Das leisten die Einsatzkräfte der DLRG aus dem Landkreis Cuxhaven im Hochwassergebiet
Der Bezirk Cuxhaven-Osterholz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kämpft gegen das Hochwasser in Niedersachsen: Es ist der größte Hochwassereinsatz in der Geschichte der DLRG Niedersachsen. Zugführer Tjark Makel berichtet.
Bereits zwischen Weihnachten und Neujahr war Fachpersonal der Ortsgruppen Cuxhaven und Wehdel im Süden Niedersachsens im Einsatz. Jetzt ging es mit insgesamt 41 DLRG-Einsatzkräften aus dem Landkreis und der Stadt Cuxhaven für vier Tage in den vom Hochwasser schwer betroffenen Heidekreis an Aller und Meiße. Die Ortsgruppen Dorum, Hagen im Bremischen, Bad Bederkesa und Cuxhaven waren mit ihren Einheiten für den Wasserrettungszug Cuxhaven-Osterholz unter Leitung von Zugführer Tjark Makel unterwegs.
Es gibt immer noch viel zu tun
"Das Einsatzgeschehen im Schadensgebiet ist trotz stagnierender Pegelstände kontinuierlich hoch. Derzeit können die Deiche der Wasserhöhe standhalten, die lange Dauer der hohen Wasserstände ist jedoch ein Problem. Deiche, Wallungen und Dämme sind weich und halten den Wassermassen stellenweise nur noch bedingt stand, immer wieder gibt es Schwachstellen, an denen Wasser durchsickert", berichtet Makel.
Wasserretter mit Booten, Strömungsretter, Taucher und Sanitäter
Seit Weihnachten unterstützen DLRG-Einheiten aus ganz Niedersachsen im Aller-Leine Tal. Um auf das Szenario eines möglichen Deichbruchs vorbereitet zu sein, stehen permanent unter anderem Wasserretter mit Booten, Strömungsretter, Taucher und Sanitäter zur Verfügung. Zusätzlich unterstützen sie die Deichläufer bei der Kontrolle von Bauwerken, dichten kleinere Schadstellen ab oder führen Pumparbeiten durch.
Es drohte eine Überflutung
Kurz nachdem die Mitglieder des Wasserrettungszugs Cuxhaven-Osterholz am 4. Januar in Hodenhagen eingetroffen waren und die vorübergehende Unterkunft in einer Schule bezogen wurde, kam es zu einer "Abrutschung" einer als Wasserbarriere dienenden, auf einem Damm gelegenen Landesstraße im Bereich der Samtgemeinde Ahlden. Es drohte eine Überflutung von drei tiefer gelegenen Ortschaften.
Damm mit über 60.000 Sandsäcken stabilisiert
In den darauffolgenden 19 Stunden wurde mit der Unterstützung von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, der Johanniter-Unfall-Hilfe, Arbeiter-Samariter-Bund, dem Deutschen Roten Kreuz und mehreren hundert zivilen Helfern der Damm mit über 60.000 Sandsäcken stabilisiert. Die Bevölkerung war aufgerufen, an zwei Sandsackfüllstationen zu unterstützen, während Lastkraftwagen der DLRG, Feuerwehr und des THW die gefüllten Säcke palettenweise in die Nähe der Schadensstelle transportierten. "Die Verlegung der Sandsäcke am überfluteten Dammfuss unter Wasser war die Aufgabe der Einsatztaucher und Strömungsretter der DLRG", erklärt Makel und ergänzt: "Bei widrigen Wetterbedingungen und Temperaturen um den Gefrierpunkt ein kraftraubendes Unterfangen. Die gesamte Nacht hindurch wurden weitere Strömungsretter aus ganz Niedersachsen von der DLRG eigenen Koordinierungsstelle in Bad Nenndorf in den Einsatz entsendet, um dem gewaltigen Helferbedarf gerecht zu werden."
"Damm und Straße gesichert"
Am Freitag um 5:27 Uhr erfolgte die Meldung von Zugführer Makel: "Damm und Straße gesichert." Eine Evakuierung der Anwohner war nicht erforderlich. Die DLRG-Kräfte hatten die Einsatzstelle am Vormittag des 6. Januar der Feuerwehr übergeben und sind in den Bereitstellungsraum in Walsrode zurückgekehrt. Durch die frühe Entdeckung der Beschädigungen, das schnelle und richtige Handeln der Einsatzleitung und der beeindruckenden Leistung der vielen Helfer wurde ein weiteres Abrutschen der Landstraße zunächst verhindert und drei dahinter liegende Ortschaften geschützt. Jetzt sind die kommenden Tage entscheidend.

Hochwasser hält die DLRG schon länger in Atem
Zu den ersten DLRG-Einsatzkräften im Hochwassereinsatz zählten André Schurig und Dr. Jürgen Laudien. Schurig verantwortet als Verbandsführer alle niedersächsischen DLRG Einheiten im Heidekreis und war auch über Silvester im Einsatz. Laudien von der DLRG Wedel ist als Fachberater in unterschiedlichen Krisenstäben eingesetzt. Beide kommen zum selben Resümee: "Es ist beeindruckend, wozu der ehrenamtliche Katastrophenschutz in Niedersachsen fähig ist. Auf die DLRG ist Verlass, das haben wir wieder einmal unter Beweis gestellt. Ein weiterer überregionaler Einsatz der Kräfte aus Cuxhaven und Osterholz ist nicht ausgeschlossen, da sich die Lage im Hochwassergebiet aufgrund der langen Standzeiten des Wassers derzeit noch nicht entspannt."
Die eingesetzten Kräfte des DLRG Bezirk Cuxhaven-Osterholz kehrten am Sonnabend, 6. Januar, zurück, bleiben aber in erhöhter Alarmbereitschaft bis in den Hochwasserregionen Entwarnung gegeben werden kann.
