Nur vereinzelt sah man am Freitag auch in Otterndorf auf den Gehwegen im dichten Schneetreiben noch Fußgänger. Foto: Schröder
Nur vereinzelt sah man am Freitag auch in Otterndorf auf den Gehwegen im dichten Schneetreiben noch Fußgänger. Foto: Schröder
Große Video- und Bildergalerie

Eisiger Freitag in Bildern: Sturm trifft den Kreis Cuxhaven mit voller Wucht (Update)

09.01.2026

Eisiger Wind pfeift durch den Kreis Cuxhaven, während dichter Schneefall einsetzt und die Temperaturen auf gefühlte Minus 17 Grad sinken. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor gefährlichen Wetterbedingungen und Sturmböen. Aktuelle Infos gibt es hier.

Die Meteorologen hatten für den Freitag, 9. Januar 2026, vorhergesagt, dass es ab den frühen Morgenstunden extreme Wetterbedingungen im Landkreis Cuxhaven gibt. Und die Vorhersage trifft zu.

Gegen 4 Uhr frischte der Ostwind schon merklich auf und nahm im Laufe des Morgens ordentlich. Um etwa 6 Uhr setzte der Schneefall ein. Kleine Flocken wirbelten durch die Luft.

Die Größe der Flocken ist ein Hinweis auf die Temperatur. Eine Grundregel lautet: Je kleiner die Flocken, desto geringer ist die Temperatur. Minus drei Grad Celsius zeigte das Thermometer gegen 6 Uhr an, eine Wetter-App zeigt eine gefühlte Temperatur von Minus 17 Grad an. 

Kaum eine Menschenseele unterwegs: Die Deichstraße in Cuxhaven wirkt am Freitagmorgen wie ausgestorben. Foto: Mangels
Eine immer dicker werdende Schneedecke überzieht Straßen und Wege am Karl-Olfers-Platz in Cuxhaven. Foto: Ohrmann
Anhaltender Schneefall sorgt auch in Altenwalde für winterliche Verhältnisse. Foto: Reese-Winne

Der Deutsche Wetterdienst hat für den Freitag eine Wetterwarnung herausgegeben, unter anderem wegen extremer Schnee- und Eisglätte heraus. Es wird mit etwa 15 Zentimeter Neuschnee gerechnet. Der Wetterdienst warnt auch vor Sturmböen. Durch den starken Wind mit sehr starken Windböen von bis zu 80 Stundenkilometer (Windstärke 9 Beaufort) kommt es außerdem zu Schneeverwehungen. Diese wiederum dürften auch den Straßen- und eventuell auch den Bahnverkehr behindern. Laut Wetterdienst kommt es in exponierten Lagen sogar zu Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometer, das entspricht 10 Windstärken Beaufort.

Wintersturm formt weiße Dünen auf freiem Feld

Auf freiem Feld zwischen Hemmoor und Bornberg haben Wind und Schnee freies Spiel. Die Übergänge zwischen Feld, Graben und Weg lassen sich nur aufgrund des Schilfes ausmachen. Selbst die Umzäunung des Feldes ist nicht mehr mit bloßem Auge zu erkennen. Die Schneeverwehungen auf den umliegenden Feldern türmen sich minütlich weiter auf zu kleinen weißen Dünen. Auch der Deich in der Nähe und die Bundesstraße werden vom Schneesturm verschluckt und lassen sich nicht einmal mehr erahnen.

