Bergung des "Verity"-Wracks vor Helgoland: Das Heben der Wracksektionen kann beginnen
Die Vorbereitungen für die Hebung des Wracks laufen auf Hochtouren. Nachdem das Schiff in zwei Hälften geteilt wurde, arbeitet das Bergungsteam rund um die Uhr, um das Vorhaben zügig in die Tat umzusetzen. So funktioniert's.
Am 24. Oktober 2023 ist das Küstenmotorschiff "Verity" nach einer Kollision mit dem Frachter "Polesie" in der Deutschen Bucht havariert und gesunken. Das Wrack liegt südwestlich vor Helgoland in einer Wassertiefe von 37 Metern und stellt eine Gefahr für die Schifffahrt dar. Das Gebiet rund um das Wrack ist als Sperrgebiet ausgewiesen. Nun soll das Wrack gehoben werden.
Die Vorbereitungen an der Hecksektion sind abgeschlossen und das Schiff in zwei Teile geschnitten. Um das Gewicht des Wracks während des Hebens zu reduzieren, haben Taucher Pumpen im Wrack angebracht und Öffnungen in Frischwassertanks geschnitten, die insgesamt 34 Tonnen Wasser beinhalten. Alle acht Hebeketten - jeweils vier pro Sektion - sind positioniert. Die Hebeketten unter dem Heck des Wracks wurden mit den Hebeschlingen am Schwimmkran verbunden, sodass in den nächsten Tagen mit dem Bergen der Hecksektion begonnen werden kann.
Parallel dazu wird auch das Heben der Bugsektion weiter vorbereitet. Eric Oehlmann, Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt: "Ein äußerst komplexes und anspruchsvolles Vorhaben geht jetzt in die Zielgerade. Alle nautischen und technischen Experten stehen in engem Kontakt und werden für größtmögliche Sicherheit sorgen."
Am Mittwoch ist der leistungsstarke Schwimmkran "Hebo Lift 10" im Wrackgebiet eingetroffen, einer der stärksten Schwimmkräne Europas. Er kann bis zu 2.200 Tonnen heben.
Wrackteile werden in die Niederlande geschleppt
Am Freitag wird ein niederländischer Schleppverband, bestehend aus einem Schlepper und einer Transportbarge im Wrackgebiet eintreffen. Das Verkehrssicherungsschiff "Sea Guardian" und der Notschlepper "Nordic" sorgen, in enger Abstimmung, mit der Verkehrszentrale Wilhelmshaven, für die Sicherheit des Schiffsverkehrs. Sobald beide Wracksektionen gesichert sind, werden die Wrackteile in die Niederlande geschleppt und dort fachgerecht entsorgt.
