Brandanschlag legt Verkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven lahm: Der Ermittlungsstand
Der mutmaßliche Brandanschlag auf einen Verteilerkasten in Neu Wulmstorf legt den Bahnverkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven lahm. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. Das ist der aktuelle Stand der Ermittlungen.
Der mutmaßliche Brandanschlag an einem Verteilerkasten in Neu Wulmstorf legt seit Dienstagnacht (14. Juli 2026) den gesamten Bahnverkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven lahm. Wann die Züge wieder rollen können, ist laut Bahn-Sprecherin noch ungewiss. Betroffen sind sowohl die Start Unterelbe als auch die S-Bahn sowie Güterverkehr. Der polizeiliche Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingebunden.
Politische Hintergründe nicht ausgeschlossen
Das Feuer sei gelegt worden mit dem Ziel, das Signal zu stören, so Polizeihauptkommissar Jan Krüger von der Polizeiinspektion Harburg gegenüber CNV-Medien. Die Polizei geht derzeit von einer Brandstiftung aus. Politisch motivierte Hintergründe können nicht ausgeschlossen werden, daher sei es dies Fall für den Staatsschutz, war von ihm zu erfahren: "Der Staatsschutz ermittelt grundsätzlich, wenn es sich gegen Infrastruktur richtet." Die Ermittlungen werden vom Zentralen Kriminaldienst in Buchholz geleitet. Polizeisprecher Krüger: "Wir ermitteln in alle Richtungen."

Gegen 1.15 Uhr, meldete ein Zeuge Feuerschein an einem Technikgebäude des Bahnübergangs an der Straße Elstorfer Heuweg. Als die ersten Rettungskräfte vor Ort eintrafen, war dieses Feuer nahezu erloschen, ohne Schaden zu verursachen. Allerdings brannte laut Polizeibericht 50 Meter weiter ein Verteilerkasten. Durch diesen Brand seien Signalleitungen beschädigt worden, sodass der Bahnverkehr auf der Strecke unterbrochen werden musste. Die Feuerwehr Neu Wulmstorf löschte die Flammen ab. Bundespolizei und Landespolizei waren gemeinsam vor Ort. Sie sicherten an den Brandstellen Spuren. Bis 4.30 Uhr war die Polizei in dem Bereich tätig.
Bereits im vorigen Jahr im November habe es in dem Bereich einen ähnlichen Vorfall gegeben als ein Signalkabel durch Feuer beschädigt worden sei und es ebenfalls zu Ausfällen auf der Bahnstrecke kam, so Polizeisprecher Krüger.
Die Polizei hofft jetzt auf Zeugen, denen in der Nacht zu Dienstag an betreffender Örtlichkeit in Neu Wulmstorf Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind.

Auch 19 Güterzüge wurden ausgebremst
Désirée Reifschneider, Sprecherin der S-Bahn Hamburg der Deutschen Bahn AG, teilt auf CNV-Medien-Anfrage mit: "Der Zugverkehr im Streckenabschnitt zwischen Hamburg-Neugraben, Buxtehude und Stade ist nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf einen Verteilerkasten, der für die sichere Steuerung der Züge erforderlich ist, weiterhin unterbrochen. In der Folge fallen mehr als 200 Zugfahrten aus und müssen durch Busse ersetzt werden. Tausende Fahrgäste müssen Umwege und längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen. Auch 19 Güterzüge hat der Vorfall abrupt gestoppt." Fachleute der DB seien seit dem frühen Morgen vor Ort, um die entstandenen Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu prüfen.
Noch keine Prognose zur Dauer der Sperrung
Eine Prognose zur Dauer der Streckensperrung könne aktuell noch nicht gegeben werden, hieß es Dienstagmittag. Die Sprecherin abschließend: "Wir wissen, dass die Situation für unsere Fahrgäste mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist. Die S-Bahn Hamburg hat kurzfristig einen Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen eingerichtet. Weitere Busse sind bereits angefragt. Gleichzeitig ist klar: Eine S-Bahn bietet deutlich mehr Platz für Fahrgäste als ein Bus, und die Wege über die Schiene sind in der Regel schneller. Deshalb kann der Ersatzverkehr den regulären Zugbetrieb nicht vollständig ersetzen."
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