Die Räumdienste - so wie hier in Hemmoor-Heeßel - haben in diesen Tagen reichlich zu tun, doch nicht jede Nebenstraße wird angesichts der Schneemengen kurzfristig auch geräumt werden können. Foto: Schröder
Die Treppen am Deich sind vollständig von Schnee bedeckt, sichtbar ist nur noch das Geländer. Foto: Werder
Gegen 6 Uhr setzte der Schneefall ein. Die kleinen Flocken wurden durch den starken Wind ordentlich durch die Luft gewirbelt. Unsere Aufnahme entstand am Otterndorfer Kirchplatz. Foto: Lütt

Aktuell gesperrte Straßen in Stadt und Landkreis

Nach Angaben der Polizei Cuxhaven sind derzeit mehrere Straßen im Landkreis und in der Stadt Cuxhaven aufgrund von Verkehrsunfällen oder weil eine Räumung nicht mehr möglich ist, voll gesperrt. Betroffen ist die B73 zwischen Cadenberge und Neuhaus. Zudem ist der Norderweg zwischen Langen und Imsum nicht passierbar. Auch innerhalb der Stadt Cuxhaven kommt es zu Sperrungen: Der Böhlgraben sowie die Cassen-Eils-Straße sind aktuell gesperrt. Darüber hinaus ist die Neufelder Straße zwischen dem Autobahnkreisel und dem Bahnübergang für den Verkehr vollständig gesperrt.

Die Polizei Cuxhaven warnt eindringlich davor, Absperrungen zu missachten. Es erreichen die Polizei vermehrt Meldungen, dass Verkehrsteilnehmer bereits gesperrte Straßen eigenmächtig freiräumen, um dennoch durchzufahren - und anschließend stecken bleiben. "Worte haben wir für sowas auch nicht mehr", heißt es vonseiten der Polizei.

Helios Klinik Cuxhaven meldet normalen Betrieb

Die Helios Klinik Cuxhaven sei auf winterliche Witterungsverhältnisse grundsätzlich vorbereitet, teilt Sprecherin Katharina Recht auf Nachfrage von CNV-Medien mit. "Unsere Notaufnahme ist regulär und bedarfsgerecht besetzt. Der klinische Betrieb läuft uneingeschränkt, alle medizinischen Leistungen können wie gewohnt erbracht werden."

Der Hafen zeigt sich tief verschneit und liegt unter einer geschlossenen Schneedecke. Foto: Werder
Auch am Böhlgraben ist die Landschaft durch den anhaltenden Schneefall tief verschneit. Foto: Reese-Winne
Die einen schlitterten über die Straßen, die anderen versuchten, die Gehwege vom Schnee freizuschaufeln: Szene in Otterndorf am Freitagmorgen. Foto: Schröder

Bis Donnerstagabend seien keine außergewöhnlichen oder signifikanten Häufungen von witterungsbedingten Verletzungen wie etwa Knochenbrüchen bemerkt worden. "Selbstverständlich beobachten wir die Entwicklung der Wetterlage und des Patientenzustroms fortlaufend", so die Kliniksprecherin.

Glätte führt zu zusätzlichen Frakturpatienten

Jennifer Schroth, Geschäftsführerin im Krankenhaus Land Hadeln, teilt mit, dass das Personal wie gewohnt im Einsatz sei und eine Personalaufstockung bisher nicht erforderlich sei. Die Glätte habe aber bereits Auswirkungen gezeigt: "Ja, wir hatten in den letzten Tagen tatsächlich vermehrte, wetterbedingte Frakturverletzungen", so Schroth.

Massive Einschränkungen im Zugverkehr

Schnee, Sturm und Glätte haben den Bus- und Bahnverkehr im Kreis Cuxhaven weitgehend lahmgelegt. Während der Zugbetrieb zwischen Cuxhaven und Hamburg vollständig eingestellt wurde und es auf der RE5 zu massiven Verspätungen kam, verkehren die Züge der EVB auf der Linie RB 33 nur eingeschränkt im Zwei-Stunden-Takt.

Lage in der Börde Lamstedt bleibt entspannt

Die Lage in der Börde Lamstedt sei relativ entspannt, erklärt Samtgemeindebürgermeister Frank Springer am Freitagmittag. Alle Beteiligten seien auf Abruf gewesen, zudem habe bei Feuerwehr und Samtgemeinde eine ständige Erreichbarkeit bestanden. Vorsorglich seien an einigen Feuerwehrfahrzeugen Schneeketten aufgezogen worden. Ausdrücklich lobt Springer die gute Kommunikation der Kreisverwaltung.

