Deichbrand 2026: Diese Bands sollten Festivalfans auf dem Zettel haben
Das Deichbrand-Festival in Wanhöden ist mehr als die großen Namen im Line-up: CNV-Medien verrät die persönlichen Geheimtipps für das Festival. Spannende Newcomer, Special-Guest-Auftritte und Pro-Tipps für den Festival-Besuch.
Das Deichbrand-Festival bietet weit mehr als die großen Headliner. Zwischen bekannten Namen und neuen Entdeckungen gibt es zahlreiche Bands, die einen Besuch wert sind - und einige Tipps, die das Festivalwochenende entspannter machen. CNV-Medien hat Geheimtipps zusammengestellt: von musikalischen Highlights bis zu praktischen Empfehlungen für vier Tage Festival.

Geheimtipp von Jens-Christian Mangels
Schrotthagen (Sonnabend, 22 Uhr, ElecTrees-Bühne): Auf den ersten Blick liegen Welten zwischen Dieter Schleip und Giovanni Berg. Mehr als drei Jahrzehnte Altersunterschied trennen die beiden, doch als Schrotthagen verschmelzen ihre musikalischen Handschriften zu einer Einheit. Ihr "Cinematic Techno" verbindet treibende elektronische Rhythmen mit der emotionalen Größe eines Orchesters. So entstehen Klangwelten, die Geschichten erzählen - ganz ohne Sprache und Leinwand. Tipps zum Reinhören: Pain in my Heart, I wanna feel Alive.

Geheimtipp von Bengta Brettschneider
Lovehead (Donnerstag, 15.10 Uhr, New Port Stage): Wer beim Deichbrand neue Namen entdecken möchte, sollte "Lovehead" auf dem Zettel haben. Mit "The National" und "Mumford & Sons" habe ich zuletzt zwei große Namen der Indie-Rock-Szene auf Festivals erlebt. Anna, Leni und Mara verbinden Indie-Rock mit melancholischen Momenten und modernen Lyrics. Das Genre ist bis heute stark männlich geprägt. Drei Musikerinnen, die ihren eigenen Platz in der Indie-Szene einnehmen, sind deshalb ein wichtiger Teil einer Entwicklung, die Festivals vielfältiger macht.

Geheimtipp von Talea Stürtz
Raum27 (Sonnabend, 16.10 Uhr, Water Stage): Sie haben es geschafft. Von einem selbstorganisierten Auftritt auf dem Campingplatz bis zur großen Hauptbühne. Die Band Raum27 hat sich beim Deichbrand-Festival hochgespielt - und bei jedem Auftritt ordentlich abgerissen. Dieses Jahr spielen sie am Samstag, ab 16:10 Uhr, zum zweiten Mal auf der Water Stage. Eine Bühne, deren Größe künftig keine Einlassstopps mehr nötig macht und der Band verdient gerecht wird.
Geheimtipp von Tim Larschow
Tjark und Disarstar haben sich für die Single "helden" zusammengetan. Der Song erschien im Frühjahr 2026 und ist Teil von Tjarks Debütalbum. Beide spielen am Freitag jeweils um 20.50 Uhr und 23.40 auf der New Port Bühne. Die Wahrscheinlichkeit für einen Überraschungsauftritt beim jeweils anderen steht also nicht schlecht.

Geheimtipp von Joscha Kuczorra
Badchieff (Freitag, 22.10 bis 23.10 Uhr auf der neuen New-Port-Bühne): Zugegeben, ein echter Geheimtipp ist Badchieff inzwischen wohl nicht mehr. Dafür hat sich der Wahl-Berliner in den vergangenen Jahren viel zu sehr einen Namen gemacht. Mit seiner Mischung aus Rap, R&B und eingängigen Pop-Melodien trifft er den Nerv einer jungen Generation. Was bei seinen Auftritten besonders auffällt: Der junge Künstler mit dem bürgerlichen Namen Shivan Darouiche hat ein Gespür dafür, das Publikum sofort mitzunehmen - ohne große Effekthascherei, dafür mit viel Charme und Energie.
Allerdings überschneidet sich das Set des 27-Jährigen mit dem von Marteria, der bis 22.30 Uhr auf der Water Stage spielt. Da beide im Rap zu Hause sind, dürften sich viele Festival-Gäste zunächst für den etablierten Headliner entscheiden. Für mich gehört Badchieff trotzdem zu den spannendsten Acts im Line-up. Wer nach Marteria noch zur New-Port-Bühne wechselt oder sich direkt für Badchieff entscheidet, könnte einen Künstler erleben, der in den kommenden Jahren endgültig zu den ganz großen Namen der deutschen Festival-Szene zählen wird.

Geheimtipp 2 von Jens-Christian Mangels
Kochkraft durch KMA (Sonntag, 0.30 Uhr, New Port): Wenn Kochkraft durch KMA in der Nacht zu Montag loslegen, dürfte sich das Festivalgelände bereits merklich geleert haben. Schade für alle, die zu früh gegangen sind: Die Band aus Nordrhein-Westfalen liefert deutschsprachigen Elektropunk, der mit voller Wucht einschlägt - laut, poppig, energiegeladen und irgendwo zwischen Liebe, Wut und gepflegtem Quatsch. "Neue deutsche Kelle" nennt das Quartett seinen Stil und zeigt damit, dass es von starren Genrebezeichnungen wenig hält. Auf der Bühne zählt ohnehin vor allem eines: die Lust an der Eskalation. Tipps zum Reinhören: Bon Jovi, Ehrlich, Influencer:innen hassen diesen Trick.

Pro Tipps für das Festival
- "Wenn man ein Friendship-Bändchen hat und spät dran ist für einen Auftritt im Infield, lohnt es sich auch, über den Friendship-Bereich den Eingang zu nutzen. So spart ihr euch langes Anstehen und seid direkt mittendrin." (Tim Larschow)
- "Wenn die Hitze quält, überschüttet euch einfach komplett mit Wasser. Das kühlt euch sofort ab und trocknet von ganz allein. Viel trinken - am besten keinen Alkohol - versteht sich dann von selbst."
- "Selbstverständlich dürft ihr Panzertape und einen großen Müllsack für Pfand nicht vergessen. Denkt immer dran: Ob ein Loch im Zelt oder ein neuer Gurt für den Bauchbeutel, man kann alles kleben." (Tim Larschow)
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