persönlichen Facetten enthalten sollte. Der Mann hat viel zu erzählen - sehr viel. Allein über seinen beruflichen Werdegang und seine Reisen um die Welt könnte man problemlos mehrere Zeitungsseiten füllen. Der gebürtige Lübecker hat Vieles in seinem Leben ausprobiert, etliche Rückschläge weggesteckt, sich immer wieder auf Neues ein- und Umbrüche zugelassen. Sein Lebensmotto: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg."

Das Gespräch mit dem neuen Behindertenbeauftragten der Samtgemeinde Land Hadeln findet bei ihm zu Hause in Kehdingbruch statt. Das alte Bauernhaus haben seine Frau und er 2014 gekauft und innerhalb von vier Jahren komplett umgebaut. Hier, auf dem platten Land, kommt der gelernte Gartenbautechniker nach aufregenden Berufsjahren und schmerzvollen Schicksalsschlägen zur Ruhe und schöpft neue Kraft. "Ich bin ein Kämpfertyp", sagt der 56-Jährige.

Porath ist in Lübeck und Südafrika aufgewachsen. Seine berufliche Laufbahn liest sich, als würde man den Lebenslauf von mehreren Menschen gleichzeitig studieren: Er war Landschafts- und Gartenbauer, hat eine Weile in Irland gelebt, schrieb Reiseberichte für die Lübecker Nachrichten, sattelte dann auf Fotografie um und war als Pressefotograf für große Tageszeitungen und Magazine im Einsatz. Seine Spezialität: Promis, Musik und Show. Später schlug er eine ganz andere Richtung ein - als studierter Sozialpädagoge.

Menschen mit Behinderung brauchen Hilfe. In der Samtgemeinde Land Hadeln gibt es einen Behindertenbeauftragten. Symbolfoto: Daniel Maurer/dpa

Auch seine Reisegeschichten sind geradezu schwindelerregend: Mit seiner Frau, die bei einem Bildungsträger in Cadenberge arbeitet, ist er durch die zusammenbrechende Sowjetunion und die Sahara gestrampelt, hat unzählige Kilometer mit dem Liegefahrrad zurückgelegt.

1998 mit der Diagnose Diabetes konfrontiert

Aber Hendrik Poraths Lebensgeschichte ist auch eine Geschichte der Krankheiten und gesundheitlichen Rückschläge. Im Jahr 1998 - Hendrik Porath hatte sich gerade mit einer kleinen Foto-Agentur selbstständig gemacht - wurde er mit der Diagnose Diabetes konfrontiert. "Das hat mein Leben verändert", sagt der gebürtige Schleswig-Holsteiner. Als Notfall wurde er in die Uniklinik eingewiesen und stellte dort mit den höchsten jemals gemessenen Zucker- und HbA1c-Werten traurige Rekorde auf. "Ich hielt in jeder Hand schon den Löffel zum Abgeben", blickt Porath zurück.

Aber es sollte noch schlimmer kommen: In der Corona-Zeit erlitt Porath einen epileptischen Anfall und erkrankte am diabetischen Fußsyndrom. Die dramatische Folge: Sein linker Unterschenkel musste abgenommen werden. Auch mit seinem rechten Fuß gab es Probleme. Erst nach langen, kräftezehrenden Krankenhausaufenthalten und elf Operationen stand fest, dass er das rechte Bein behalten konnte. Fast ein Jahr saß der frühere Fotograf im Rollstuhl, war auf Krücken und die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen. Doch er hat sich wieder hochgekämpft, kann kurze Strecken laufen: "Wieder Treppen steigen zu können und Autofahren - das waren echte Meilensteine."

Kalli Hinsch war vorher der Behindertenbeauftragte in der Samtgemeinde Land Hadeln. Archivfoto: Mangels

Sich nach Rückschlägen und Verlusten immer wieder aufzurichten, neu zu formieren und weiterzuentwickeln, das zieht sich wie ein roter Faden durch Hendrik Poraths Leben. Seine Lebenserfahrung will er nun an andere Menschen weitergeben - als neuer Behindertenbeauftragter der Samtgemeinde Land Hadeln.

Noch befinde er sich in der Findungsphase, sagt der Nachfolger von Karl-Wilhelm "Kalli" Hinsch. Er knüpft Kontakte, spricht mit anderen Behindertenbeauftragten und verschafft sich einen Überblick über die politische Arbeit in den Gremien in der Samtgemeinde. "Ich fühle mich den Menschen mit Behinderung aus persönlicher Erfahrung sehr verbunden", erklärt Porath. Dies sei die Triebfeder für seine künftige Arbeit. Der Kehdingbrucher will das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen schärfen, Perspektiven aufzeigen und anderen Hoffnung machen.

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Christian Mangels

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