Abfallentsorgung und Tannenbaumsammlung ausgesetzt

Wie der Landkreis mitteilt, wurden aufgrund der aktuellen Witterungs- und Straßenverhältnisse alle laufenden Abfuhrtouren aus Sicherheitsgründen mit sofortiger Wirkung abgebrochen. Der Abbruch dient dem Schutz aller Beteiligten und betrifft sämtliche Abfallfahrten. Eine Fortsetzung der Touren oder eine Ersatztour wird nicht stattfinden. Darüber hinaus wurde auch die geplante Tannenbaumsammlung in Altenwalde, Oxstedt sowie in Berensch-Arensch abgesagt. Ein neuer Termin ist für Sonnabend, den 17. Januar, vorgesehen.

Schnee und Sturm halten bis zum Abend an

Nach der Vorhersage könnte es bis etwa 16 bis 17 Uhr schneien, der starke Wind und die frostigen Temperaturen bleiben auch in den späten Nachmittags- und Abendstunden bestehen, sodass dann immer noch höchste Vorsicht geboten ist. Am Sonnabend, 10. Januar, soll sich die Lage etwas entspannen. Es wird mit weniger Niederschlägen und geringerem Wind gerechnet. Die Temperaturen bleiben aber im Minusbereich. (flü/wip/mr/es/bb/man/kop/til/tam/hwi)

Frischer Neuschnee bildet eine mehrere Zentimeter dicke Schneedecke. Foto: Ohrmann
Am Freitag geht es mit dem Schlitten statt mit dem Fahrrad zur Bäckerei in der Schillerstraße. Foto: Werder
Schnee und Frost haben Altenwalde fest im Griff. Foto: Reese-Winne
Robert-Koch-Straße, Schulweg zur Franzenburger Schule: Der Schulunterricht wurde zum Glück rechtzeitig am Vortag abgesagt. Foto: Reese-Winne
Dem Ratschlag, das Auto stehen zu lassen, waren am Freitagmorgen offenbar viele Leute gefolgt. Foto: Koppe
Verschneit präsentiert sich der Parkplatz am Aldi in der Abschnede in Cuxhaven. Foto: Reese-Winne
Die Außengastronomie am Cuxhavener Deich blieb während des Schneesturms am Freitag verwaist. Foto: Mangels
Wind und Schnee fegen über die Felder zwischen Hemmoor und Bornberg. Wege und Übergänge sind kaum noch zu erkennen. Foto: Brettschneider
Strich durch die Rechnung: In Otterndorf (Foto) und auch in Hemmoor waren die Wochenmarkttermine am Freitag vorsorglich gestrichen worden. Foto: Schröder
Räumfahrzeuge waren am Freitag - wie hier im Lotsenviertel - im Dauereinsatz. Foto: Mangels
Ungewohnt leer: Die Grodener Chaussee, auf der die wenigen Autofahrer mit maximal 35 km/h vorankrochen. Foto: Koppe
Einsatz trotz chaotischer Witterung: Paketdienstfahrer - wie hier in Otterndorf - waren am Freitag im Einsatz, damit die Online-Kunden im warmen Zuhause bequem und ohne einen Schritt vor die Tür Päckchen und Pakete auspacken konnten… Foto: Schröder
Ungewöhnliches Wintermotiv: Ein Zitronenbaum behauptet sich gegen Kälte und Schnee. Foto: Francke
In Altenwalde wächst die Schneedecke im Laufe des Tages weiter an. Foto: Reese-Winne
Schneegestöber, vereiste Wege und bittere Kälte: Keine Menschenseele wagte sich am Freitagmorgen auf den Cuxhavener Deich. Foto: Mangels
Im Einsatz mit Schippe und Streugut: Mitarbeiterinnen der Cuxhavener Stadtverwaltung präparieren das Bahnhofsumfeld. Foto: Koppe
Eine geschlossene Schneedecke hat sich am Freitagmorgen über den Landkreis gelegt. Foto: Ohrmann
"Schweres Gerät" kam am Freitag auch auf dem "hagebau"-Parkplatz in Otterndorf zum Einsatz. Foto: Schröder
Winteridylle im Schneegestöber: das Schiff "Lieselotte", das in Otterndorf touristischen Zwecken dient. Foto: Schröder
Dichter Schneefall und starker Ostwind prägten am frühen Freitagmorgen das Wetter in Cuxhaven. Foto: Witthohn
Bei dem Schneesturm hilft auch nicht unbedingt die Schneefräse. Auf der Bahnstrecke Cuxhaven-Hamburg sind am Freitagmorgen, 9. Januar 2026, schon erste Zugausfälle gewesen. Foto: Lütt
Straßen und Gehwege in Cuxhaven sind von einer dicken Schneedecke überzogen. Foto: Ohrmann
Da ging nichts mehr: Im Bereich der Otterndorfer Jugendherberge gab es durch den starken Wind und die weiße Pracht einige Schneewehen, die ein Weiterkommen erschwerten oder unmöglich machten. Foto: Schröder
Eine geschlossene Schneedecke prägt das Ortsbild. Foto: Reese-Winne
Abgeräumt: In der Otterndorfer Innenstadt waren nur wenige Autos, dafür aber oft der Winterdienst unterwegs. Foto: Schröder
Auch am Böhlgraben ist die Landschaft durch den anhaltenden Schneefall tief verschneit. Foto: Reese-Winne
Heftige Schneeverwehungen (und für Autofahrer brenzlige Momente) gab es im Bereich des Fährhafens. Foto: Koppe
Freie Bahn (auf Zeit): Auch im Bereich der "Hadler Bau"-Wohnungen in Otterndorf mussten die Gehwege geräumt werden. Der Mitarbeiter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft war zwar schnell unterwegs, doch angesichts des starken Schneefalls war der Erfolg nur von kurzer Dauer. Foto: Schröder
Stellenweise muss man durch hohen Schnee stiefeln, bevor der Weg wieder etwas freier wird. Foto: Werder
Die Schneedecke wächst weiter - Wind und Frost verschärfen die Lage. Foto: Witthohn

