Beamte der Polizei und Bundespolizei sichern an dem verschmorten Verteilerkasten nach einem mutmaßlichen Brandanschlag an der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Cuxhaven Spuren am Tatort. Foto: Marcus Brandt/dpa
Beamte der Polizei und Bundespolizei sichern an dem verschmorten Verteilerkasten nach einem mutmaßlichen Brandanschlag an der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Cuxhaven Spuren am Tatort. Foto: Marcus Brandt/dpa
Bahn weiter ausgebremst

Brandanschlag legt Verkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven lahm: Der Ermittlungsstand

von Wiebke Kramp | 14.07.2026

Der mutmaßliche Brandanschlag auf einen Verteilerkasten in Neu Wulmstorf legt den Bahnverkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven lahm. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. Das ist der aktuelle Stand der Ermittlungen.

Der mutmaßliche Brandanschlag an einem Verteilerkasten in Neu Wulmstorf legt seit Dienstagnacht (14. Juli 2026) den gesamten Bahnverkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven lahm. Wann die Züge wieder rollen können, ist laut Bahn-Sprecherin noch ungewiss. Betroffen sind sowohl die Start Unterelbe als auch die S-Bahn sowie Güterverkehr. Der polizeiliche Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingebunden.

Politische Hintergründe nicht ausgeschlossen

Das Feuer sei gelegt worden mit dem Ziel, das Signal zu stören, so Polizeihauptkommissar Jan Krüger von der Polizeiinspektion Harburg gegenüber CNV-Medien. Die Polizei geht derzeit von einer Brandstiftung aus. Politisch motivierte Hintergründe können nicht ausgeschlossen werden, daher sei es dies Fall für den Staatsschutz, war von ihm zu erfahren: "Der Staatsschutz ermittelt grundsätzlich, wenn es sich gegen Infrastruktur richtet." Die Ermittlungen werden vom Zentralen Kriminaldienst in Buchholz geleitet. Polizeisprecher Krüger: "Wir ermitteln in alle Richtungen."

Spurensicherung am verschmorten Verteilerkasten. Foto: Marcus Brandt/dpa

Gegen 1.15 Uhr, meldete ein Zeuge Feuerschein an einem Technikgebäude des Bahnübergangs an der Straße Elstorfer Heuweg. Als die ersten Rettungskräfte vor Ort eintrafen, war dieses Feuer nahezu erloschen, ohne Schaden zu verursachen. Allerdings brannte laut Polizeibericht 50 Meter weiter ein Verteilerkasten. Durch diesen Brand seien Signalleitungen beschädigt worden, sodass der Bahnverkehr auf der Strecke unterbrochen werden musste. Die Feuerwehr Neu Wulmstorf löschte die Flammen ab. Bundespolizei und Landespolizei waren gemeinsam vor Ort. Sie sicherten an den Brandstellen Spuren. Bis 4.30 Uhr war die Polizei in dem Bereich tätig.

Bereits im vorigen Jahr im November habe es in dem Bereich einen ähnlichen Vorfall gegeben als ein Signalkabel durch Feuer beschädigt worden sei und es ebenfalls zu Ausfällen auf der Bahnstrecke kam, so Polizeisprecher Krüger.

Die Polizei hofft jetzt auf Zeugen, denen in der Nacht zu Dienstag  an betreffender Örtlichkeit in Neu Wulmstorf Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind.

Ein Mitarbeiter des Notfallmanagements der Deutschen Bahn steht auf den Gleisen, während Beamte der Polizei und Bundespolizei die Ermittlungen aufgenommen haben. Foto: Marcus Brandt/dpa

Auch 19 Güterzüge wurden ausgebremst

Désirée Reifschneider, Sprecherin der S-Bahn Hamburg der Deutschen Bahn AG, teilt auf CNV-Medien-Anfrage mit: "Der Zugverkehr im Streckenabschnitt zwischen Hamburg-Neugraben, Buxtehude und Stade ist nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Verteilerkasten, der für die sichere Steuerung der Züge erforderlich ist, weiterhin unterbrochen. In der Folge fallen mehr als 200 Zugfahrten aus und müssen durch Busse ersetzt werden. Tausende Fahrgäste müssen Umwege und längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. Auch 19 Güterzüge hat der Vorfall abrupt gestoppt." Fachleute der DB seien seit dem frühen Morgen vor Ort, um die entstandenen Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu prüfen.

Noch keine Prognose zur Dauer der Sperrung

Eine Prognose zur Dauer der Streckensperrung könne aktuell noch nicht gegeben werden, hieß es Dienstagmittag. Die Sprecherin abschließend: "Wir wissen, dass die Situation für unsere Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist. Die S-Bahn Hamburg hat kurzfristig einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen eingerichtet. Weitere Busse sind bereits angefragt. Gleichzeitig ist klar: Eine S-Bahn bietet deutlich mehr Platz für Fahrgäste als ein Bus, und die Wege über die Schiene sind in der Regel schneller. Deshalb kann der Ersatzverkehr den regulären Zugbetrieb nicht vollständig ersetzen."

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Wiebke Kramp
Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
CNV-Medien Geheimtipps 

Deichbrand 2026: Diese Bands sollten Festivalfans auf dem Zettel haben

von Redaktion

Das Deichbrand-Festival in Wanhöden ist mehr als die großen Namen im Line-up: CNV-Medien verrät die persönlichen Geheimtipps für das Festival. Spannende Newcomer, Special-Guest-Auftritte und Pro-Tipps für den Festival-Besuch.

Einsatz von Unkrautbrennern

Kreis Cuxhaven: Hohe Brandgefahr durch Trockenheit - zwei Feuer nach Gartenarbeiten

von Redaktion

Bei Gartenarbeiten mit Unkrautbrennern sind am Montag in Misselwarden und Bad Bederkesa zwei Brände entstanden. Die Polizei Cuxhaven warnt angesichts trockener Böden vor leicht entzündlicher Vegetation.

Nachhaltig und modern

Festhaus vor großer Sanierung: Ehrgeiziges Projekt in Osten soll im August starten

von Egbert Schröder

Das "Osteland Festhaus" in Osten ist nicht ganz so alt wie die Schwebefähre, aber doch ziemlich in die Jahre gekommen. Jetzt soll die Festhalle auf Vordermann gebracht werden - und das kostet eine ganze Menge Geld.

Infos auf den letzten Drücker

Brückenabriss in Cadenberge sorgt für Wut: Anwohner erst kurz vor Sperrung informiert

von Egbert Schröder

Anwohner in Cadenberge sind wütend: Viel zu spät haben sie von einem Brückenabriss erfahren. Nur noch auf Umwegen können sie ihre Ländereien erreichen. Die Straßenverbindung ist auf Monate hinaus gekappt.