Tradition seit 1448: Cadenberger Frühjahrsmarkt zieht Besucher aus der Region an
Karussells drehen sich, Buden locken und der Duft von Schmalzkuchen liegt in der Luft. Der Frühjahrsmarkt in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) verbindet jahrhundertealte Tradition mit modernem Trubel und zieht Besucher aus der ganzen Region an. Mit Fotos.
Bereits am Montag (13. April 2026) rollten die ersten Transporte in Cadenberge an - ein vertrautes Bild, das seit Generationen zum Aufbau des Frühjahrsmarktes gehört. Schaustellerfamilien bringen ihre "fliegenden Bauten" von Ort zu Ort, leben während der Saison in Wohnwagen und errichten innerhalb weniger Tage eine eigene kleine Welt.


Der Jahrmarkt im Jahr 1448
Dass in diesem Jahr bereits der 578. Frühjahrsmarkt gefeiert wird, zeigt, wie tief die Tradition verwurzelt ist. Rechnet man zurück, beginnt die Geschichte im Jahr 1448. Damals sahen Märkte allerdings ganz anders aus: Händler, Handwerker und Gaukler prägten das Bild, verkauft wurden Stoffe, Werkzeuge oder Vieh. Aus der Kirchweih, der "Kirchmess", entwickelte sich ein Fest für das ganze Dorf. Erst im 19. Jahrhundert kamen Karussells, Schießbuden und später moderne Fahrgeschäfte hinzu. In diesem Jahr bot das Marktgelände in Cadenberge Platz für 21 Stände, darunter drei große Fahrgeschäfte und zwei Kinderkarussells.


Der "Night Dancer" von Schwenk ragte in den Himmel, der "Jumper" von Robert Wagner zog die Mutigen an, und der Autoscooter blieb ein Klassiker. Dazwischen lockten Crêpes, Törlings Schmalzkuchen, Gegrilltes von Hess, die Pupke Grill Manufaktur, Lentzsch Grill-Spezialitäten und "Luttkaus Auszeit". Süß wurde es bei Gregers Zuckerbude oder Jasmins Eis-Express. Wer sein Glück versuchen wollte, steuerte die Losbuden von Jonny Brockelmann Junior und Martin Willi Brockelmann an, warf bei MC Harrison Pfeile oder versuchte sich im "Dosen-Dschungel" von Giordano. Für Familien war die "Magic Duck" ein Anlaufpunkt - hier half erstmals Anna Müller mit.

Zwischen Nervenkitzel und Familienzeit
Am "Jumper" wurde Schlange gestanden. Die Herausforderung: Mit einem Becher Wasser im Mund eine Runde in der Höhe drehen - und möglichst wenig verschütten. Wer gewann, durfte noch einmal fahren. Bei der Zuckerbude von Tim Greger, gab es alles, was das süße Herz begehrt. Kai-Uwe ist seit 22 Jahren dabei, wenn Hilfe gebraucht wird, und arbeitet als Aushilfe an dem Stand.
Eröffnet wurde der Markt traditionell am Sonnabend (18. April 2026) um 14 Uhr vor dem Rathaus. Anschließend zogen Mitglieder aus Gemeinderat und Verwaltung gemeinsam mit Schaustellern über den Platz. Dabei wurde auch der "Marktkönig" samt "Königin" beim Schießen ermittelt. Der Sonntag (19. April) begann wie gewohnt mit einem Flohmarkt.