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Lesen Sie auch...
In eigener Sache

Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung: Gedruckte Sonnabend-Ausgaben am Montag

von Frank Lütt

Wegen extremer Wetterbedingungen verzögern sich die gedruckten Ausgaben der Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung. Der Schutz unserer Zusteller hat höchste Priorität, während das Schneechaos die Region im Griff hat.

In eigener Sache

Auch die Wochenzeitung Elbe Weser Kurier wird wegen des Wetters verspätet zugestellt

von Redaktion

Die Wetterlage sorgt für Verzögerungen bei der Zeitungszustellung im Norden. Leserinnen und Leser des Elbe Weser Kuriers müssen sich auf Wartezeiten einstellen und können ihre Ausgaben möglicherweise erst zum Wochenstart erhalten.

Gefahr immer präsent

Hochwassermarken halten Erinnerung an die Flut im Januar 1976 im Kreis Cuxhaven wach

von Christian Mangels

Sie sind bis heute fest im Gedächtnis der Cuxland-Bewohner verankert - die Sturmfluten von 1962 und 1976. Hochwassermarken erinnern an die großen Überschwemmungen und stärken die Wahrnehmung für die stets bestehende Hochwassergefahr an der Nordsee. 

Winterdienst

"Typisch winterlich" in Cuxhaven und Umgebung - Landkreis sieht keine Extremlage

von Redaktion

Der Winterdienst im Kreis Cuxhaven stellt sich mit einem Mix aus Mensch und Technik den winterlichen Herausforderungen. Trotz begrenzter Ressourcen wird die Sicherheit auf 481 Kilometern Kreisstraßen gewährleistet.