Auf der K60 im Kreis Cuxhaven kam es am Mittwochmorgen zu einem ungewöhnlichen Verkehrsunfall. Eine Robbe wurde dabei tödlich verletzt. Foto: Dittrich/dpa
Auf der K60 im Kreis Cuxhaven kam es am Mittwochmorgen zu einem ungewöhnlichen Verkehrsunfall. Eine Robbe wurde dabei tödlich verletzt. Foto: Dittrich/dpa
Kollision auf der Straße

"Dann hat es gerummst": Fahrer spricht über tödlichen Robben-Unfall im Kreis Cuxhaven

16.01.2026

Ein ungewöhnlicher Unfall auf dem Weg zur Arbeit: In der Dunkelheit kollidiert ein 26-Jähriger auf einer Landstraße bei Elmlohe (Kreis Cuxhaven) mit etwas Unerwartetem. Erst nach dem Anhalten wird klar, was wirklich auf der Fahrbahn lag - eine Robbe.

Dennis Martens aus Ringstedt war auf dem Heimweg von der Arbeit, als es passierte. "Es war noch dunkel, ich habe gesehen, dass da etwas auf der Straße lag, aber ich konnte nicht erkennen, was es war", berichtet der 26-Jährige im Gespräch mit der Nordsee-Zeitung. "Ich wollte noch ausweichen, aber dann hat es gerummst." Zunächst sei er davon ausgegangen, ein Wildtier angefahren zu haben. Dann stellte sich heraus: Es handelte sich um eine Robbe.

Der außergewöhnliche Unfall ereignete sich am Mittwochmorgen gegen 7.45 Uhr auf der Kreisstraße 60 zwischen Bramel und Elmlohe-Marschkamp. Dennis Martens stieß mit einer Robbe zusammen, die sich aus ungeklärter Ursache auf der Fahrbahn befand. Das Tier ist noch an der Unfallstelle verstorben.

Nach dem Zusammenstoß wendete Martens sein Fahrzeug, einen Mercedes, und stellte es in einer gegenüberliegenden Straße ab, um die Unfallstelle abzusichern. Auch ein Bekannter von Martens sei zufällig gerade an der Stelle vorbeigefahren, er hielt an und fragte, ob er Martens helfen könne.

Robbe stirbt bei kuriosem Unfall: Fahrer Dennis Martens war völlig überrascht

Gemeinsam zogen sie die tote Robbe dann an den Straßenrand, damit kein weiteres Auto darüber fahren konnte. "Ich dachte zuerst, es wäre ein kleiner Frischling", sagt Martens. Erst, als er seinen Wagen verließ und sich das Tier genau ansah, bemerkte er, dass es eine Robbe war. Anschließend fuhr er weiter, meldete das tote Tier aber sofort telefonisch bei der Polizei. "Ich hatte Nachtschicht und war sehr müde, außerdem musste ich unsere Kühe und Pferde füttern", so Martens. Auch die Polizei sei am Telefon sehr verwundert über das gewesen, was Martens mitteilte.

Ein Bekannter von Martens hatte am Sonntag bereits eine Robbe im Graben bei Sellstedt entdeckt. Ob es sich um denselben Seehund handelt, ist unklar. Foto: Privat

An dem Fahrzeug des 26-Jährigen ist kein Schaden entstanden. Die Polizei verständigte die zuständige Seehundstation Norddeich, die sich um das verendete Tier kümmerte.

Der Unfall ereignete sich auf der Kreisstraße 60 zwischen Bramel und Marschkamp in Elmlohe, einer Straße, die sich durch offene Felder und leicht bewaldete Abschnitte schlängelt. Etwa 500 Meter vor der Brücke, die über die Geeste führt, lag die Robbe auf der Fahrbahn.

Nach Unfall zwischen Bramel und Elmlohe: So gelangt eine Robbe auf die Landstraße

Doch wie konnte eine Robbe überhaupt so weit ins Landesinnere gelangen? Tim Fetting, Tierpfleger der Seehundstation Norddeich, klärt auf: "Das Tier ist vermutlich bei Bremerhaven die Geeste hochgeschwommen - das passiert öfter. Dass Seehunde trotz Schleusen weiter ins Landesinnere gelangen, ist ebenfalls nicht ungewöhnlich. "Entweder lassen sie sich mit durchschleusen oder robben einfach außen herum", so Fetting.

Warum die Robbe letztlich auf der Straße landete, ist unklar. Das Tier werde nun pathologisch untersucht. "Dass Seehunde in der Geeste unterwegs sind, kommt immer wieder vor und ist nichts Besonderes", erklärt Fetting. "Ein Verkehrsunfall auf der Straße ist jedoch etwas Außergewöhnliches", so Fetting.

Möglicherweise spielten auch die aktuell hohen Wasserstände infolge des Tauwetters eine Rolle. Es sei denkbar, dass die Robbe durch das Hochwasser auf die Straße gespült wurde. Für Fahrer Martens bleibt der Unfall ein Schock: "Es ist immer schlimm, ein Tier anzufahren. Aber eine Robbe - damit rechnet man hier wirklich nicht."

Von Feenke Hornbostel

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