Polizeieinsatz in Cadenberge: Spezialkräfte durchsuchten mehrere Objekte im Zuge von Ermittlungen zu mutmaßlichen islamistischen Terrorplänen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Polizeieinsatz in Cadenberge: Spezialkräfte durchsuchten mehrere Objekte im Zuge von Ermittlungen zu mutmaßlichen islamistischen Terrorplänen. Foto: Marcus Brandt/dpa
Geplante islamistische Gewalttat

Razzien in Cadenberge: Hinweise auf mögliche Terrorpläne - Verdächtige auf freiem Fuß

von Tamina Francke | 29.04.2026

Nach Angaben der Polizei haben Ermittler in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) und Bremerhaven mehrere Objekte durchsucht. Hintergrund ist der Verdacht einer geplanten islamistisch motivierten Gewalttat. Spezialkräfte (SEK) waren im Einsatz (Update).

Nach Angaben der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg (ZKI) haben Ermittler am Mittwochmorgen (29. April 2026) mehrere Objekte in Cadenberge (Kreis Cuxhaven) sowie in Bremerhaven durchsucht. Die Maßnahmen erfolgten laut ZKI unter der Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Celle (Zentralstelle Terrorismusbekämpfung) auf Grundlage richterlicher Beschlüsse. Hintergrund sei der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Hinweise stammen von der US-Behörde NYPD

Wie die ZKI weiter mitteilt, waren den Ermittlungen Hinweise vorausgegangen, die über das Bundeskriminalamt an die Oldenburger Ermittler übermittelt wurden. Demnach soll ein 20-jähriger Serbe gemeinsam mit einer kleinen Gruppe im Alter von 17 bis 22 Jahren - darunter Personen syrischer und sudanesischer Staatsangehörigkeit - mutmaßlich Planungen für eine islamistisch motivierte Gewalttat in Deutschland vorangetrieben haben. Die ursprünglichen Hinweise stammen laut ZKI von der US-Behörde New York Police Department (NYPD).

Aufgrund einer möglichen Bewaffnung der Verdächtigen erfolgte der Zugriff nach Angaben der ZKI durch Spezialkräfte. Eine genaue Zahl der eingesetzten Kräfte könne auf Nachfrage von CNV-Medien aus polizeitaktischen Gründen nicht genannt werden. Beteiligt waren demnach neben der ZKI auch Kräfte des Landeskriminalamtes Bremen sowie Einheiten der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen (Bereitschaftspolizei).

Sechs Beschuldigte - keine Festnahmen

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Martin Appelbaum von der Zentralstelle Terrorismusbekämpfung bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle gegenüber cnv-medien.de mitteilt, richtet sich das Ermittlungsverfahren gegen insgesamt sechs Beschuldigte. Fünf von ihnen wohnen demnach im Kreis Cuxhaven.

Alle Beschuldigten befinden sich nach Angaben Appelbaums derzeit auf freiem Fuß. Hinweise auf ein konkretes Anschlagsziel oder einen geplanten Tatzeitpunkt lagen laut Staatsanwaltschaft bislang nicht vor.

Auswertung der Beweismittel dauert an

Bei den Durchsuchungen wurden laut ZKI zwei Anscheinswaffen und ein Säbel sichergestellt. Zudem stellten die Einsatzkräfte Mobiltelefone und weitere Datenträger als mögliche Beweismittel sicher. Scharfe Schusswaffen oder konkrete Gegenstände, die unmittelbar einer Anschlagsvorbereitung zugeordnet werden könnten, seien nach Angaben der ZKI nicht gefunden worden. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert nach Angaben der ZKI derzeit an.

Unterstützt wurden die Maßnahmen laut ZKI durch Diensthundführer der Polizeidirektion Braunschweig sowie durch Kräfte der Polizeiinspektion Cuxhaven und der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

Keine akute Gefährdung für Bevölkerung

Auf Nachfrage der CN/NEZ-Redaktion übermittelt ZKI-Sprecherin Jasmin Mohrmann, dass derzeit keine akute Gefährdung für die Bevölkerung bestehe.

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